Barrick Gold Aktie: Neuer Schub
Barrick Gold sortiert seine Führungsriege neu, weitet den Rückenwind für Aktionäre aus und schafft gleichzeitig wichtige rechtliche Klarheit in Afrika. Im Zentrum stehen ein deutlich vergrößertes Aktienrückkaufprogramm, eine neue Finanzchefin und die Lösung eines langjährigen Konflikts in Mali. Die große Frage für Anleger lautet: Tragen diese Schritte die starke Kursrally der vergangenen Monate nachhaltig?
Rückkaufoffensive und Dividende
Auslöser der aktuellen Dynamik ist vor allem die Kapitalallokation. Barrick hat sein Aktienrückkaufprogramm kräftig auf 1,5 Milliarden US-Dollar aufgestockt. Damit sendet das Management ein klares Signal, dass es die eigene Bewertung als attraktiv einschätzt und freien Cashflow verstärkt an die Aktionäre zurückgeben will.
Parallel dazu wurde die Quartalsdividende auf 0,175 US‑Dollar angehoben, was einer Rendite von rund 1,4 % entspricht. Die Kombination aus Rückkäufen und steigender Ausschüttung stützt die Investmentstory zusätzlich und dürfte ein wichtiger Treiber für das anhaltend starke Momentum der Aktie gewesen sein. Im deutschen Handel zeigt sich das im Schlusskurs von 43,19 Euro am Freitag, womit das Papier zugleich ein neues 52‑Wochen-Hoch markierte.
Neuer CFO, alte Baustelle gelöst
Ein weiterer zentraler Baustein ist der Wechsel im Finanzressort. Zum 1. März 2026 übernimmt Helen Cai den Posten der CFO. Sie folgt auf Graham Shuttleworth und bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung in Kapitalmärkten und Bergbau mit. Für ein rohstofflastiges Geschäftsmodell, das stark von Investitionszyklen und Bilanzdisziplin abhängt, ist diese Rolle strategisch entscheidend.
Bemerkenswert ist das Timing: Die Personalentscheidung fällt zusammen mit einem Durchbruch bei einer lange schwelenden Belastung. Barrick hat die Auseinandersetzung mit der Regierung in Mali rund um den Loulo‑Gounkoto‑Komplex beigelegt. Das Unternehmen sichert sich damit die Kontrolle über eines seiner wichtigsten Assets und räumt ein geopolitisches Risiko aus, das in der Vergangenheit immer wieder auf der Bewertung lastete. Diese Entspannung reduziert Unsicherheit im Afrikageschäft und macht die Ergebnissituation planbarer.
Wichtige Punkte im Überblick
- Aktienrückkaufprogramm auf 1,5 Mrd. US‑Dollar ausgeweitet
- Quartalsdividende auf 0,175 US‑Dollar erhöht (ca. 1,4 % Rendite)
- Helen Cai wird ab 1. März 2026 neue CFO
- Konflikt mit Mali um Loulo‑Gounkoto beigelegt, Kontrolle gesichert
- Goldpreis hoch, Gewinn im Jahresvergleich um 120,2 % gestiegen
Nordamerika-Strategie hängt an Newmont
Während das Afrikageschäft stabilisiert ist, richtet sich der Blick nun stärker auf Nordamerika. Barrick prüft einen Spin‑off großer nordamerikanischer Vermögenswerte, darunter den 61,5‑prozentigen Anteil an Nevada Gold Mines (NGM) und das Projekt Fourmile. Ein Börsengang dieser Assets könnte den Wert transparenter machen und bislang verborgene Teile der Story heben.
Allerdings gibt es einen entscheidenden Haken: Joint‑Venture‑Partner Newmont besitzt ein Vorkaufsrecht auf diese Beteiligungen. Ohne Zustimmung von Newmont ist der geplante Spin‑off kaum zu realisieren. Das macht die Gespräche zwischen beiden Seiten zu einem zentralen Risikofaktor der Nordamerika-Strategie. Anleger müssen einkalkulieren, dass sich der Prozess verzögern oder in veränderter Form umgesetzt werden könnte.
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Rückenwind vom Goldpreis und institutionelles Interesse
Das Umfeld spielt Barrick derzeit in die Karten. Der Goldpreis notiert um 4.988 US‑Dollar je Unze. Zudem hat Goldman Sachs seine Prognose für Dezember 2026 auf 5.400 US‑Dollar angehoben. Ein höherer Goldpreis schlägt bei einem Produzenten wie Barrick direkt auf Umsatz und Marge durch. Das spiegelt sich auch in der Gewinnentwicklung wider: Der Konzern konnte seinen Profit im Jahresvergleich um 120,2 % steigern.
Institutionelle Investoren reagieren. So hat Towarzystwo Funduszy Inwestycyjnych Allianz Polska S.A. seine Position im dritten Quartal um 55,1 % ausgebaut und hält nun 105.500 Aktien. Solche Bewegungen deuten darauf hin, dass große Adressen die aktuelle Mischung aus operativem Fortschritt, Kapitalrückflüssen und Rohstoffumfeld positiv bewerten.
Bewertung und Analystensicht
Der kräftige Kursanstieg hat jedoch auch Schattenseiten. Die Aktie liegt inzwischen über dem durchschnittlichen Analystenkursziel. Der Konsenswert von 46,91 US‑Dollar signalisiert vom letzten US‑Schlusskurs aus ein rechnerisches Rückschlagpotenzial von rund 8 %. Das spricht dafür, dass ein Teil der guten Nachrichten bereits eingepreist ist.
Gleichzeitig bleibt der Analystenblick überwiegend konstruktiv. Insgesamt liegen 17 Kaufempfehlungen und 2 Halteempfehlungen vor. Die DZ Bank geht sogar noch einen Schritt weiter und hat den Titel auf „Strong Buy“ hochgestuft. Zwischen Kursniveau und Zielmarken klafft damit zwar eine Lücke, doch die Mehrheit der Experten sieht die strategischen Weichenstellungen und das Goldumfeld weiterhin als tragfähige Basis.
Fazit: Fundament gestärkt, Verhandlungen entscheidend
Unterm Strich hat Barrick in kurzer Zeit mehrere entscheidende Stellschrauben bewegt: Ein deutlich ausgeweitetes Rückkaufprogramm, eine höhere Dividende, die Lösung des Mali‑Konflikts, ein erfahrener neuer CFO und ein starkes Goldpreisumfeld. Dazu kommt eine bemerkenswerte Gewinnsteigerung, die dem Kursanstieg eine fundamentale Grundlage gibt.
Für die nächsten Monate rückt nun vor allem ein Punkt in den Vordergrund: Der Umgang mit Newmont und die Frage, ob und wie der geplante Spin‑off der nordamerikanischen Assets umgesetzt werden kann. Gelingt hier eine konstruktive Lösung, könnte Barrick zusätzlichen Wert freilegen – bleibt der Prozess hängen, dürfte der Markt verstärkt auf Cashflows, Goldpreis und Kapitalrückflüsse achten, um die aktuelle Bewertung zu rechtfertigen.
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