Barrick zieht die Führungsetage neu auf – und das nicht aus Routine. Kurz vor der geplanten Abspaltung des Nordamerika-Geschäfts und mitten in einem Streit mit Partner Newmont schärft der Goldkonzern seine Kompetenzen bei Recht, Regulierung und politischem Umfeld. Was steckt hinter den neuen Top-Positionen – und warum kommt der Schritt genau jetzt?

Neue Rollen, klare Prioritäten

Am Dienstag ernannte Barrick zwei Führungskräfte in neu geschaffene C-Level-Positionen. James J. McGuire wird Chief Legal and Policy Officer, Woo Lee übernimmt als Chief Global Affairs Officer. Beide berichten direkt an CEO Mark Hill und ziehen in das Executive Committee ein.

McGuire soll die Bereiche Recht, Compliance, Regulierung und Public Policy bündeln. Parallel wird Poupak Bahamin zur General Counsel und Chief Compliance Officer – bleibt also ebenfalls nah an den zentralen Entscheidungswegen.

Woo Lee bringt laut Barrick mehr als 30 Jahre Erfahrung als US-Diplomat mit Stationen in Washington sowie in China und Ostasien mit. Barrick betont, die Personalien spiegelten einen stärkeren Fokus auf Regierungsbeziehungen und Public Policy als Kernfähigkeiten wider. Übersetzt: Wenn die nächsten Schritte politisch und regulatorisch heikel werden, will man oben am Tisch die passenden Spezialisten sitzen haben.

IPO-Vorbereitung als Taktgeber

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Erst Anfang Februar hatte der Verwaltungsrat laut Berichten die ersten Vorbereitungen für einen Börsengang der Nordamerika-Sparte angestoßen. Die intern als „NewCo“ bezeichnete Einheit soll unter anderem Barricks 61,5%-Anteil an Nevada Gold Mines, das Fourmile-Projekt in Nevada und die Pueblo-Viejo-Mine in der Dominikanischen Republik umfassen. Geplant ist demnach, später 2026 rund 10% bis 15% der neuen Gesellschaft zu platzieren.

Flankiert wurde das Vorhaben von starken operativen Schlagzeilen aus der Q4-Mitteilung: Barrick meldete Rekordwerte, erhöhte die Dividende kräftig und kaufte 2025 Aktien im Volumen von 1,5 Milliarden US-Dollar zurück. Für 2026 nannte das Unternehmen zudem eine Produktions- und Kostenprognose (Goldproduktion 2,90–3,25 Mio. Unzen; AISC 1.760–1.950 US-Dollar je Unze, auf Basis eines angenommenen Goldpreises von 4.500 US-Dollar).

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Streit mit Newmont: Risiko für die Abspaltung

Zusätzliche Komplexität bringt der Konflikt mit Newmont, dem Partner im Joint Venture Nevada Gold Mines. Newmont hat laut mehreren Medienberichten am 20. Februar eine Default-Mitteilung eingereicht. Der Vorwurf: Es seien Ressourcen aus dem Joint Venture abgezogen worden, um Barricks eigenes Fourmile-Projekt zu begünstigen.

Brisant ist dabei die Fristlogik: Unter dem Joint-Venture-Vertrag hat Barrick 30 Tage, um das Thema zu beheben oder Gegenmaßnahmen einzuleiten. CEO Mark Hill sagte dazu, man widerspreche den Vorwürfen, sei in der öffentlichen Kommunikation aber durch die Vertragsbedingungen eingeschränkt.

Für die geplante Nordamerika-Abspaltung ist das relevant, weil Newmont laut Berichten die Auffassung vertritt, eine Börsennotierung der Einheit erfordere seine Zustimmung – und Newmont habe zudem bereits Interesse an Barricks Nevada-Assets signalisiert.

Kursbild: Langfristig stark, kurzfristig ruhiger

In den bereitgestellten Daten notiert die Aktie heute bei 42,05 Euro und damit leicht unter dem Vortag. Auffällig bleibt die größere Perspektive: Auf 12 Monate steht ein Plus von 138,95% zu Buche – ein Hinweis darauf, dass der Markt die strategische Neuausrichtung und das Goldumfeld zuletzt deutlich positiv eingepreist hat.

Zum Schluss läuft alles auf einen Punkt hinaus: Barrick stellt sich personell so auf, dass IPO-Vorbereitung und Newmont-Streit parallel gemanagt werden können. Der nächste konkrete Prüfstein ist dabei die 30-Tage-Frist aus der Default-Mitteilung von Newmont vom 20. Februar – sie setzt den Takt für die kurzfristigen Schritte in dem Konflikt und damit indirekt auch für die IPO-Agenda.

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