AMD startet mit viel Vorschusslorbeeren ins neue Jahr. Nach einem starken Lauf 2025 richtet sich der Blick nun auf die CES-Keynote von CEO Dr. Lisa Su in Las Vegas. Dort will das Unternehmen seine AI-Strategie von der Cloud bis zum Endgerät schärfen – und muss damit hohen Erwartungen von Wall Street und Tech-Branche gerecht werden.

CES 2026: Bühne für die AI-Story

Heute Abend (Ortszeit) eröffnet Lisa Su offiziell die CES 2026 im Palazzo Ballroom im Venetian. Im Mittelpunkt steht laut AMD die Vision für künftige KI-Lösungen über alle Ebenen hinweg: Rechenzentren, Unternehmen, Edge-Anwendungen und Consumer-Geräte.

Branchenleaks und Analysten erwarten mehrere zentrale Produktankündigungen:

  • Ryzen AI 400 Serie („Gorgon Point“)
    Neue Mobile-Prozessoren auf Basis von TSMCs 4nm-Fertigung und Chiplet-Design. Das Topmodell Ryzen AI 9 HX 470 soll mit RDNA‑3.5‑Grafik (Radeon 890M) rund 15–20 % mehr Leistung als die bisherigen Strix-Point-Chips liefern.

  • Ryzen 9000G Serie
    Desktop-APUs auf Zen‑5‑Basis für den Massenmarkt, mit Fokus auf integrierte Grafik und AI-Funktionen im Alltagssystem.

  • AI-PC-Roadmap
    Vor dem Hintergrund von Gartners Prognose, wonach der Anteil von AI-PCs 2026 von 31 % auf 55 % steigen soll, bekommt die Client-Sparte besondere Bedeutung. Sie steuert aktuell rund 31 % der Erlöse der letzten zwölf Monate bei – zusätzliche Design-Wins könnten hier deutlich nachwirken.

Parallel dazu tritt AMD auf der Messe mit dem Format „AMD Advancing Automotive“ auf. Gezeigt werden Lösungen für Fahrerassistenzsysteme (ADAS), digitale Cockpits und In-Car-Computing auf Basis der Versal AI Edge Gen 2 und Ryzen Embedded Prozessoren. Kooperationspartner wie StradVision, Seyond, Microsoft und Siemens sollen unterstreichen, dass die AI-Strategie klar über klassische PCs und Server hinausgeht.

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Marktstimmung und Analysten

An der Börse ist die Ausgangslage vor der Keynote klar: Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten deutlich zugelegt und markiert heute mit 229,70 US‑Dollar ein neues 52‑Wochen-Hoch. Der Kurs liegt damit rund 222 % über dem Tief vom April 2025 – das spiegelt die gestiegene Zuversicht in AMDs AI-Positionierung wider.

Auf Analystenseite dominiert Optimismus. Das Konsensbild:

  • 28 Kauf- und 8 Halteempfehlungen, insgesamt ein klares „Strong Buy“-Votum
  • Konsens-Kursziel zwischen 277 und 285 US‑Dollar, was etwa 25–32 % Aufwärtspotenzial signalisiert
  • TD Cowen führt AMD als Top-AI-Wert mit Ziel 290 US‑Dollar
  • Cantor Fitzgerald sieht 300 US‑Dollar, gestützt auf anhaltend starke AI-Infrastrukturinvestitionen
  • Wells Fargo liegt mit 345 US‑Dollar am oberen Ende und verweist auf Rückenwind im Datacenter-Geschäft

Das Research-Haus Wedbush bezeichnet die heutige CES-Rede explizit als „sehr wichtig“ und erwartet „signifikante“ technologische Verbesserungen bei den Ryzen-Produkten, die die Einführung im Unternehmensumfeld beschleunigen könnten. Die Kernbotschaft: Die Keynote gilt als frühe Bewährungsprobe, ob AMD die hohe Erwartungshaltung im AI-Zyklus bedienen kann.

2025: Starkes Fundament für 2026

Die hohen Erwartungen kommen nicht aus dem Nichts. AMD geht mit kräftigem Rückenwind aus 2025 in das neue Jahr. Besonders das dritte Quartal setzte Maßstäbe:

  • Umsatz: 9,25 Mrd. US‑Dollar, +35,6 % gegenüber Vorjahr
  • Datacenter: 4,3 Mrd. US‑Dollar, +22 % trotz Gegenwind von 1,5 Mrd. US‑Dollar im China-Geschäft
  • Client: Rekordwert von 2,8 Mrd. US‑Dollar, +46 %
  • Gaming: 1,3 Mrd. US‑Dollar, +181 %
  • Bruttomarge: 52 %, plus 200 Basispunkte im Jahresvergleich

Für das vierte Quartal 2025 stellte das Management 9,6 Mrd. US‑Dollar Umsatz (±300 Mio.) in Aussicht, was in der Mitte der Spanne rund 25 % Wachstum bedeuten würde. Vor allem Datacenter-, Client- und Gaming-Segment zeigen, dass das Portfolio im AI- und Beschleunigerumfeld deutlich an Fahrt aufgenommen hat.

AI-Deals als Vertrauenssignal

Zusätzlich gestützt wird die Story durch mehrere große AI-Partnerschaften, die Ende 2025 vereinbart wurden:

  • OpenAI: Mehrjährige Vereinbarung zur Bereitstellung von 6 Gigawatt AMD Instinct-Beschleunigern
  • Oracle: Geplante Installation von 50.000 MI450-GPUs im dritten Quartal 2026 auf Helios-Rackscale-Systemen
  • DOE/ORNL: Partnerschaft im Volumen von 1 Mrd. US‑Dollar für die Supercomputer „Lux“ und „Discovery“

Diese Deals untermauern, dass AMD im Rechenzentrums-AI-Markt nicht mehr nur als Alternative, sondern als ernstzunehmender strategischer Partner wahrgenommen wird. Für Investoren sind sie ein Indikator, dass die angekündigten Wachstumsziele nicht nur Vision bleiben sollen.

Ausblick: Hohe Messlatte für 2026

Das Management hat 2026 als Schlüsseljahr ausgerufen – mit entsprechend ambitionierten Zielen, die zuletzt auf dem Financial Analyst Day im November skizziert wurden:

  • Mindestens 35 % durchschnittliches Umsatzwachstum pro Jahr über die nächsten Jahre
  • Mindestens 60 % jährliches Wachstum im Datacenter-Bereich
  • Mindestens 80 % jährliches Wachstum im AI-Umsatz

Konkrete nächste Termine sind gesetzt: Die CES-Keynote findet heute um 18:30 Uhr (PT) statt, gefolgt vom „AMD Connect Showcase“ vom 6. bis 9. Januar. Die Zahlen zum vierten Quartal 2025 sollen am 3. Februar 2026 kommen – dann wird sich erstmals zeigen, ob das operative Geschäft an den ambitionierten AI-Fahrplan anknüpfen kann oder ob die Erwartungen angepasst werden müssen.

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