Apple Aktie: Neuer Zyklus
Apple startet ins neue Jahr mit einem ungewohnten Mix aus strategischem Umbau, Bewertungsdebatte und regulatorischem Gegenwind. Nach einem eher durchwachsenen Börsenjahr rückt weniger der Kurs, sondern vor allem die Frage in den Vordergrund, wie belastbar das Geschäftsmodell jenseits klassischer Hardware ist. Im Zentrum stehen ein radikal veränderter iPhone-Fahrplan, schwächere Dynamik bei Vision Pro und Watch – und ein deutlich reduzierter Anteil eines prominenten Großaktionärs.
iPhone-Strategiewechsel statt Jahresrhythmus
Die wichtigste operative Neuerung betrifft den bisherigen Herzschlag des Konzerns: den jährlichen iPhone-Release-Zyklus. Berichte vom 1. Januar 2026 deuten darauf hin, dass es in diesem Kalenderjahr kein klassisches iPhone 18 Basismodell geben wird. Damit bricht Apple erstmals mit der Gewohnheit, jedes Jahr eine neue Generation des Standard-iPhones vorzustellen.
Stattdessen stellt der Konzern den Fahrplan auf ein gestaffeltes Modell um. Der aktuelle Ausblick:
- Herbst 2026: iPhone 18 Pro, iPhone 18 Pro Max sowie ein neues faltbares iPhone
- Frühjahr 2027: Nachgelagerte Einführung des Standard-iPhone 18, dazu ein iPhone 18e und ein iPhone Air 2
Das Ziel dieser Umstellung: Die immer komplexere Produktpalette soll logistisch besser beherrschbar werden, gleichzeitig will Apple die Unterschiede zwischen Pro- und Nicht-Pro-Geräten stärker herausarbeiten. Für Anleger ist das ein deutliches Signal, dass der Konzern seinen Innovations- und Release-Rhythmus neu ordnet, um Margen und Zielgruppenansprache zu optimieren.
Vision Pro und Watch: Gegenwind im Hardware-Geschäft
Parallel dazu zeigen sich Bremsspuren in weiteren Hardware-Segmenten. Im Bereich Mixed Reality hat Apple nach aktuellen Berichten Produktion und Ausgaben für das Headset Vision Pro zurückgefahren. Trotz jüngster Produktverbesserungen blieben die Verkaufszahlen hinter den Erwartungen zurück, sodass Apple seine Ausstoßplanung kurzfristig nach unten anpassen musste.
Auch bei den Wearables läuft es nicht rund. Die Apple Watch Series 11 wird bereits wenige Monate nach Marktstart mit deutlichen Preisnachlässen verkauft. Große Händler gewähren Rabatte von bis zu 25 %, um Lagerbestände abzubauen; die Aluminium-Modelle mit 42 mm und 46 mm Gehäuse erreichen dabei neue Tiefstpreise. Diese aggressive Preissetzung deutet auf eine schwächere Nachfrage nach der 2025er-Generation hin, als das Management offenbar ursprünglich einkalkuliert hatte.
Für die Gesamtstory bedeutet das: Die Hardware-Sparte, lange Wachstumsmotor und Profitbringer, liefert aktuell weniger Rückenwind, während neue Kategorien wie Vision Pro ihren Durchbruch noch schuldig bleiben.
Hohe Bewertung und Buffetts Rückzug
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Auf der Bewertungsseite bleibt die Aktie ein Streitfall. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 36,6 stuft die American Association of Individual Investors (AAII) den Titel als „ultra-teuer“ ein. Auch das Kurs-Buchwert-Verhältnis von etwa 54,5 liegt deutlich über den Durchschnittswerten im Technologiesektor. Die Börse preist damit ein beträchtliches künftiges Gewinnwachstum ein – vor allem aus Diensten und KI-Angeboten.
Brisant: Diese ambitionierte Bewertung fällt in eine Phase spürbarer Verkäufe durch Berkshire Hathaway. Unter Warren Buffett, der zum 1. Januar 2026 als CEO abgetreten ist, hat die Beteiligungsgesellschaft ihre Apple-Position in den vergangenen zwei Jahren mehr als halbiert. Zwar bleibt Apple mit rund 65,1 Milliarden US-Dollar noch immer die größte Einzelposition im Berkshire-Portfolio (etwa 21 %), doch die konsequenten Verkäufe signalisieren, dass selbst ein bisheriger „Ankeraktionär“ das Chance-Risiko-Profil mittlerweile anders gewichtet als in den Boomjahren.
Ergebnisse, KI-Abo und EU-Druck
Der nächste harte Test steht bereits fest: Am 29. Januar 2026 will Apple die Zahlen für das erste Geschäftsquartal 2026 vorlegen. Analysten rechnen mit einem Umsatz von rund 138,25 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von etwa 11 % im Jahresvergleich entsprechen würde. Der Gewinn je Aktie (EPS) wird in einer Spanne von 2,65 bis 2,67 US-Dollar erwartet.
Besonders im Fokus steht dabei das neue Abo-Modell „Apple Intelligence Pro“, das Ende 2025 mit einem monatlichen Preis von 9,99 US-Dollar gestartet ist. Die anstehenden Quartalszahlen liefern erstmals einen klaren Blick darauf, ob die Kunden bereit sind, für zusätzliche KI-Funktionen regelmäßig zu zahlen – und ob diese Erlöse die hohen Erwartungen an das Servicewachstum untermauern.
Zeitgleich verschärft sich der regulatorische Rahmen in Europa. Zum 1. Januar 2026 hat Apple zur Umsetzung des Digital Markets Act (DMA) in der EU ein neues Gebührenmodell eingeführt: die sogenannte „Core Technology Commission“. Diese sieht eine Kommission auch für digitale Käufe vor, die außerhalb des App Stores erfolgen. So versucht Apple, die Profitabilität des Servicegeschäfts zu schützen, gerät damit aber in Konflikt mit EU-Regulierern, die bereits mit Strafzahlungen von bis zu 5 % des täglichen Umsatzes gedroht haben, sollten die Vorgaben nicht ausreichend eingehalten werden.
Technisches Bild und Markterwartung
An der Börse spiegelt sich dieses Spannungsfeld aus hoher Bewertung und operativen Fragezeichen bislang nur begrenzt in der Kursentwicklung wider. Die Aktie schloss das Jahr 2025 bei 271,86 US-Dollar und liegt damit nur knapp unter dem jüngsten 52-Wochen-Hoch; gleichzeitig hat sie sich deutlich von ihrem Tief im Jahresverlauf entfernt. Der Kurs notiert klar oberhalb der mittelfristigen Durchschnittslinien, während der RSI mit 56,7 auf ein neutral bis leicht positives Momentum hinweist.
Auffällig ist die Diskrepanz zwischen im Wesentlichen stagnierenden Hardware-Stückzahlen 2025 und den hohen Bewertungsmultiplikatoren. Der Markt unterstellt bereits heute deutliche Zusatzgewinne aus KI- und Serviceangeboten, die sich in den kommenden Quartalen erst noch voll in den Zahlen zeigen müssen. Entscheidend wird, ob der neue iPhone-Fahrplan, das „Apple Intelligence Pro“-Abo und das angepasste Gebührenmodell in der EU diese Vorschusslorbeeren in belastbares Wachstum und stabile Margen übersetzen können – das Q1-Update Ende Januar liefert dafür den ersten klaren Gradmesser.
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