Barrick Aktie: Gemischtes Bild
Barrick arbeitet sich aus einer schweren Krise in Mali heraus, treibt parallel eine Expansion in Ägypten voran – und kassiert gleichzeitig einen deutlichen Dämpfer von Analystenseite. Operative Fortschritte stehen damit einer wachsenden Skepsis gegenüber. Für Anleger entsteht ein Bild, das alles andere als eindeutig ist.
Teure Befriedung in Mali
Nach einem monatelangen Konflikt mit der Regierung in Mali hat Barrick wieder die operative Kontrolle über den wichtigen Loulo-Gounkoto-Goldkomplex übernommen. Vorausgegangen war eine seit Januar 2025 andauernde Suspendierung der Förderung, in deren Verlauf der Staat zeitweise die Kontrolle über die Mine übernommen hatte.
Die Einigung hat allerdings ihren Preis: Barrick zahlt rund 430 Millionen US‑Dollar, um offene Forderungen zu begleichen und die Grundlage für den Neustart zu schaffen. Mit der Rückgewinnung der Kontrolle verschwindet zwar ein zentrales politisches Risiko, gleichzeitig wird nun klar, wie teuer die Sicherung dieses Kernassets tatsächlich ist. Zuvor musste der Konzern Loulo‑Gounkoto zeitweise komplett aus seiner Produktionsprognose streichen.
Expansion in Ägypten, aber Führungslücke
Während der Mali-Konflikt bereinigt wird, richtet Barrick den Blick nach vorne. Das Unternehmen treibt ein Explorationsprogramm in der ägyptischen Ostwüste voran. Interims-CEO Mark Hill hat sich dazu kürzlich mit dem ägyptischen Minister für Erdöl und Bodenschätze getroffen.
Im Mittelpunkt standen neue, für internationale Bergbaukonzerne attraktivere Vertragsmodelle für die Rohstoffförderung. Diese deuten auf ein investorenfreundlicheres Umfeld hin und könnten dem Projekt zusätzliche Dynamik geben. Gleichzeitig liegt genau hier ein Unsicherheitsfaktor: Die strategische Ausrichtung wird derzeit von einem Übergangsmanager verantwortet. Hill übernahm im September 2025 nach dem überraschenden Abgang des vorherigen Vorstandschefs, während der Aufsichtsrat weiter nach einer dauerhaften Lösung sucht.
Analysten treten auf die Bremse
Trotz der operativen Fortschritte sendet die Analystenseite ein deutlich vorsichtigeres Signal. Zacks Research hat die Barrick-Aktie von „strong-buy“ auf „hold“ abgestuft. Das ist eine klare Kehrtwende und deutet darauf hin, dass die Experten kurzfristig begrenztes Aufwärtspotenzial sehen – trotz des erfolgreichen Mali-Deals und der Wachstumspläne in Ägypten.
Brisant ist der Kontrast zur allgemeinen Stimmung im Goldsektor. Viele Produzenten profitieren von historisch hohen Goldpreisen, was häufig mit einer regelrechten „Goldgräberstimmung“ bei Minenwerten verbunden ist. Im Fall von Barrick mahnt der Downgrade jedoch zur Zurückhaltung und lenkt den Blick stärker auf Risiko- und Kostenseite.
Aktuelle Marktlage der Aktie
An der Börse spiegelt sich diese Mischung aus Fortschritten und Fragezeichen in einer starken, aber bereits weit gelaufenen Aufwärtsbewegung wider. Der Kurs liegt mit 42,89 Euro auf einem frischen 52‑Wochen‑Hoch und rund 69 % über dem 200‑Tage‑Durchschnitt, während der 12‑Monats‑Anstieg bei knapp 179 % liegt – ein Hinweis darauf, dass der Wert nach der Rally anfällig für Stimmungsumschwünge geworden ist.
Die Stellschrauben für die nächsten Monate
Mehrere Faktoren bestimmen derzeit das Bild der Barrick-Aktie:
- Mali-Lösung: Die Rückerlangung der Loulo‑Gounkoto-Mine sichert ein zentrales Produktionsasset – allerdings um den Preis einer hohen Einmalzahlung.
- Ägypten-Projekt: Die Explorationsaktivitäten in der Ostwüste profitieren von einem wettbewerbsfähigeren Vertragsrahmen und könnten langfristig zusätzliche Reserven erschließen.
- Führungssituation: Wichtige Weichenstellungen erfolgen unter einem Interims-CEO, während die Suche nach einer dauerhaften Führungslösung läuft.
- Analysten-Stimmung: Die Abstufung durch Zacks von „strong-buy“ auf „hold“ bremst die bisher sehr positive Erwartungshaltung ab.
Im Zusammenspiel ergibt sich ein anspruchsvolles Setup: Operativ reduziert Barrick politische Risiken und öffnet neue Wachstumspfade, gleichzeitig erhöhen hohe Konfliktkosten, eine ungeklärte Führungsfrage und abkühlende Analystenstimmen die Fallhöhe nach dem starken Kursanstieg. Wie überzeugend der künftige dauerhafte CEO diese Konstellation in eine stabile Wachstumsstory überführt, dürfte maßgeblich bestimmen, ob die aktuelle Bewertung auf diesem erhöhten Niveau zu halten ist.
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