Amazon Aktie: KI im Fokus
Amazon nutzt die CES in Las Vegas, um seine KI-Strategie sichtbar zu schärfen. Mit neuen Produkten rund um Alexa, Fire TV und der Cloud soll die Nutzerbindung steigen – parallel fährt der Konzern die Effizienzprogramme weiter hoch. Gleichzeitig bleiben rechtliche Risiken präsent. Entscheidend ist nun, ob die Wachstumsstory im KI- und Cloud-Geschäft diese Gegenwinde klar überlagern kann.
Alexa wird unabhängiger
Herzstück der CES-Auftritte ist der Start von Alexa.com, einer webbasierten Oberfläche für den Sprachassistenten Alexa+.
Damit löst Amazon Alexa ein Stück weit von der eigenen Echo-Hardware: Frühzeitige Testnutzer können Smart-Home-Geräte und komplexere Aufgaben direkt im Browser steuern.
Der Schritt zielt klar darauf, Alexa stärker als Plattform und weniger als reines Echo-Feature zu positionieren. Eine breitere Verfügbarkeit erhöht potenziell die Nutzungsfrequenz – ein wichtiges Argument für künftige KI-Dienste und Zusatzangebote.
Parallel dazu zeigt Amazon eine komplett überarbeitete Oberfläche für Fire TV.
Das Update soll die Geschwindigkeit um rund 20–30 % verbessern und eine vereinfachte Navigation bringen. Dahinter steht die bekannte Amazon-Logik: Je bequemer das Interface, desto länger bleiben Nutzer im Ökosystem – und desto höher die Chancen auf zusätzliche Umsätze mit Inhalten und Services.
Analysten sehen weiteres Potenzial
Die Produktankündigungen und das aktuelle Marktumfeld haben mehrere Häuser dazu veranlasst, ihre Kursziele zu justieren:
- Jefferies hebt das Kursziel auf 300 US-Dollar an. Begründung: weiteres Wachstumspotenzial bei Amazon Web Services (AWS) und Fortschritte im KI-Bereich.
- Evercore ISI bestätigt ein „Outperform“-Rating mit Ziel 335 US-Dollar. Besonders hervorgehoben wird der KI-Shoppingassistent „Rufus“, der das abgewickelte Warenvolumen (GMV) deutlich anschieben könnte.
- Wolfe Research reduziert das Ziel leicht von 305 auf 275 US-Dollar, behält aber ebenfalls „Outperform“ bei und verweist auf ein positives Setup für Internetwerte im Jahr 2026.
Ausgehend von einem Kurs um 233 US-Dollar implizieren diese Ziele ein möglicher Spielraum nach oben im Bereich von grob 18 bis 43 Prozent. Der Titel hat sich zuletzt spürbar vom breiten Markt absetzen können: Auf 30-Tage-Sicht liegt das Plus bei rund 19 %, der Kurs notiert deutlich über den gängigen 50-, 100- und 200-Tage-Durchschnitten.
AWS: Preiserhöhungen und Stellenabbau
Besonders aufmerksam verfolgt der Markt Signale aus der Cloud-Sparte AWS.
Laut Berichten hat Amazon am Wochenende die Preise für bestimmte Machine-Learning-Kapazitäten (EC2 Capacity Blocks) um etwa 15 % angehoben.
In einem wettbewerbsintensiven Umfeld werten Beobachter das als Hinweis auf robuste Nachfrage nach KI-Infrastruktur: Wer die Preise anheben kann, ohne signifikante Abwanderung zu riskieren, verfügt über spürbare Preissetzungsmacht.
Gleichzeitig hält der Konzern an seinem Sparkurs fest. Für den Bundesstaat Washington wurde der Abbau von rund 2.400 Stellen angekündigt, beginnend am 26. Januar 2026.
Die Maßnahmen fügen sich in CEO Andy Jassys Linie ein, die Kostenstruktur zu verschlanken und parallel Milliarden in KI- und Cloud-Infrastruktur zu investieren. Ziel ist ein profitableres Wachstum, bei dem margenschwache Bereiche zurückgefahren und kapitalintensive Zukunftsfelder priorisiert werden.
Zentrale Punkte im Überblick:
- Neue Weboberfläche Alexa.com macht Alexa+ unabhängiger von Echo-Geräten
- Überarbeitetes Fire TV-Interface zur Stärkung der Nutzerbindung
- Mehrere Kurszielanhebungen bzw. bestätigte „Outperform“-Einschätzungen
- AWS erhöht ML-Preise um ca. 15 % – Signal für Nachfrage und Preismacht
- Rund 2.400 Stellenstreichungen in Washington als Teil des Effizienzprogramms
- Kurs liegt nahe 52-Wochen-Hoch und deutlich über zentralen gleitenden Durchschnitten
Juristische Risiken bleiben im Hintergrund
Auf der Risikoseite meldet sich der US-Rechtsrahmen zu Wort.
Ein US-Bundesrichter (Robert Lasnik) hat am 5. Januar Amazons Antrag abgelehnt, eine Klage wegen mutmaßlicher Preisüberhöhungen während der COVID-19-Pandemie abzuweisen.
Damit wird das Verfahren fortgesetzt. Im Fokus stehen mögliche Fragen zu Amazons Preisalgorithmen und den Richtlinien gegenüber Drittanbietern auf dem Marktplatz. Solche Verfahren können zwar langwierig sein, erhöhen aber grundsätzlich den regulatorischen Druck auf das Geschäftsmodell im Handelssegment.
Trotz dieser juristischen Baustelle bewertet der Markt aktuell die Wachstumsfantasie durch KI und Cloud spürbar höher. Technisch betrachtet untermauern der Ausbruch über die Marke von 230 US-Dollar, das Kursniveau knapp unter dem jüngsten 52-Wochen-Hoch sowie ein RSI von 66,8 den Eindruck eines deutlich nachfragestarken Umfelds.
Im Mittelpunkt steht nun der anstehende Q4-Bericht Ende Januar: Dort wird sich zeigen, ob AWS-Wachstum, KI-Initiativen und Kostendisziplin die hohen Erwartungen der Analysten auch in den Zahlen widerspiegeln.
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