Nach einem abrupten Rücksetzer zu Wochenbeginn hat sich die Arafura-Rare-Earths-Aktie wieder gefangen. Auslöser der Schwäche war nicht eine Nachricht aus dem Unternehmen selbst, sondern ein Vertrauensschock im gesamten Seltenerdensektor nach dem angekündigten CEO-Rücktritt bei Lynas. Parallel dazu sorgen neue australische Fördermaßnahmen für eine stabilere Perspektive – reicht das, um den jüngsten Rückgang einzuordnen?

Druck durch Lynas-Personalie

Am Montag rutschte der Kurs um 9,23 % ab. Hintergrund war die Meldung, dass Amanda Lacaze, langjährige CEO von Lynas Rare Earths, nach zwölf Jahren an der Spitze zurücktritt. Als größter nicht-chinesischer Produzent setzt Lynas tonangebende Signale für die Branche – entsprechend stark fiel die Reaktion im gesamten Segment aus, Arafura inklusive.

Die Bewegung war deutlich von erhöhten Umsätzen begleitet: Am 13. Januar wechselten 64,1 Millionen Arafura-Aktien den Besitzer, klar über dem üblichen Niveau. Die Aktie eröffnete bei 0,325 AUD, markierte damit zugleich das Tageshoch, fiel in der Spitze bis 0,29 AUD und schloss bei 0,295 AUD.

Am Vortag hatte der Titel noch 6,67 % auf 0,32 AUD zugelegt, am Folgetag kam es zu einer leichten Gegenbewegung um 1,69 % auf 0,30 AUD. Dabei wurde das Niveau von 0,29 AUD erneut als Unterstützung getestet.

Strategische Reserve als Rückenwind

Die Kursvolatilität traf Arafura vor dem Hintergrund eigentlich positiver politischer Signale. Bereits am 12. Januar stellte die australische Regierung eine strategische Reserve für kritische Rohstoffe im Volumen von 1,2 Mrd. AUD vor. Dabei wurden das Nolans-Projekt von Arafura, Lynas und Iluka ausdrücklich als zentrale Profiteure genannt.

Ressourcenministerin Madeleine King skizzierte mehrere Eckpunkte des Programms:

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Arafura?

  • Einrichtung von Mindestpreisen, um Produzenten vor Marktmanipulation zu schützen
  • Abschluss von Abnahmeverträgen mit festen oder variablen Preisen
  • Steuerung von Lagerhaltung sowie Einsatz von „Contracts for Difference“
  • Vollständige operative Umsetzung bis Ende 2026

Arafura-CEO Darryl Cuzzubbo begrüßte insbesondere den Mechanismus der „Contracts for Difference“ mit Preisband, der aus seiner Sicht Risiko und Ertrag zwischen Staat und Investoren ausgewogen verteilen soll.

Bereits am 3. Januar hatte der Branchenverband AMEC ein „Rare Earths Production Scheme“ vorgestellt, das gemeinsam mit zehn Projektentwicklern – darunter Arafura – erarbeitet wurde und auf mehr Preissicherheit abzielt. Die Regierung lieferte dazu am 12. Januar zusätzliche Detailinformationen.

Finanzierung und Projektstatus

Der jüngste Rückgang trifft die Aktie nach einem außergewöhnlich starken Jahr 2025. Der Kurs legte im Jahresverlauf um 134,78 % zu. Treiber waren vor allem Fortschritte bei der Finanzierung des Nolans-Projekts:

  • Kapitalerhöhung über 482 Mio. AUD Ende 2025
  • Strategische Beteiligung von Hancock Prospecting über 125 Mio. AUD; der Anteil von Gina Rinehart stieg damit auf rund 15,7 %
  • Senior-Debtfazilitäten über 775 Mio. USD plus eine 80-Mio.-USD-Cost-Overrun-Fazilität, zusammen 855 Mio. USD an vorrangigen Kreditlinien
  • Zusätzlich eine nachrangige Standby-Liquiditätsfazilität über 200 Mio. USD
  • Unterstützung durch Exportkreditagenturen: Export Finance Australia, US Export-Import Bank und den deutschen Rohstofffonds

Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 1,37 Mrd. AUD. Anleger bewerten damit bereits erhebliche Erwartungen an die endgültige Investitionsentscheidung (Final Investment Decision, FID) für Nolans ein, die für das erste Quartal 2026 geplant ist.

Technik und Ausblick

Charttechnisch hat sich die Zone um 0,29 AUD als wichtige Unterstützung etabliert, nachdem der Versuch eines Ausbruchs über 0,32 AUD gescheitert ist. Die erhöhten Umsätze während des Rückgangs deuten darauf hin, dass größere Adressen ihre Positionierung angepasst haben und ein Teil dieses Verkaufsdrucks nun verarbeitet ist.

Mit der eingepreisten Führungstransition bei Lynas und den konkretisierten Regierungsprogrammen rückt der Fokus wieder stärker auf die nächste zentrale Wegmarke bei Arafura: die FID für das Nolans-Projekt. Von dieser Entscheidung hängt ab, ob der Bau der geplanten ersten vollintegrierten australischen „Ore-to-Oxide“-Anlage für Seltenerdoxide beginnt, die eine jährliche Produktion von 4.440 Tonnen NdPr-Oxid anstrebt.

Das makroökonomische Umfeld bleibt für Seltenerdprojekte grundsätzlich unterstützend. Chinesische Exportbeschränkungen bei Permanentmagneten treffen auf anhaltende Nachfrage aus der Elektroauto- und Windkraftindustrie. Prognosen gehen davon aus, dass die weltweite Nachfrage nach Seltenerden in den kommenden zehn Jahren etwa auf das Doppelte steigt – vor diesem Hintergrund erhält die anstehende Investitionsentscheidung bei Arafura zusätzliches Gewicht.

Arafura-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Arafura-Analyse vom 15. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Arafura-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Arafura-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Arafura: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...