AMD hat auf der CES 2026 mit neuen Gaming-Chips und einem großen KI‑Plattformprojekt nachgelegt – doch an der Börse kommt das vorerst schlecht an. Nach einem außergewöhnlich starken Jahr 2025 nutzen viele Investoren die Gelegenheit, Gewinne mitzunehmen. Verstärkt wird der Druck durch scharfe Angriffe von Konkurrent Intel auf AMDs Chip-Architektur. Die zentrale Frage lautet: Wie viel Substanz steckt hinter der aktuellen Schwächephase?

Konkurrenzattacken und Gewinnmitnahmen

Auslöser der jüngsten Stimmungseintrübung war ein Interview von Intel-Führungskräften am späten Donnerstag. Dort bezeichnete ein Vertreter die aktuellen AMD‑Chips provokativ als „ancient silicon“ und stellte sie direkt den neu gestarteten Intel‑Prozessoren gegenüber. Diese ungewöhnlich offene Attacke hat den ohnehin vorhandenen Verkaufsdruck zusätzlich verstärkt.

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Denn die Aktie kommt aus einem extrem starken Jahr: 2025 legte der Kurs um rund 97 % zu. Nach dieser Rally ist der Spielraum für Enttäuschungen größer, und viele Marktteilnehmer sichern inzwischen Buchgewinne. Auf Wochensicht liegt die AMD‑Aktie rund 8 % im Minus, bleibt aber auf Sicht von zwölf Monaten mit einem Plus von knapp 75 % deutlich im Aufwärtstrend.

Starke CES-Neuheiten – aber hohe Erwartungen

Inhaltlich hatte AMD auf der CES durchaus geliefert. Im Gaming-Segment stellte das Unternehmen den neuen Ryzen 7 9850X3D vor, einen Flaggschiff‑Prozessor mit 8 Zen‑5‑Kernen und 104 MB 3D V‑Cache. Laut AMD‑Benchmarks soll der Chip in 1080p‑Spielen rund 27 % schneller sein als Intels Core Ultra 285K. Die Markteinführung ist für das erste Quartal 2026 geplant.

Im Rechenzentrum geht AMD mit der neuen „Helios“-Plattform in die Offensive. Dabei handelt es sich um eine rack‑skalierende KI‑Infrastruktur, die direkt gegen NVIDIAs Lösungen positioniert ist. Herzstück sind die Instinct MI455X‑GPUs in Kombination mit EPYC‑„Venice“-CPUs. AMD nennt Leistungswerte von 2,9 FP4‑ExaFLOPS für KI‑Inference und 1,4 FP8‑ExaFLOPS für Training – ein weiterer Baustein der eigenen „Yotta‑Scale“-Vision im Datacenter‑Geschäft.

An der Börse überwiegt dennoch die Vorsicht. Anleger wägen die ehrgeizige Roadmap und die notwendigen Investitionen gegen die bereits hohe Bewertung ab. Zusätzlich bremst eine Äußerung von Manager David McAfee: Er stellte mögliche Preiserhöhungen für Radeon‑Grafikkarten in Aussicht, bedingt durch eine branchenweite RAM‑Knappheit. Das sorgt im Konsumentenbereich eher für Zurückhaltung.

Bewertung, Marktanteile und der Blick auf KI

Der aktuelle Rücksetzer ist vor diesem Hintergrund eher Korrektur als Bruch der Story. Nach einem Allzeithoch von 267,08 US‑Dollar Ende 2025 liegt der Kurs aktuell bei 204,68 US‑Dollar und damit knapp 10 % unter dem Rekordniveau. Gleichzeitig notiert die Aktie weiter deutlich über allen wichtigen gleitenden Durchschnitten, was den starken Aufwärtstrend der vergangenen Monate unterstreicht.

Branchenbeobachter verweisen darauf, dass die lautstarken Intel‑Kommentare zwar Schlagzeilen erzeugen, der eigentliche Wettbewerb aber im Datacenter stattfindet. Entscheidend für AMD wird sein, wie viele Aufträge großer Cloud‑Konzerne (Hyperscaler) für die Helios‑Plattform gewonnen werden können. Die gemischte Reaktion auf die CES‑Neuheiten spiegelt vor allem die sehr hohen Erwartungen wider: Der Markt hatte nahezu perfekte Überraschungen eingepreist – ausgebliebene „Wunderwaffen“ führen dann schnell zu Gewinnmitnahmen.

Technisches Bild und nächste Termine

Charttechnisch bewegt sich AMD im Bereich einer psychologisch wichtigen Unterstützung um 200 US‑Dollar, aktuell leicht darüber bei 204,68 US‑Dollar. Der Kurs liegt rund 4 % über dem 50‑Tage‑Durchschnitt und fast 35 % über dem 200‑Tage‑Durchschnitt, bei einem 14‑Tage‑RSI von 42,4 – das technische Bild deutet damit eher auf eine normale Konsolidierung als auf akute Überhitzung hin.

Für die kommenden Wochen stehen zwei Trigger im Fokus: Zum einen der Marktstart des Ryzen 7 9850X3D im Laufe des ersten Quartals, der zeigen wird, ob AMD den behaupteten Gaming‑Vorsprung gegenüber Intel im Alltag bestätigen kann. Zum anderen mögliche Ankündigungen konkreter Kundenprojekte für die Helios‑Plattform sowie der anstehende Q4‑Bericht. Dort wird sich zeigen, ob das KI‑Geschäft ausreichend stark wächst, um die ambitionierte Bewertung im neuen Geschäftsjahr zu untermauern.

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