AMD Aktie: Überraschende Strategiewende
Die CES in Las Vegas gilt traditionell als Schaufenster der Zukunft, doch AMD überrascht Anleger derzeit mit einem ungewöhnlichen Blick in die Vergangenheit. Während der Rivale Intel mit neuen Produkten an der Börse punktet, gerät die AMD-Aktie unter Druck und verliert den Anschluss. Der Grund ist eine strategische Entscheidung, die auf den ersten Blick wie ein Rückschritt wirkt: Statt ausschließlich auf High-End-Innovationen zu setzen, reaktiviert der Konzern ältere Technologien. Was steckt hinter diesem defensiven Schritt?
Renaissance der alten Chips
Das Management bestätigte auf der Messe, die Produktion der älteren AM4-Prozessoren (Zen 3) wieder hochzufahren. Dieser Schritt ist eine direkte Reaktion auf die explodierenden Preise für DDR5-Arbeitsspeicher. Da Speicherhersteller ihre Kapazitäten vorrangig für die boomenden KI-Rechenzentren nutzen, ist moderner Arbeitsspeicher für den Massenmarkt knapp und teuer geworden.
AMD reagiert auf dieses Ungleichgewicht pragmatisch:
* Kostenbremse: Neue Plattformen (AM5) sind für viele Nutzer durch die hohen Speicherpreise aktuell unerschwinglich.
* Zielgruppe: Durch das Angebot bewährter Technik versucht AMD, preissensible Gamer zu halten, die sich einen kompletten Systemwechsel derzeit nicht leisten können.
* Marktanteile: Es ist ein defensives Manöver, um das mittlere Preissegment nicht kampflos aufzugeben.
Anleger skeptisch, Intel profitiert
Die Börse reagierte verhalten auf diese Neuausrichtung. Die Aktie schloss gestern bei 210,02 USD und liegt damit seit Jahresbeginn rund 6 Prozent im Minus. Besonders schmerzhaft ist der direkte Vergleich mit dem Wettbewerb: Während AMD schwächelt, konnte Intel nach der Vorstellung seiner "Panther Lake"-Reihe um fast 7 Prozent zulegen. Marktbeobachter werten dies als Zeichen, dass sich das Momentum im PC-Sektor kurzfristig zugunsten des Rivalen verschieben könnte.
KI-Ambitionen treffen auf hohe Bewertung
Zwar präsentierte AMD mit den neuen Beschleunigern MI455 und MI440X sowie der Roadmap für 2027 auch Fortschritte im wichtigen KI-Segment, doch ein neuerlicher Kursanstieg blieb aus. Analysten verweisen auf die bereits sportliche Bewertung der Aktie. Mit einem erwarteten KGV von fast 88 ist wenig Raum für Fehler vorhanden. Der Markt scheint die KI-Fantasie bereits eingepreist zu haben und wartet nun auf Beweise, dass AMD die Lücke zum Marktführer Nvidia auch monetär schließen kann.
Technisch rückt nun die psychologisch wichtige Marke von 200 USD in den Fokus, die als Unterstützung halten muss. Ob die Strategie der "zwei Geschwindigkeiten" – kostengünstige alte Chips für Gamer und Hochleistungschips für KI – aufgeht, werden spätestens die Zahlen für das vierte Quartal zeigen, die AMD am 3. Februar 2026 veröffentlicht.
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