ASML Aktie: Rally vor Zahlen
Die ASML-Aktie hat seit Jahresbeginn deutlich zugelegt und notiert kurz vor den Q4-Zahlen nahe am Allzeithoch. Getrieben wird der Kurs vor allem von massiven Investitionsplänen wichtiger Kunden und anhaltendem Optimismus rund um KI-Infrastruktur. Wie solide ist diese Rally kurz vor dem Zahlenbericht?
Starker Lauf bis nahe Allzeithoch
Die Aktie handelt in der Nähe des 52‑Wochen-Hochs von 1.398,80 US‑Dollar und schloss am 23. Januar bei 1.389,04 US‑Dollar. Seit Jahresbeginn 2026 ergibt sich damit ein Plus von rund 30 % – deutlich mehr als der breite US‑Markt und der Technologiesektor.
Die Marktkapitalisierung liegt inzwischen bei rund 538 bis 546 Milliarden US‑Dollar. Damit zählt ASML zu den wertvollsten Tech-Unternehmen weltweit und ist aktuell Europas wertvollstes Unternehmen.
TSMC treibt Investitionsfantasie
Ein wesentlicher Auslöser der jüngsten Kursrally ist die neue Investitionsplanung von Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC). Der weltweit führende Auftragsfertiger für Chips will seine Investitionsausgaben 2026 auf 52 bis 56 Milliarden US‑Dollar erhöhen. Das entspricht einem Anstieg um 32 % gegenüber 40,8 Milliarden US‑Dollar im Vorjahr.
Als zentraler Ausrüster von TSMC und weltweit einziger Hersteller von EUV-Lithografiesystemen profitiert ASML direkt von diesem Capex-Schub.
Wichtige Treiber der ASML-Rally im Überblick:
- TSMC-Capex 2026: 52–56 Mrd. US‑Dollar, +32 % gegenüber dem Vorjahr
- Morgan-Stanley-Bull-Case: Kursziel-Szenario bis 2.000 Euro, rund 70 % Aufwärtspotenzial
- Bernstein-Kursziel: Anhebung von 1.528 auf 1.642 US‑Dollar
- Speicherchip-Rückenwind: Erwarteter Anstieg der Speicherpreise um 40–50 % im Q1 2026
- US‑Taiwan-Abkommen: Investitionszusagen taiwanischer Tech-Konzerne von 250 Mrd. US‑Dollar in den USA
Diese Faktoren stärken die Erwartung, dass die Nachfrage nach Hochtechnologie-Lithografie- und Depositionsanlagen in den kommenden Jahren hoch bleibt.
Quartalsausblick: Deutliches Wachstum erwartet
ASML legt die Zahlen für das vierte Quartal 2025 am 28. Januar vor. Analysten rechnen mit einem Ergebnis von 8,84 US‑Dollar je Aktie, was einem Wachstum von 21,1 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht.
Beim Umsatz erwarten Konsensschätzungen 11,06 Milliarden US‑Dollar, ein Plus von 11,9 % im Jahresvergleich.
Für das Gesamtjahr 2025 liegen die Konsensprognosen bei rund 24,78 Euro Gewinn je Aktie (etwa 29,01 US‑Dollar zum aktuellen Wechselkurs).
Analysten bleiben klar positiv
Mehrere große Investmentbanken stützen den positiven Marktblick auf ASML.
Morgan Stanley hat den europäischen Halbleitersektor auf „Overweight“ hochgestuft und nennt ASML als einen der Hauptprofiteure der stark steigenden Investitionen in KI-Infrastruktur. Die Bank hält es für möglich, dass sich der Gewinn je Aktie von 2025 bis 2027 nahezu verdoppelt und 46 Euro erreichen könnte.
Bank of America betont, dass TSMCs neue Capex-Prognose die bisherigen Erwartungen „deutlich übertroffen“ habe. Daraus leitet die Bank kurzfristiges Aufwärtspotenzial für ASML ab, da EUV-Systeme und fortgeschrittene Depositionsanlagen eine Schlüsselrolle für Effizienzgewinne in modernen Fertigungen spielen.
JPMorgan verweist zudem auf robuste Auftragserwartungen aus dem Speicherbereich: Samsung als einziger großer DRAM-Hersteller mit verfügbarer Reinraumkapazität dürfte seine Bestellungen im laufenden Quartal besonders stark ausweiten. Auch TSMC-Bestellungen werden als solide eingeschätzt.
Bewertung hoch, aber wachstumsunterlegt
Mit einem Forward-KGV von rund 45 wird ASML deutlich über dem Durchschnitt der Halbleiterzulieferer gehandelt. Das PEG-Ratio liegt je nach Quelle zwischen etwa 1,83 und 2,54.
Morningstar sieht den fairen Wert der Aktie bei 1.000 Euro. Aus dieser Perspektive wirkt der Titel auf dem aktuellen Kursniveau ambitioniert bewertet. Gleichzeitig erkennt Morningstar an, dass ASML weiter vom Ausbau der KI-Infrastruktur profitieren dürfte, insbesondere durch zusätzliche Kapazitäten bei TSMC für High-End-KI-Chips.
KI bleibt zentrale Langfriststory
Der langfristige Investmentcase der Aktie baut vor allem auf dem globalen Ausbau der KI-Infrastruktur auf. Als alleiniger Anbieter von EUV-Lithografiesystemen, die für die Fertigung modernster KI-Chips benötigt werden, nimmt ASML eine Schlüsselrolle in der Halbleiter-Lieferkette ein.
Bernstein rechnet mit strukturellem Nachfragewachstum mindestens bis 2028/2029. Für 2026 erwartet das Haus ein kräftiges Wachstum im Geschäft mit Anlagen für fortschrittliche Logikchips von rund 30 %. Zusätzlich dürfte die Nachfrage weiter anziehen, sobald neue Reinräume bei Kunden fertiggestellt und mit Equipment bestückt werden können.
Die anstehenden Q4-Zahlen und der Ausblick von ASML werden damit zu einem wichtigen Test dafür, ob das hohe Wachstumstempo und die aktuell eingepreisten Erwartungen an die KI-getriebene Nachfrage mittelfristig gehalten werden können.
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