ASML sorgt derzeit für ein ungewöhnliches Bild: Positive Analystenkommentare und neue Kursziele treffen auf kurzfristigen Verkaufsdruck. Nach einer starken Rally der vergangenen Monate nutzen offenbar viele Investoren die hohen Kurse, um Gewinne mitzunehmen. Im Kern prallen damit zwei Sichtweisen aufeinander – kurzfristige Vorsicht gegen langfristigen Optimismus.

Analysten werden deutlich optimistischer

Gleich mehrere große Häuser haben in dieser Woche ihre Einschätzung zu ASML nach oben geschraubt. Besonders ins Auge sticht Bernstein: Das Analystenhaus stufte die Aktie auf „Outperform“ hoch und hob das Kursziel deutlich von zuvor 800 auf nun 1.300 Euro an. Begründet wird das vor allem mit „großen Katalysatoren“ in den Jahren 2026 und 2027, die für anhaltend hohe Nachfrage nach den EUV-Lithografiesystemen sprechen sollen.

Auch Bank of America hat sich klar positioniert und eine Kaufempfehlung für den Titel ausgesprochen. Damit verstärkt sich das Bild eines breiten institutionellen Rückenwinds. Aus Analystensicht bleibt die Story intakt: Der Halbleiterzyklus soll in den kommenden Jahren in eine neue Phase eintreten, in der ASML mit seiner Schlüsseltechnologie eine zentrale Rolle spielt.

Gewinnmitnahmen nach Kursrally

Trotz dieser positiven Stimmen steht die Aktie kurzfristig unter Druck. Nach Angaben aus dem Markt wird der Rücksetzer vor allem technisch getrieben. In den vergangenen sechs Monaten legte der Wert rund 58 % zu – eine Rally, die viele Investoren nun zur Realisierung von Buchgewinnen nutzt.

Hinzu kommen gestiegene Bewertungsniveaus, die neue Käufer vorsichtiger agieren lassen. Das sorgt für ein temporäres Übergewicht auf der Verkaufsseite, obwohl sich an den fundamentalen Rahmenbedingungen aus Unternehmenssicht nichts Wesentliches verschlechtert hat. Der Chart spiegelt diese Situation wider: Mit rund 1.194 US-Dollar notiert die Aktie zwar nur knapp 4 % unter ihrem jüngsten 52‑Wochen-Hoch, gleichzeitig liegt sie aber gut über den viel beachteten Durchschnittskursen der vergangenen Monate – ein klassischer Nährboden für Gewinnmitnahmen.

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Wichtige Punkte im Überblick

  • Bernstein erhöht das Kursziel deutlich auf 1.300 Euro und sieht starke Impulse für 2026/27
  • Bank of America startet mit einer Kaufempfehlung und stützt den positiven Langfrist-Blick
  • Nach einer sechsmonatigen Rally von etwa 58 % dominieren aktuell Gewinnmitnahmen
  • Der Rückgang wirkt eher technisch als fundamental begründet

Sicherheitsvorwürfe entkräftet

Für zusätzliche Unruhe sorgten zuletzt Berichte über mögliche Sicherheitsprobleme und einen angeblichen Hack. ASML hat diese Vorwürfe jedoch klar zurückgewiesen. Das Unternehmen teilte mit, dass weder sensible Firmeninformationen offengelegt worden seien noch ein erfolgreicher Angriff stattgefunden habe.

Mit dieser Klarstellung ist ein potenzieller Belastungsfaktor vorerst vom Tisch. Damit rückt wieder stärker in den Vordergrund, was die Bewertung tatsächlich treibt: die Erwartungen an den weiteren Halbleiterzyklus und die Rolle von ASML in den Jahren ab 2026.

Kurzfristiger Druck, langfristige Story

Unterm Strich zeigt sich ein Spannungsfeld zwischen kurzfristiger Marktmechanik und langfristiger Perspektive. Auf der einen Seite stehen Anleger, die nach dem starken Kursanstieg der vergangenen Monate Kasse machen und den Titel auf hohem Niveau abbremsen. Auf der anderen Seite signalisieren die jüngsten Analystenstudien deutlich, dass sie ASML strukturell weiter im Vorteil sehen – mit möglichen Nachfrageimpulsen in der zweiten Hälfte der Dekade.

In den kommenden Monaten wird entscheidend sein, wie sich die Halbleiternachfrage konkret entwickelt und ob die erwarteten Katalysatoren für 2026 und 2027 an Kontur gewinnen. Dann wird sich zeigen, ob der aktuelle Rücksetzer nur eine Verschnaufpause innerhalb eines größeren Aufwärtstrends bleibt oder ob die Bewertung weiter bereinigt werden muss.

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