Bitcoin: Verlustzone erreicht
Bitcoin steht unter Druck. Die größte Kryptowährung handelt am Sonntag bei rund 87.800 US-Dollar – ein Minus von 2 Prozent binnen 24 Stunden und über 7 Prozent auf Wochensicht. Doch die Kursbewegung ist nur ein Symptom. Erstmals seit Oktober 2023 haben Bitcoin-Halter wieder Nettoverluste realisiert – ein Signal, das Analysten aufhorchen lässt.
Gewinnzone verlassen
Laut Daten von CryptoQuant haben Investoren seit dem 23. Dezember Verluste von 69.000 BTC realisiert. Ein Regimewechsel, wie Analysten es nennen: Wo zuvor Gewinne mitgenommen wurden, dominieren nun Verlustverkäufe. Die jährlichen Nettorealisierungsgewinne sind von 4,4 Millionen BTC im Oktober auf 2,5 Millionen BTC geschrumpft – Werte, wie sie zuletzt im März 2022 zu beobachten waren.
Das Muster erinnert stark an den Übergang von der Bullen- zur Bärenphase 2021/2022. Damals folgte eine längere Schwächephase.
Netzwerk verliert an Schwung
Die Blockchain-Daten zeichnen ein ähnliches Bild. VanEcks Bitcoin ChainCheck meldet für Mitte Januar deutliche Rückgänge:
- Tägliche Netzwerkeinnahmen: minus 15 Prozent (30-Tage-Vergleich)
- Aktive Adressen: minus 6 Prozent
- Neue Adressen: minus 4 Prozent
Weniger Nutzer transferieren Werte über das Netzwerk. Die Nachfrage nach Bitcoin-Blockspace sinkt. Gleichzeitig ist das aktive Angebot um 7 Prozent gestiegen – ein Zeichen dafür, dass mehr Halter ihre Positionen bewegen.
Miner fahren Kapazitäten herunter
Die Hash-Rate ist seit Mitte November um 6 Prozent gefallen. Die Mining-Schwierigkeit sank von 646 auf 635, der geschätzte globale Stromverbrauch der Miner von 206 auf 203 TWh.
Zwei Faktoren spielen eine Rolle: Zum einen nehmen Miner im Winter an sogenannten Curtailment-Programmen teil, bei denen sie Strom zurück ins Netz speisen und dafür Gutschriften erhalten. Riot Platforms verdiente im Dezember 6,2 Millionen Dollar damit – ein Plus von 520 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zum anderen lenken Miner Ressourcen zunehmend in lukrative KI-Rechenzentren um.
Immerhin: Das Transfervolumen der Miner zu Börsen ist um 6 Prozent gesunken. Der Verkaufsdruck aus dieser Ecke lässt nach.
Politik bremst Regulierungsfortschritt
Der Digital Asset Market Clarity Act sollte Klarheit schaffen, wann Krypto-Token als Wertpapiere oder Rohstoffe gelten. Doch die für den 15. Januar geplante Ausschusssitzung im Senat wurde verschoben. Coinbase-CEO Brian Armstrong und andere Branchenvertreter zogen ihre Unterstützung zurück – Streitpunkt sind Verbote von Stablecoin-Renditen und erweiterte Befugnisse der SEC.
Der Agrarausschuss des Senats könnte am 27. Januar eine eigene Sitzung ansetzen. Sollte das Gesetz durchkommen, würde es Kryptowährungen tiefer ins etablierte US-Finanzsystem integrieren.
Makro-Unsicherheit belastet
Die Woche bringt zwei Risikofaktoren: Die US-Notenbank Fed gibt ihre erste Zinsentscheidung des Jahres bekannt. Trader suchen nach Hinweisen zur weiteren Geldpolitik. Parallel droht ein Government Shutdown – Polymarket-Nutzer sehen eine 76-prozentige Wahrscheinlichkeit, nachdem Senatsführer Chuck Schumer ankündigte, ein großes Ausgabenpaket zu blockieren.
Historisch reagierte Bitcoin vor Shutdowns mit Verkaufsdruck, erholte sich aber nach deren Beilegung.
Trotz der kurzfristigen Schwäche bleibt institutionelles Interesse bestehen. US-Bitcoin-ETFs nahmen zwischen dem 13. und 15. Januar 1,7 Milliarden Dollar auf. BlackRocks IBIT verzeichnete am 14. Januar mit 648 Millionen Dollar den größten Tageszufluss seit Oktober. Strategy kaufte bis zum 20. Januar Bitcoin im Wert von 2,13 Milliarden Dollar.
Kritische Woche voraus
Die technische Unterstützung im Bereich 86.500 bis 87.000 Dollar wird in den kommenden Tagen entscheidend sein. Fed-Entscheidung, Shutdown-Risiko und die verschlechterten On-Chain-Metriken bilden eine Gemengelage, die Bitcoin seit Ende 2023 nicht mehr erlebt hat. Langfristige Adoption läuft weiter – kurzfristig bleibt der Weg nebulös.
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