Die Schlagzeilen um BayWa reißen nicht ab. Während der Agrarkonzern offiziell an seiner Sanierung arbeitet, eskaliert die Lage auf strafrechtlicher Ebene: Die Staatsanwaltschaft München I ließ Mitte Januar die Privaträume von Ex-Vorstandschef Klaus Josef Lutz durchsuchen. Der Verdacht: Untreue im Zusammenhang mit der Bilanzdarstellung vor dem Zusammenbruch 2024. Gleichzeitig kämpft das Unternehmen mit behördlichen Sanktionen und einem dritten Vorstandswechsel binnen kürzester Zeit.

Ermittlungen gegen Ex-CEO Lutz

Am 15. Januar 2026 rückten Ermittler bei Klaus Josef Lutz an. Der langjährige BayWa-Chef (2008-2023) steht unter Verdacht, die Konzernlage vor der Krise geschönt zu haben. Das Verfahren läuft bereits seit August 2025. Lutz, der nach seinem Ausscheiden als CEO noch bis 2024 den Aufsichtsrat führte, kooperiert nach eigenen Angaben vollumfänglich mit den Behörden.

Die zentrale Frage der Staatsanwaltschaft: Warum wies der Jahresabschluss 2023 keinerlei Hinweise auf die existenzbedrohende Schieflage auf, die nur Monate später offenbar wurde? Die BaFin hatte bereits im Oktober 2024 den Jahresabschluss 2023 beanstandet und dem damaligen Vorstand vorgeworfen, Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken verharmlost zu haben.

Ordnungsgeld und Führungschaos

Das Bundesamt für Justiz verhängte am 6. November 2025 ein Ordnungsgeld von 2.500 Euro gegen BayWa. Der Grund: verspätete Übermittlung der Konzernabschlussunterlagen 2024 an den Bundesanzeiger. Das Bußgeld selbst ist marginal, doch die Symbolwirkung verstärkt den Eindruck mangelnder Governance.

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Schwerer wiegt das Führungsvakuum. Am 9. Januar 2026 trat CEO Dr. Frank Hiller nach nur kurzer Amtszeit mit sofortiger Wirkung zurück. Seine Aufgaben wurden auf die übrigen Vorstandsmitglieder verteilt. Damit hat BayWa innerhalb weniger Monate den dritten Vorstandschef verloren.

Sanierung läuft trotzdem weiter

Die operativen Eckpunkte der Restrukturierung bleiben laut Unternehmen auf Kurs. Der Verkauf der Agrarhandels-Tochter Cefetra an ein Investorenkonsortium für rund 125 Millionen Euro soll im ersten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Dadurch sinken die Bankverbindlichkeiten um mehr als 600 Millionen Euro. Zudem zeichneten die Großaktionäre BRB und RAI in einer ersten Tranche neue Aktien im Wert von etwa 125 Millionen Euro.

Bis 2028 soll aus dem 24-Milliarden-Euro-Konzern ein fokussiertes Unternehmen mit 10 Milliarden Euro Umsatz, 8.000 Mitarbeitern und 400 Millionen Euro operativem Ergebnis werden. Die Zahlen verdeutlichen den Rückbau: 2024 sank der Umsatz auf 21,1 Milliarden Euro, das EBIT brach auf minus 1,1 Milliarden Euro ein. Der Nettoverlust von rund 1,6 Milliarden Euro zehrte das Grundkapital vollständig auf.

Die ersten neun Monate 2025 zeigten mit 9,6 Milliarden Euro Umsatz einen Rückgang von 22 Prozent. Ob die Sanierung trotz juristischer und personeller Turbulenzen gelingt, hängt auch davon ab, ob das Unternehmen wieder Vertrauen bei Gläubigern und Investoren aufbauen kann – ein Prozess, den die laufenden Ermittlungen nicht erleichtern.

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