BioNTech steckt mitten in einem tiefgreifenden Umbau. Die Gründer gehen, die mRNA-Krebsvakzin-Strategie gerät ins Stocken — und trotzdem setzt das Unternehmen auf das ambitionierteste klinische Programm seiner Geschichte. Ob die Wette aufgeht, entscheiden Studiendaten, die noch in diesem Jahr erwartet werden.

Rückschläge bei mRNA-Krebsimpfstoffen

Das klinisch bedeutsamste Signal aus dem Jahresabschluss betrifft autogene Cevumeran (BNT122), den personalisierten mRNA-Neoantigen-Impfstoff, den BioNTech gemeinsam mit Roches Genentech entwickelt. Eine Phase-2-Studie in Urothelkarzinom wurde gestoppt — BioNTech und Roche begründeten den Schritt mit dem sich verändernden Therapiestandard. In der Melanom-Erstlinie hatte das Mittel bereits zuvor versagt. Die Phase-2-Studie im adjuvanten Kolorektalkarzinom überschritt die Futility-Grenze; sie läuft zwar weiter, doch die finalen Daten verzögern sich von 2026 auf 2027.

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Entsprechend verschiebt sich der strategische Schwerpunkt. Statt mRNA rücken bispezifische Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs) in den Mittelpunkt — ein Wandel, den BioNTech durch mehrere Partnerschaften und Übernahmen vorangetrieben hat. Leitprojekt ist inzwischen Pumitamig, ein Anti-PD-L1-x-VEGF-Wirkstoff, der gemeinsam mit Bristol Myers Squibb entwickelt wird.

Neun laufende Phase-3-Studien — noch ohne Zulassung

Die klinische Expansion ist beeindruckend: Zu Beginn des Jahres 2025 gab es lediglich zwei Phase-3-Programme. Bis Ende 2026 sollen es 15 sein. Fünf der sieben geplanten Datenauslesungen gelten als potenziell zulassungsrelevant, darunter Studien zu Trastuzumab Pamirtecan, dem Anti-CTLA-4-Antikörper Gotistobart und BNT113.

Ein entscheidender Vorbehalt bleibt: Für 2026 erwartet BioNTech keinerlei Onkologie-Umsätze. Das gesamte Spätphasenprogramm muss regulatorische Hürden erst noch nehmen.

Finanziell solide, operativ im Übergang

Die Jahreszahlen 2025 spiegeln den strukturellen Wandel wider. Der Umsatz lag bei 2,87 Milliarden Euro — im vierten Quartal deutlich unter dem Vorjahreswert, bedingt durch nachlassende COVID-19-Impfstoffnachfrage. Für 2026 rechnet BioNTech mit Erlösen zwischen 2,0 und 2,3 Milliarden Euro bei einem bereinigten F&E-Budget von bis zu 2,5 Milliarden Euro.

Abgefedert wird dieser Einnahmerückgang durch eine Kriegskasse von 17,2 Milliarden Euro in Cash und Wertpapieren — genug Spielraum, um das aggressive klinische Programm auch ohne kurzfristige Onkologie-Erlöse zu finanzieren.

Parallel läuft die Führungsnachfolge: CEO Ugur Sahin und CMO Özlem Türeci werden BioNTech bis Ende 2026 verlassen, um ein neues mRNA-fokussiertes Unternehmen zu gründen. BioNTech wird dabei ausgewählte mRNA-Rechte einbringen und im Gegenzug eine Minderheitsbeteiligung erhalten. Ein verbindlicher Vertrag soll bis Mitte 2026 stehen; die Suche nach einem Nachfolger läuft.

Die Aktie notiert aktuell rund 22 Prozent unterhalb ihres 52-Wochen-Hochs von 105,90 Euro. Wie sich das ändert, hängt maßgeblich davon ab, ob die Phase-3-Readouts in den kommenden Monaten erstmals klinischen Beweis für BioNTechs Onkologie-Ambitionen liefern.

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