AMD Aktie: Druck nach CES
AMD hat auf der CES 2026 ein breites Paket neuer KI-Produkte vorgestellt – und wird an der Börse trotzdem abgestraft. Nach einer Rally von rund 77 % im Jahr 2025 nehmen Anleger nun Gewinne mit, während Intels überraschend scharfe Attacke auf AMDs Technik im Handheld-Segment zusätzlich für Unruhe sorgt. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob AMD nach dem starken Vorlauf genug Neues geliefert hat, um die hohe Erwartungshaltung zu rechtfertigen.
Intel greift AMD frontal an
Besonders belastend wirkt ein öffentlicher Angriff von Intel auf AMDs Stellung im Handheld-Gaming. Nach den CES-Präsentationen kritisierte Intel-Manager Nish Neelalojanan in einem Interview mit PCWorld AMDs aktuelle Lösungen in diesem Nischenmarkt und sprach von „ancient silicon“. Er stellte diese Aussage direkt den neuen „Panther Lake“-Prozessoren von Intel gegenüber, die speziell für moderne Handheld-Geräte positioniert werden.
Die Wortwahl hat Wirkung gezeigt. AMD gilt bislang als klarer Platzhirsch in diesem Segment und steckt unter anderem in Geräten wie dem Steam Deck und der ROG Ally. Dass Intel seine neue Plattform offensiv genau hier platziert – und damit an der Börse selbst einen Kurssprung im zweistelligen Prozentbereich ausgelöst hat – wird am Markt als ernsthafte Kampfansage interpretiert. Entsprechend wächst die Sorge, dass AMD Marktanteile und Preissetzungsmacht im Client-Bereich verteidigen muss.
„Sell the News“ nach starkem 2025
Parallel greift ein klassisches „Sell-the-News“-Muster: Auf eine lange, spekulative Rally folgt der nüchterne Blick auf Fakten und Risiken. AMD hatte 2025 stark vom KI-Boom und der Fantasie rund um Rechenzentrums-Infrastruktur profitiert. Nun zeigt sich, dass ein Teil dieser Hoffnungen bereits eingepreist war.
Konkret stellte AMD auf der CES 2026 vor:
- Helios-Plattform: Rack-scale-KI-Infrastruktur als direkte Antwort auf Nvidias Lösungen
- Instinct MI455X: Neuer Hochleistungs-Beschleuniger für Rechenzentren
- Instinct MI440X: Speziell für On-Premise-Lösungen in Unternehmen
- EPYC „Venice“: Nächste Generation der Server-CPUs
Technologisch zeigt AMD damit eine klare Roadmap im KI- und Server-Geschäft. Die unmittelbare Kursreaktion deutet jedoch darauf hin, dass die Produkte weitgehend erwartet wurden. Statt zusätzlicher Fantasie treten nun Umsetzungsrisiken in den Vordergrund: Marktanteilsgewinne gegen Nvidia im Datacenter sind ambitioniert, während gleichzeitig der Druck durch einen wiedererstarkten Intel im PC- und Handheld-Markt steigt.
Sektorrotation verstärkt die Schwäche
Die aktuelle Schwäche der AMD-Aktie ist zudem eingebettet in eine breitere Bewegung innerhalb des Halbleitersektors. Nach dem starken Vorjahr schichten Marktteilnehmer Kapital aus den großen Gewinnern von 2025 um. Titel mit bereits stark gelaufenen KI-Stories geraten damit leichter unter Verkaufsdruck.
Intel profitiert im Gegenzug von der frischen Story rund um „Panther Lake“ und den neuen 18A-Fertigungsprozess. Die Aussicht auf eine technologisch konkurrenzfähigere Produktpalette hat Trader dazu veranlasst, Gelder umzuschichten. Das nimmt AMD Momentum und zwingt Investoren, das Kräfteverhältnis zwischen den beiden Rivalen neu zu bewerten – insbesondere mit Blick auf Margen im Client-CPU-Geschäft und das Rennen um KI-Beschleuniger im Rechenzentrum.
Kursseitig spiegelt sich diese Neubewertung in einer Konsolidierung auf hohem Niveau wider: Die Aktie liegt aktuell bei 204,68 US-Dollar und damit rund 10 % unter dem 52‑Wochen-Hoch, aber deutlich über dem 52‑Wochen-Tief.
Wichtige Marken und was jetzt zählt
Am Markt rückt kurzfristig der Unterstützungsbereich um die 200‑Dollar-Marke in den Fokus. Dort testet die Aktie aktuell die Zone, die im Verlauf der Rally Ende 2025 entstanden ist. Mit einem RSI von 42,4 befindet sich das Papier im neutralen Bereich, was zu dem Bild einer laufenden Korrektur nach starkem Anstieg passt.
Für die nächsten Wochen sind vor allem drei Punkte entscheidend: Erstens, ob Intel seine Marketingoffensive rund um das Schlagwort „ancient silicon“ mit belastbaren Marktanteilsgewinnen im Handheld- und Client-Segment unterfüttern kann. Zweitens, wie schnell AMD die neu vorgestellten KI- und Serverprodukte in konkrete Umsätze und Aufträge verwandelt. Und drittens, ob sich die aktuelle Sektorrotation zulasten der 2025er-Highflyer abschwächt oder weiter Druck auf Bewertungen wie die von AMD ausübt.
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