Amazon Aktie: Fokus auf Cloud
Amazon steht zum Wochenende gleich von zwei Seiten im Rampenlicht: mit Milliardeninvestitionen in seine Cloud-Infrastruktur und einer klaren Positionierung in der US-Energiedebatte. Während die Politik über Stromnetze und Versorgungssicherheit streitet, betonen Analysten das Wachstumspotenzial von AWS und Werbung – und erhöhen ihre Kursziele. Im Kern geht es um die Frage, ob Amazons aggressiver Ausbau der Cloud das nächste Wachstumsjahr prägen kann, ohne politischen Gegenwind bei den Energiekosten auszulösen.
Amazon reagiert auf Energiekritik
Hintergrund ist ein Energieversorgungsplan der Trump-Regierung für die Mid-Atlantic-Region, der die Diskussion über den Stromhunger großer Rechenzentren neu entfacht hat. David Zapolsky, Chief Global Affairs & Legal Officer von Amazon, legte dazu am 16. Januar 2026 eine öffentliche Stellungnahme vor.
Kernbotschaft: Amazon will die vollen Energiekosten für den Betrieb seiner Datenzentren selbst tragen. Das Unternehmen arbeite mit Netzbetreibern, Versorgern und weiteren Partnern zusammen, „um sicherzustellen, dass das Netz auf die zukünftige Nachfrage vorbereitet ist und Kosten nicht auf Endkunden abgewälzt werden“.
Damit versucht Amazon, sich früh in der Debatte um den Energieverbrauch von Hyperscalern zu positionieren. Gerade weil AWS seine Kapazitäten weiter deutlich ausbaut, steht die Frage nach Netzstabilität und Kostenverteilung zunehmend im Fokus von Politik und Regulierung.
Wall Street setzt auf AWS
An der Wall Street überwiegt derzeit klar der Optimismus. Mehrere große Häuser haben in dieser Woche ihre positive Sicht bekräftigt oder untermauert:
- Bernstein SocGen Group bestätigt „Outperform“ mit einem Kursziel von 300 US-Dollar (15. Januar 2026)
- Analyst Nikhil Devnani nennt 2026 „die attraktivste Bull-Case-Story für Amazon seit der Pandemie vor sieben Jahren“
- Wolfe Research bleibt bei „Outperform“ mit einem Ziel von 275 US-Dollar
- Jefferies hebt das Kursziel auf 300 US-Dollar an und bleibt bei „Buy“
Besonders Bernstein verweist darauf, dass das Wachstum von AWS wieder anziehen dürfte, sobald die aktuell im Aufbau befindlichen Kapazitäten ans Netz gehen. Dadurch solle AWS seine Rolle als klarer Marktführer in einem durch KI-Anwendungen stark wachsenden Hyperscaler-Markt ausbauen.
Die Analysten sehen damit vor allem die Cloud-Sparte als zentralen Werttreiber. Hinzu kommt das dynamisch wachsende Werbegeschäft, das die Margen stützt und Amazons Ertragsprofil breiter aufstellt.
Kursentwicklung und Einordnung
Nach einem schwachen Jahr 2025 mit einer Rendite deutlich unter dem S&P 500 hat die Aktie im Januar wieder Tritt gefasst. In den vergangenen 30 Tagen legte der Kurs um knapp 27 % zu und notiert mit 239,12 US-Dollar nur wenige Prozent unter dem 52‑Wochen-Hoch.
Technisch betrachtet handelt die Aktie spürbar über ihren wichtigen gleitenden Durchschnitten, was die jüngste Erholung unterstreicht. Der RSI von 66,8 signalisiert allerdings ein Niveau nahe der überkauften Zone, was kurzfristig anfälliger für Konsolidierungen macht.
Wachstumstreiber: Cloud und Werbung
Die Zuversicht der Analysten speist sich vor allem aus den jüngsten operativen Trends. AWS verzeichnete im dritten Quartal 2025 ein Umsatzwachstum von 20 % gegenüber dem Vorjahr – das stärkste Plus seit fast drei Jahren. CEO Andy Jassy verweist darauf, dass rund 85 % der weltweiten IT-Ausgaben noch nicht in der Cloud stattfinden. Aus dieser Perspektive erscheint das adressierbare Marktvolumen weiterhin enorm.
Parallel wächst das Werbegeschäft kräftig. Die Werbeumsätze stiegen im dritten Quartal 2025 um 22 %. Da Werbung typischerweise höhere Margen aufweist als das klassische Handelsgeschäft, wertet der Markt dies als wichtigen Hebel für die Profitabilität des Konzerns.
Erwartungen vor den Quartalszahlen
Mit Blick auf die anstehenden Zahlen steigen die Erwartungen. Der Konsens geht derzeit von folgenden Eckdaten aus:
- Ergebnis je Aktie (Q4 2025): 1,94 US-Dollar (Vorjahr: 1,86 US-Dollar)
- Umsatz Gesamtjahr 2025: rund 715 Milliarden US-Dollar
- Umsatzprognose 2026: rund 794 Milliarden US-Dollar (entspricht ca. 11 % Wachstum)
Zusätzlichen Rückenwind für die Aktie liefert die jüngste Bilanzhistorie: Amazon hat die Analystenschätzungen beim Gewinn je Aktie in den vergangenen vier Quartalen jeweils übertroffen, mit positiven Überraschungen zwischen 17 % und 26 %.
Am 5. Februar 2026 steht mit den Q4‑Zahlen der nächste Härtetest an: Dann zeigt sich, ob AWS-Wachstum, Werbedynamik und der Umgang mit den steigenden Energiekosten die hohen Erwartungen an das Jahr 2026 rechtfertigen können.
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