Bayer Aktie: Schwere Hypothek
Starke Verluste, ein negativer Cashflow-Ausblick und ein milliardenschwerer Rechtsstreit — Bayer kämpft 2026 an mehreren Fronten gleichzeitig. Seit dem lokalen Hoch Mitte Februar hat die Aktie rund 22 Prozent eingebüßt und notiert mit 38,44 Euro deutlich unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 42,85 Euro.
Zahlen unter dem Strich
Die Jahreszahlen für 2025, die Bayer Anfang März vorlegte, zeichnen ein belastetes Bild. Der Konzern erzielte zwar einen Umsatz von 45,6 Milliarden Euro, schloss das Jahr aber mit einem Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro ab. Haupttreiber waren hohe Sonderaufwendungen für Rechtsstreitigkeiten.
Der Ausblick für 2026 trübt die Stimmung weiter. Das Management erwartet einen negativen freien Cashflow — allein rund 5 Milliarden Euro sind für Vergleichszahlungen eingeplant. Das bereinigte EBITDA soll zwischen 9,6 und 10,1 Milliarden Euro liegen. Die vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro je Aktie unterstreicht, wie eng der finanzielle Spielraum geworden ist.
Supreme Court als Wendepunkt
Das Roundup-Erbe der Monsanto-Übernahme bleibt die zentrale Unbekannte. Ein US-Richter erteilte dem 7,25-Milliarden-Dollar-Vergleichsvorschlag zur Beilegung tausender Klagen eine vorläufige Genehmigung. Gleichzeitig hat der Supreme Court zugestimmt, Bayers Berufung gegen ein Roundup-Urteil zu verhandeln — die mündliche Verhandlung ist für den 27. April angesetzt.
Die Frage, ob Klagen auf fehlende Warnhinweise durch Bundesrecht ausgeschlossen werden können, hat weitreichende finanzielle Konsequenzen. Rückenwind erhält Bayer dabei aus Washington: Die Trump-Administration stärkte Bayers Position mit einem Amicus Brief des Solicitor General, und Präsident Trump schützte glyphosatbasierte Herbizide über den Defense Production Act. Eine günstige Entscheidung des Supreme Court, die für die zweite Junihälfte erwartet wird, könnte die Belastung aus dem Glyphosat-Komplex erheblich reduzieren.
Analysten tief gespalten
Das Meinungsbild der Analysten könnte kaum weiter auseinandergehen. Morgan Stanley bleibt trotz einer Kurszielabsenkung auf 53 Euro bei „Overweight" und sieht langfristiges Aufwärtspotenzial. Die Deutsche Bank hingegen hält an ihrem Kursziel von 23 Euro und einem Neutral-Rating fest — begründet mit dem negativen Cashflow-Ausblick und der offenen Supreme-Court-Entscheidung.
Im operativen Geschäft gibt es immerhin Lichtblicke: Das Maisgeschäft der Crop-Science-Sparte wuchs 2025 um 13,2 Prozent, gestützt durch eine Lizenzeinigung mit Corteva. Das Restrukturierungsprogramm „Dynamic Shared Ownership" zielt auf Einsparungen von 2 Milliarden Euro ab.
Das zweite Quartal wird zur Bewährungsprobe. Neben dem Supreme-Court-Urteil stehen die Q1-Zahlen am 12. Mai im Kalender — der erste Gradmesser dafür, ob der negative Cashflow-Ausblick sich bestätigt oder das Management gegensteuern kann.
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