BASF Aktie: Rückkauf trifft Skepsis
BASF kauft eigene Aktien in großem Stil zurück, doch der Kurs kommt nicht wirklich in Fahrt. Steigende Energiepreise und Unsicherheit rund um das China-Engagement bremsen die Stimmung. Wie passt das zusammen?
Die Fakten im Überblick
- Aktueller Kurs: 44,18 € (heute leicht im Minus um 0,11 %)
- Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 53,98 €: rund -18 %
- Aktienrückkaufprogramm bis Juni 2026 mit einem Volumen von bis zu 1,5 Mrd. €
- Jüngst zurückgekauft: 623.442 eigene Aktien (29.12.2025 bis 02.01.2026)
- Verkauf des Glycinat-Geschäfts soll im 1. Quartal 2026 abgeschlossen werden
- Zentrale Zukunftsinvestition: Verbund-Standort im chinesischen Zhanjiang
Der Kurs liegt mit 44,18 € in etwa auf Höhe der gleitenden 50- und 100-Tage-Durchschnitte und nur leicht über der 200-Tage-Linie. Das signalisiert eine abwartende Marktposition – weder klare Euphorie noch Panik.
Aktienrückkauf im Gegenwind
BASF bestätigt, das im November 2025 gestartete Aktienrückkaufprogramm konsequent fortzusetzen. Zwischen dem 29. Dezember 2025 und dem 2. Januar 2026 erwarb der Konzern 623.442 eigene Aktien. Insgesamt sollen bis Juni 2026 bis zu 1,5 Milliarden Euro in Rückkäufe fließen.
Normalerweise wirkt ein solches Programm stützend auf den Kurs, da das Angebot an frei handelbaren Aktien sinkt und das Management ein Signal der Zuversicht sendet. Dass der Titel trotz dieser Nachfrage heute kaum zulegen kann und auf Wochensicht leicht im Minus liegt (7 Tage: -0,56 %), zeigt die Zurückhaltung im Sektor.
Ein Grund sind steigende Ölpreise, ausgelöst durch Berichte über eine Verschärfung der Krise in Venezuela. Für einen energieintensiven Chemiekonzern wie BASF bedeuten höhere Rohstoffkosten Druck auf die Margen. Diese Sorge überlagert kurzfristig die positiven Effekte des Rückkaufprogramms.
China-Strategie und Portfolio-Umbau
Parallel zur täglichen Kursbewegung läuft bei BASF ein strategischer Umbau. Das erste Quartal 2026 gilt als wichtige Phase der Transformation.
Im Mittelpunkt steht das neue Verbund-Werk im chinesischen Zhanjiang. Es handelt sich um eine der größten Einzelinvestitionen in der Unternehmensgeschichte. Marktteilnehmer sehen hier ein erhebliches China-Risiko: Die konjunkturelle Erholung in der Volksrepublik bleibt fragil, während BASF mit dem neuen Standort auf langfristiges Wachstum setzt. Entscheidend wird sein, wie schnell die Anlage in Zhanjiang nach der Anlaufphase spürbare Ergebnisbeiträge liefert.
Gleichzeitig arbeitet das Management an einer Bereinigung des Portfolios. Der Verkauf des Glycinat-Geschäfts soll im laufenden ersten Quartal abgeschlossen werden. Diese Transaktion ist Teil einer klaren Linie: Randaktivitäten werden abgegeben, Kapital soll stärker in wachstums- und margenstärkere Bereiche fließen. Damit versucht BASF, die eigene Aufstellung zu fokussieren und die Kapitalrendite zu verbessern.
Einordnung: Günstige Bewertung, hohes Umfeld-Risiko
Die Kursentwicklung der vergangenen Monate zeichnet ein gemischtes Bild. Auf Jahressicht liegt die Aktie mit rund 5 % im Plus, seit Jahresbeginn jedoch leicht im Minus. Mit einem Abstand von gut 18 % zum 52-Wochen-Hoch und einer moderaten Positionierung rund um die gleitenden Durchschnitte ist der Titel aus technischer Sicht weder überhitzt noch extrem überverkauft (RSI 14 Tage: 42,3).
Fundamental wird BASF von vielen Beobachtern weiterhin als vergleichsweise günstig eingeschätzt – vorausgesetzt, die Ergebnisdynamik zieht in der zweiten Jahreshälfte 2026 wie geplant an. Die Dividendenrendite bleibt attraktiv, reicht im aktuellen Umfeld aber nicht aus, um den Kurs deutlich zu treiben. Zu schwer wiegen derzeit:
- die Unsicherheit über die globalen Konjunkturaussichten,
- steigende Energie- und Rohstoffpreise,
- sowie die Frage, wie sich das große China-Engagement in einem schwankenden Umfeld bezahlt macht.
Ausblick: Wichtige Termine und Marken
Kurzfristig rückt vor allem die Marktstimmung in den Vordergrund. Der Kurs bewegt sich nahe am 50-Tage-Durchschnitt von 44,37 € und nur leicht über der 200-Tage-Linie bei 43,66 €. Fällt die Aktie deutlicher darunter, könnte dies technisch orientierte Anleger zu weiteren Verkäufen veranlassen. Auf der Unterseite liegt das 52-Wochen-Tief bei 39,76 € noch in komfortabler Distanz, dennoch dürfte ein erneuter Test dieser Region die Skepsis verstärken.
Fundamental sind die nächsten klaren Impulse Ende Februar zu erwarten, wenn BASF traditionell die vorläufigen Zahlen für das Gesamtjahr 2025 vorlegt. Dann wird sich zeigen, ob das Management die Erwartungen an Ergebnisentwicklung, Portfolio-Umbau und Fortschritt beim Aktienrückkauf untermauern kann. Zusätzliche Spannung bringt der Abschluss des Glycinat-Verkaufs im ersten Quartal, inklusive möglicher Aussagen zur Verwendung der Erlöse und zu Prioritäten bei Investitionen und Kapitalrückführung.
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