BayWa Aktie: Kahlschlag!
Der Münchner Agrarhandels- und Energiekonzern liefert mit seinen Neunmonatszahlen ein ernüchterndes Bild. Der Umsatz brach um 22 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro ein – und das ist erst der Anfang einer radikalen Schrumpfkur. CEO Frank Hiller kündigte einen beispiellosen Umbau an: Über vier Milliarden Euro Schulden sollen abgebaut, zwei Drittel aller Geschäftsbereiche verkauft werden.
Frontalangriff auf die Schuldenlast
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Von 12,3 Milliarden Euro Umsatz im Vorjahreszeitraum bleiben nur noch 9,6 Milliarden übrig. Der Verkauf der RWA-Beteiligung macht dabei über die Hälfte des Rückgangs aus. Gestiegene Finanzierungskosten zwangen das Management zu dieser Notbremse.
Jetzt folgt der nächste Schlag: Die Belegschaft schmilzt von 23.000 auf nur noch 8.000 Mitarbeiter. Rund 700 Stellen sind bereits gestrichen, erste Standorte im Baustoffsegment geschlossen. Der Zielumsatz bis 2028? Bescheidene 10 Milliarden Euro – weniger als ein Drittel des Rekordwerts von 2022.
Die harten Fakten:
- Schuldenabbau: über 4 Milliarden Euro geplant
- Verkauf: zwei Drittel aller Geschäftsaktivitäten
- Personalabbau: von 23.000 auf 8.000 Mitarbeiter
- Kapitalerhöhung: 179 Millionen Euro frisches Kapital (Zeichnungsquote 89%)
Rückzug aus dem Ausland – Ende einer Expansionsstrategie
Hiller macht keinen Hehl daraus: Die internationale Expansion der Vorgängerführung wird zurückgedreht. Als nächstes steht der Verkauf der neuseeländischen Tochter Turners & Growers an – einer der größten Apfelplantagen-Betreiber weltweit. Der Konzern konzentriert sich künftig auf regionale Marktführerschaft statt globale Ambitionen.
Die Kapitalerhöhung brachte immerhin 179 Millionen Euro. Die Ankeraktionäre – Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG und Raiffeisen Agrar Invest AG – steuerten bereits in der ersten Tranche 125 Millionen bei.
US-Regulierung trifft Erneuerbare-Sparte hart
Zusätzlicher Gegenwind kommt aus Washington. Der "One Big Beautiful Bill Act" verschärft die Bedingungen für erneuerbare Energien massiv. Die Tochter BayWa r.e. AG leidet unter den neuen Vorgaben – so stark, dass der Vorstand die Ergebnisprognose für 2025 komplett zurückzog.
Staatsanwaltschaft im Nacken
Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt bereits. Die BaFin stellte zudem Fehler im Konzernlagebericht 2023 fest. Das letzte profitable Jahr? 2022 mit über 27 Milliarden Euro Umsatz. Seitdem häufen sich die Verluste. Der Titel ist damit klar im Abwärtstrend.
Kann die Wende noch gelingen?
Erste operative Fortschritte sind erkennbar. Die Personalmaßnahmen und Standortschließungen zeigen Wirkung. Das Management bleibt zuversichtlich, dass die Sanierungsmaßnahmen greifen. Bis 2028 soll ein schlanker, profitabler Kern entstehen – fokussiert auf regionale Stärken statt globaler Ambitionen.
Doch der Weg bleibt steinig. Mit juristischen Ermittlungen, regulatorischen Hürden in den USA und einem beispiellosen Kahlschlag navigiert BayWa durch stürmische Gewässer. Ob das drastisch geschrumpfte Unternehmen 2028 tatsächlich wieder auf eigenen Beinen steht, bleibt die große Frage.
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