ASML startet mit Rückenwind ins neue Börsenjahr. Nach einer deutlichen Kurskorrektur in den vergangenen Tagen sorgt nun ein seltener „Doppelsprung“ bei einer Analystenbewertung für frischen Schwung. Im Zentrum steht die Frage: Reicht diese neu entfachte Zuversicht, um den jüngsten Rücksetzer wieder auszugleichen?

Starker Stimmungsumschwung bei Aletheia Capital

Auslöser der Bewegung ist eine Studie von Aletheia-Capital-Analyst Warren Lau. Er hebt seine Einschätzung nicht schrittweise, sondern direkt von „Sell“ auf „Buy“ an – ein klassisches „Double Upgrade“. Parallel dazu verdoppelt er das Kursziel von 750 auf 1.500 US-Dollar, was aus seiner Sicht weiterhin deutliches Aufwärtspotenzial signalisiert.

Die optimistische Neubewertung stützt sich im Kern auf eine deutlich angehobene Prognose für den wichtigsten Kunden TSMC. Aletheia geht davon aus, dass der taiwanische Auftragsfertiger seine Kapazitäten bis 2027 um 40 bis 50 Prozent ausbauen will. Dafür wären nach Einschätzung des Analysten 40 bis 45 EUV-Lithografiesysteme von ASML nötig.

Aus diesen Annahmen leitet Aletheia ein kräftiges Wachstum im Kerngeschäft ab: Die EUV-Umsätze von ASML sollen bis 2027 um 60 bis 70 Prozent zulegen. Damit verschiebt sich der Fokus klar auf die mittelfristige Wachstumskurve – und weniger auf kurzfristige Schwankungen im Orderverlauf.

Rückenwind durch weitere Kurszielanhebungen

Der Schritt von Aletheia blieb nicht isoliert. Mehrere große Häuser zogen am selben Tag mit eigenen Kurszielerhöhungen nach und verstärkten den positiven Impuls:

  • Citi hob das Ziel auf 1.200 Euro an und bleibt bei „Buy“.
  • Cantor Fitzgerald erhöhte auf 1.300 Euro.
  • Bank of America setzt nun 1.331 US-Dollar an.
  • Die Deutsche Bank liegt mit einem neuen Ziel bei 1.150 Euro.

Diese breite Front an Anhebungen deutet auf einen Stimmungswechsel im Analystenlager hin: Statt vor allem Risiken zu betonen, rücken wieder die strukturellen Wachstumstreiber in den Vordergrund.

Fundamental untermauert wird der Optimismus durch solide Kennzahlen: Für 2024 meldete ASML einen Umsatz von 28,3 Milliarden Euro und eine Vorsteuer-Marge von 28,2 Prozent. Zudem zeigt das Unternehmen mit laufenden Aktienrückkäufen über zuletzt mehr als 36 Millionen Euro, dass es überschüssige Mittel aktiv an die Anteilseigner zurückgibt.

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KI-Infrastruktur als Langfristtreiber

Die Neubewertung findet vor dem Hintergrund eines globalen Investitionsbooms in KI-Infrastruktur statt. Modernste Rechenzentren brauchen Hochleistungs-Chips – und für deren Produktion ist ASML mit einem Marktanteil von rund 90 Prozent bei fortgeschrittener Lithografie praktisch gesetzt.

Chipdesigner wie Nvidia und AMD stellen für die kommenden Jahre milliardenschwere Investitionsprogramme in Aussicht. Davon profitiert ASML direkt über die Nachfrage nach High-NA- und Standard-EUV-Anlagen, die für die Fertigung der jeweils neuesten Strukturbreiten unverzichtbar sind.

Gleichzeitig ist die Aktie kein Schnäppchen: Das Papier wird auf Basis der Schätzungen mit einem Forward-KGV im Bereich von etwa 38 bis 41 gehandelt und damit deutlich über Branchenschnitt. Anleger zahlen also klar für den breiten Burggraben und die dominante Marktstellung.

Kurzfristige Belastungsfaktoren blendet der Markt aktuell eher aus. Dazu zählt etwa der Rückgang der China-Umsätze um 23,6 Prozent im dritten Quartal 2025. Entscheidend ist für viele Investoren offenbar, dass die Nachfrage nach DUV-Systemen stabil bleibt und technologische Meilensteine erreicht werden: TSMC hat im vierten Quartal 2025 die Massenproduktion von 2nm-Chips (N2) gestartet und ist damit laut Berichten der einzige externe Anbieter auf diesem Technologieknoten – ein Szenario, das den Bedarf an der neuesten ASML-Generation zusätzlich stützt.

Kursbild und nächste Termine

Charttechnisch ist die Lage gemischt: Auf Sicht von zwölf Monaten liegt die ASML-Aktie mit rund 37 Prozent im Plus, hat aber in der vergangenen Woche spürbar korrigiert und notiert mit etwa 935 Euro gut 15 Prozent unter dem 52‑Wochen-Hoch von 1.106 Euro. Gleichzeitig handelt der Titel noch deutlich über der 200‑Tage-Linie, was den übergeordneten Aufwärtstrend bestätigt.

Für die weitere Entwicklung sind zwei Termine in diesem Monat zentral. Am 15. Januar 2026 gibt TSMC auf seiner Investorenkonferenz einen Ausblick auf die Investitionsbudgets für 2026 und 2027 – genau die Größen, auf denen die Aletheia-These basiert. Am 28. Januar 2026 folgt dann ASML selbst mit Quartalszahlen und neuen Auftragsdaten, insbesondere für High‑NA‑EUV-Systeme. Erst wenn sich die erwartete Kapazitätserweiterung dort messbar im Auftragseingang widerspiegelt, dürfte der jüngste Stimmungsumschwung als nachhaltig gelten.

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