Bitfarms zieht die Reißleine in Lateinamerika und richtet das Geschäft strikt auf Nordamerika aus. Mit dem Verkauf des Standorts in Paraguay macht der frühere Bitcoin-Miner ernst mit seinem Umbau hin zu Hochleistungsrechenzentren für KI und HPC. Entscheidend ist dabei weniger der Standortverkauf an sich, sondern die Frage: Kann Bitfarms diesen Schritt in messbares, profitables Wachstum ummünzen?

Verkauf in Paraguay – Kapital für den Umbau

Bitfarms hat den vollständigen Ausstieg aus Lateinamerika bestätigt und den Verkauf seiner 70-MW-Anlage im paraguayischen Paso Pe an den Sympatheia Power Fund vereinbart, einen von Hawksburn Capital (Singapur) gemanagten Infrastrukturfonds.

Der Deal ist auf bis zu 30 Mio. US‑Dollar ausgelegt und besteht aus:
- 9 Mio. US‑Dollar in bar bei Closing, erwartet im ersten Quartal 2026
- weiteren bis zu 21 Mio. US‑Dollar, gebunden an bestimmte Meilensteine in den folgenden rund zehn Monaten

CEO Ben Gagnon beschreibt die Transaktion als Möglichkeit, „Jahre erwarteter Free Cashflows nach vorne zu holen“. Statt die Anlage weiter zu betreiben, wird der Wert sofort realisiert und soll direkt in die Expansion in den USA fließen.

Mit dem Verkauf bündelt Bitfarms seine operative Basis vollständig in Nordamerika (Kanada und USA). Strategisch soll das Asset-Portfolio so stärker auf stabile, margenstarke HPC- und KI-Infrastruktur ausgerichtet werden – weg vom klassischen Bitcoin-Mining an Standorten mit höheren regulatorischen und operativen Risiken.

Der Markt würdigte diese Kombination aus geografischer Risiko-Reduzierung und zusätzlicher Liquidität: Die Aktie legte am Freitag im Handel deutlich zu. Auf Wochensicht steht der Titel allerdings trotz der positiven Reaktion noch mit rund 5 % im Minus und bleibt damit klar schwankungsanfällig.

Vom Miner zum KI-Infrastrukturanbieter

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Der Verkauf in Paraguay ist der Schlusspunkt eines einjährigen Umbauprogramms. Bereits im Januar 2025 hatte Bitfarms seine 200-MW-Anlage in Yguazu an Hive Digital Technologies veräußert. Mit dem nun vollzogenen Rückzug ist das Lateinamerika-Engagement komplett beendet – inklusive der damit verbundenen spezifischen Behörden- und Betriebsrisiken.

Hintergrund ist der strategische Schwenk hin zu KI- und HPC-Infrastruktur. Nach einem Nettoverlust von 46 Mio. US‑Dollar im dritten Quartal 2025 stand das Management unter Druck, Effizienz und Ertragsstruktur zu verbessern. Branchenbeispiele wie Core Scientific und TeraWulf haben vorgemacht, dass sich Bewertungen deutlich verbessern können, wenn Stromkapazitäten von reinem Krypto-Mining auf KI-Rechenzentren umgestellt werden.

Bitfarms verfügt über eine Entwicklungs-Pipeline von 2,1 Gigawatt, überwiegend in den USA. Mit einem nun zu 100 % nordamerikanischen Portfolio sieht sich das Unternehmen besser positioniert, um attraktive Hosting- und Infrastrukturverträge im HPC- und KI-Bereich einzuwerben. Marktbeobachter werten dies als Versuch, sich in die Reihe der neu bewerteten „Miner-zu-AI“-Stories einzureihen.

Ausblick: Umsetzung entscheidet

Kurzfristig rückt das Closing des Paraguay-Deals in den Fokus, das innerhalb von etwa 60 Tagen erwartet wird. Danach wird entscheidend sein, wie rasch Bitfarms die anfänglichen 9 Mio. US‑Dollar in konkrete US-Projekte umsetzt und ob die an Meilensteine geknüpften weiteren 21 Mio. US‑Dollar vollständig realisiert werden können.

Operativ bleibt der zentrale Hebel für 2026 die Frage, wie schnell und effizient das Unternehmen seine vorhandene Strom- und Standortkapazität in produktive HPC- und KI-Infrastruktur überführt. Analystenhäuser wie Keefe, Bruyette & Woods heben bereits hervor, dass der klare Nordamerika-Fokus und das Thema „AI-Infrastruktur“ das Bewertungsgefälle zu Branchenführern verringern könnten – sofern Bitfarms die angekündigte Neuausrichtung in belastbare Einnahmeströme und stabile Margen übersetzen kann.

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