Bitfarms Aktie: Wachstumsstrategie aufgegangen
Bitfarms steht an einem Wendepunkt: Der frühere reine Bitcoin-Miner versucht, sich zum Infrastruktur-Anbieter für Künstliche Intelligenz zu entwickeln. Während viele Wettbewerber noch mit PowerPoint-Visionen arbeiten, investiert Bitfarms bereits in konkrete Projekte und nutzt seine bestehende Infrastruktur. Die zentrale Frage der Analysten lautet: Kann das Unternehmen die Brücke von Krypto hin zu High-Performance-Computing (HPC) konsequent schlagen?
Von Bitcoin-Mining zu KI-Infrastruktur
Ausgangspunkt der neuen Bewertung ist der Strategiewechsel weg vom reinen Bitcoin-Mining hin zu KI-Rechenzentren in Nordamerika. Aktuelle Analysen heben dabei vor allem drei Punkte hervor:
- Erprobtes Geschäftsmodell: Im Vergleich zu neuen, noch nicht kommerzialisierten Energie- und Infrastruktur-Storys wie Nano Nuclear Energy (NNE) punktet Bitfarms mit laufenden Umsätzen und einem funktionierenden Betrieb.
- Große Strom-Pipeline: Rund 2,1 Gigawatt an geplanter Stromkapazität bilden die Grundlage, um sowohl Bitcoin-Mining als auch HPC- und KI-Workloads zu bedienen.
- Starke Liquidität: Per Q3 2025 lag der Kassenbestand bei etwa 637 Mio. US‑Dollar – genug, um den kapitalintensiven Ausbau ohne unmittelbare Verwässerungsgefahr zu stemmen.
Konkrete Projekte unterlegen diese Strategie. In Washington State soll eine bestehende 18-MW-Anlage bis Dezember 2026 in ein dediziertes KI-Datencenter umgebaut werden. Parallel dazu hat Bitfarms sein Rechenzentrums-Geschäft in Paraguay für bis zu 30 Mio. US‑Dollar veräußert. Der Erlös fließt in den nordamerikanischen Ausbau, wo rund 90 % der Strom-Pipeline liegen – ein klarer geografischer Fokus auf den aus Analystensicht attraktivsten Markt.
Trotz des KI-Schwenks bleibt das Unternehmen aber eng mit Krypto verbunden. Zuletzt hielt Bitfarms 1.827 Bitcoin in der Bilanz, was auf Basis aktueller Preise etwa 165 Mio. US‑Dollar entspricht. Damit bleibt das Geschäftsmodell ein Hybrid aus Mining-Cashflow und zukünftigen HPC-Erlösen.
Marktumfeld: gemischte Signale im Kryptosektor
Die strategische Neupositionierung fällt in eine Phase, in der der Kryptomarkt selbst ein zwiespältiges Bild abgibt. In der Woche bis zum 10. Januar 2026 verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETFs Nettoabflüsse von 681 Mio. US‑Dollar. Auslöser sind vor allem angepasste Erwartungen an die Zinspolitik der US-Notenbank: Weniger Fantasie für schnelle Zinssenkungen dämpft die Risikoappetit auf Krypto-Anlagen. Bitcoin selbst pendelt in einer Spanne um 90.000 bis 91.000 US‑Dollar.
Ein wichtiger Punkt für Miner spielte sich allerdings direkt im Netzwerk ab: In der ersten Difficulty-Anpassung 2026 sank die Bitcoin-Mining-Schwierigkeit um rund 2,6 % auf 146,4 Billionen. Grund dafür ist, dass ineffiziente Miner ihre Hardware vom Netz nahmen, nachdem sich die Blockzeiten spürbar über die Zielmarke von zehn Minuten hinaus verlängert hatten.
Für effizientere Betreiber wie Bitfarms ist das ein kurzfristiger Rückenwind. Eine niedrigere Difficulty bedeutet weniger Rechenleistung und damit weniger Energieeinsatz pro gemintem Bitcoin – die Margen im klassischen Mining-Geschäft können sich vorübergehend verbessern, während parallel in KI-Infrastruktur investiert wird.
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Bewertung und Analystenstimmung
Parallel zum operativen Umbau ändert sich auch der Blick der Analysten auf das Unternehmen: Weg vom reinen Bitcoin-Proxy, hin zu einem Infrastrukturwert mit KI-Fantasie, aber materiellen Vermögenswerten.
Mehrere Analysehäuser sehen Bitfarms inzwischen klar im Vorteil gegenüber spekulativen Energie- und KI-Stories ohne laufendes Geschäft. Besonders hervorgehoben werden:
- die Kombination aus laufendem Cashflow aus dem Mining,
- die planbare Stromversorgung über die 2,1-GW-Pipeline,
- sowie die Chance, diese Kapazität künftig für HPC- und KI-Workloads zu monetarisieren.
Die Auswertung von Markets Insider und MarketBeat zeigt aktuell 16 Kaufempfehlungen ohne einzige Verkaufseinstufung. Das Median-Kursziel liegt bei 4,03 US‑Dollar. Ausgehend vom Schlusskurs am Freitag von 2,80 US‑Dollar impliziert das ein rechnerisches Aufwärtspotenzial von knapp 40 %. Im Vergleich zu vielen heiß gelaufenen KI-Nebenwerten argumentieren Analysten, dass Bitfarms’ Bewertung stärker an realen Assets und Stromverträgen hängt als an reinen Zukunftserzählungen.
Auch technisch wirkt der Titel gefestigt: Der Kurs notiert klar über dem 200-Tage-Durchschnitt von 1,83 US‑Dollar, was den seit Monaten laufenden Aufwärtstrend unterstreicht.
Ausblick: Washington-Projekt und nächste Zahlen
Für die weitere Bewertung werden in den kommenden Quartalen vor allem zwei Faktoren entscheidend sein. Erstens die Umsetzung des Umbaus der Washington-Anlage: Hält Bitfarms den anvisierten Termin Dezember 2026 ein und kann das Projekt im zugesagten Umfang in Betrieb gehen, stärkt das die KI-Story deutlich. Verzögerungen oder Kostenüberschreitungen würden dagegen kritisch gesehen.
Zweitens rückt der nächste Berichtstermin näher: Am 25. März 2026 legt das Unternehmen seine Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Dann dürfte deutlicher werden, wie sich die aktuelle Kombination aus gesunkener Mining-Difficulty, Bitcoin-Preisniveau und beginnenden KI-Investitionen auf Erträge, Cashflow und Ausblick auswirkt – und ob die bislang sehr positive Analystenhaltung Bestand hat.
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