Die ASML-Aktie eilt derzeit von einem Hoch zum nächsten, befeuert durch eine Welle steigender Analystenerwartungen. Doch nun gießen Experten weiteres Öl ins Feuer: Die US-Großbank JPMorgan hat ihre Prognose drastisch nach oben korrigiert und signalisiert damit massives Vertrauen in den Halbleiterausrüster. Während die Kursziele steigen, mahnen jedoch Bewertungsmodelle zur Vorsicht – ist die Euphorie gerechtfertigt oder überhitzt der Titel?

Analysten im Überbietungswettbewerb

Treibende Kraft der jüngsten Aufmerksamkeit ist eine signifikante Anpassung durch JPMorgan. Analyst Sandeep Deshpande hob das Kursziel für ASML auf 1.518 US-Dollar an, was einen deutlichen Sprung gegenüber dem vorherigen Ziel von 1.275 US-Dollar darstellt. Diese Bewertung impliziert ein Aufwärtspotenzial von rund 20 Prozent und untermauert die Einstufung „Overweight“.

JPMorgan steht mit dieser optimistischen Sichtweise nicht allein da. Auch andere Häuser zogen nach: Jefferies erhöhte das Ziel für die in Amsterdam notierten Papiere auf 1.020 Euro, während Rothschild Redburn die Marke sogar auf 1.250 Euro anhob und zum Kauf riet. Diese konzertierten Anhebungen verdeutlichen, dass institutionelle Investoren die Marktstellung des Monopolisten für EUV-Lithografiesysteme weiterhin als extrem robust einschätzen.

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Warnsignale bei der Bewertung

Trotz der bullischen Stimmung an der Wall Street gibt es fundamentale Aspekte, die Anleger im Blick behalten sollten. Die Bewertungskennzahlen haben ein Niveau erreicht, das historisch und im Branchenvergleich als ambitioniert gilt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bewegt sich mittlerweile in einer Spanne von 44 bis 51.

Besonders das Discounted-Cash-Flow-Modell (DCF) liefert hier einen Kontrapunkt zur Analysten-Euphorie. Berechnungen zufolge liegt der theoretische faire Wert der Aktie bei etwa 950 US-Dollar. Sollte dieses Modell die Realität besser abbilden als die Marktstimmung, würde die Aktie derzeit mit einem Aufschlag von über 30 Prozent gehandelt. Dieser Diskrepanz zwischen Preis und innerem Wert stellt ein potenzielles Risiko dar, sollte das Wachstum hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Quartalszahlen als Realitätscheck

Die Entscheidung, ob die neuen Kursziele realistisch oder die Bewertungsmodelle warnende Vorboten sind, fällt voraussichtlich am 28. Januar 2026. An diesem Datum präsentiert ASML die Ergebnisse für das vierte Quartal sowie das Gesamtjahr 2025. Der Marktkonsens rechnet mit einem Gewinn je Aktie von rund 8,72 US-Dollar. Angesichts der Performance von knapp 80 Prozent in den letzten 12 Monaten liegt die Messlatte hoch: Das Unternehmen muss diese Prognosen voraussichtlich schlagen, um die Bewertung zu rechtfertigen.

Am Markt spiegelt sich diese Spannung wider. Die Aktie notiert mit 1.270,16 US-Dollar nur knapp unter ihrem kürzlich markierten 52-Wochen-Hoch von 1.281,23 US-Dollar. Ein überzeugender Quartalsbericht könnte den nötigen Impuls liefern, um diesen Widerstand endgültig zu überwinden, während eine Enttäuschung angesichts der hohen Bewertung schnell zu Gewinnmitnahmen führen dürfte.

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