Amazon schaltet im B2B-Geschäft den nächsten Gang hoch. Innerhalb weniger Tage meldet der Konzern zwei strategisch wichtige Cloud-Verträge – einen im Bereich Generative KI, einen im autonomen Fahren. Im Hintergrund tauchen zugleich alte juristische Risiken wieder auf. Entscheidend wird, wie stark die neuen Erlösquellen diese Belastung überdecken können.

Strategische KI-Allianz mit Infosys

Kern der aktuellen Bewertung ist die am 7. Januar verkündete Zusammenarbeit zwischen Amazon Web Services (AWS) und Infosys. Ziel ist es, den Einsatz von Generative AI in Unternehmen deutlich zu beschleunigen.

Konkret wird die KI-Plattform Infosys Topaz mit Amazon Q Developer verknüpft. Damit soll der gesamte Software-Entwicklungsprozess stärker automatisiert werden – von der Dokumentation über die Code-Erstellung bis hin zum Debugging. Für Amazon bedeutet das: Die KI-Infrastruktur von AWS wird direkt in die Arbeitsabläufe großer Konzerne eingebettet und damit klar monetarisiert.

Im Wettbewerb mit Microsoft Azure ist das ein wichtiges Signal. Statt nur KI-Rechenleistung anzubieten, bindet AWS seine Tools tief in bestehende Enterprise-Prozesse ein. Marktbeobachter werten dies als Schritt weg von bloßen KI-Versprechen hin zu messbarer Umsetzung im Tagesgeschäft der Kunden.

Zusätzlicher Rückenwind aus autonomem Fahren

Die Infosys-Allianz ist nicht der einzige Deal dieser Woche. Bereits am 6. Januar wurde AWS zum bevorzugten Cloud-Anbieter für Aumovio ernannt, ein Spin-off von Continental.

Diese Vereinbarung zielt auf die Datenverarbeitung für Auroras fahrerlose Lkw, die ab 2027 kommerziell im großen Maßstab eingesetzt werden sollen. Solche Projekte bringen typischerweise langfristige, volumenstarke Workloads in die Cloud – ein planbarer Erlösstrom über Jahre.

Zusammengenommen stärken beide Verträge die Position von AWS in zwei wachstumsstarken Bereichen:

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  • Enterprise-Software & Generative AI: Automatisierung des Software-Lebenszyklus über Infosys Topaz und Amazon Q Developer
  • Autonomes Fahren & Mobilität: Datenplattform für Aurora-Lkw über Aumovio als AWS-Kunden

Damit untermauert Amazon die Rolle von AWS als profitabelsten Teil des Konzerns, der zunehmend durch konkrete KI-Anwendungen zusätzliche Wachstumstreiber erhält.

Analysten sehen weiteres Potenzial

Die operativen Fortschritte spiegeln sich auch in den Einschätzungen der Finanzhäuser wider. Jefferies hat sein Kursziel jüngst auf 300 US‑Dollar angehoben und verweist dabei explizit auf das beschleunigte Wachstum von AWS und den Ausbau der KI-Fähigkeiten.

Insgesamt wird Amazon aktuell von 47 Analysten gecovert, die Konsensmeinung ist klar positiv: 46 Kaufempfehlungen stehen lediglich einer Halteempfehlung gegenüber, was faktisch einem „Strong Buy“-Votum entspricht. Ausgehend von einem Kurs um 241 US‑Dollar entspricht das Jefferies-Ziel einem theoretischen Aufwärtspotenzial von rund 24 %, sollte sich das erwartete Wachstum materialisieren.

Juristische Altlasten tauchen wieder auf

Parallel zu den guten Nachrichten aus dem Cloud-Geschäft bekommt die Rechtsabteilung neue Arbeit. Am 6. Januar lehnte ein US-Bundesrichter in Seattle Amazons Antrag ab, eine Sammelklage zur Einstellung zu bringen, die mutmaßliche Preisübertreibungen während der COVID-19-Pandemie betrifft.

Die Kläger werfen Amazon vor, nicht ausreichend gegen überzogene Preise externer Händler für essentielle Güter wie Masken und Toilettenpapier vorgegangen zu sein. Die Klage kann damit in die nächste Phase gehen. Zwar belastet dies kurzfristig weder Umsatz noch Cashflow, doch regulatorische und reputationsbezogene Risiken rücken damit wieder stärker in den Vordergrund.

Für Investoren bedeutet das: Neben der Wachstumsstory im Cloud- und KI-Bereich bleibt ein juristischer Unsicherheitsfaktor bestehen, dessen Ausgang sich erst langfristig abzeichnen wird.

Marktbild und Ausblick

Aus technischer Sicht zeigt sich die Aktie aktuell robust. Gestern schloss der Titel bei 241,56 US‑Dollar und liegt damit deutlich über dem 50‑Tage-Durchschnitt von 206,64 US‑Dollar; der 14‑Tage-RSI von 66,8 signalisiert ein dynamisches, aber noch nicht extrem überhitztes Kursniveau.

Auf der fundamentalen Seite bleibt AWS der zentrale Gewinnmotor, der den Großteil des operativen Ergebnisses erwirtschaftet. Die Integration von umsatzwirksamen KI-Produkten wie Amazon Q Developer in große Unternehmenskunden – flankiert von langfristigen Verträgen im Bereich autonomer Mobilität – liefert einen klaren Wachstumskatalysator. In den kommenden Monaten wird sich zeigen, in welchem Ausmaß diese neuen B2B-Erlösströme die Aufmerksamkeit der Börse von den wieder aufflammenden Rechtsrisiken hin zur operativen Umsetzung der KI-Strategie verschieben.

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