Google geht in die Offensive. Am Freitag reichte der Konzern offiziell Berufung gegen das wegweisende Kartellrechts-Urteil ein, das dem Unternehmen ein illegales Monopol bei der Online-Suche bescheinigt. Die Alphabet-Aktie schloss bei 330,00 US-Dollar – der Beginn eines juristischen Marathons, der sich über Jahre hinziehen könnte.

Angriff auf das Monopol-Urteil

Das Berufungsverfahren richtet sich gegen die Entscheidung von Bundesrichter Amit Mehta vom August 2024. Dieser hatte festgestellt, dass Google mit seinen exklusiven Suchverträgen – insbesondere mit Apple – gegen das Sherman-Gesetz verstoßen hat. Parallel zur Berufung beantragte der Konzern eine Aussetzung des Urteils bis zur endgültigen Klärung.

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"Die Entscheidung berücksichtigt nicht das rasante Innovationstempo und den intensiven Wettbewerb, dem wir durch etablierte Player und gut finanzierte Start-ups ausgesetzt sind", argumentiert Lee-Anne Mulholland, Vice President of Regulatory Affairs bei Google. Die Kernbotschaft: Nutzer wählen Google freiwillig, nicht unter Zwang.

Das DC Circuit Court of Appeals dürfte den Fall voraussichtlich noch in diesem Jahr verhandeln. Eine Entscheidung wird üblicherweise etwa ein Jahr nach Einreichung der Berufung erwartet.

Welche Auflagen Google umgehen will

Besonders brisant: Google beantragt gezielt die Aussetzung einzelner Maßnahmen, die Richter Mehta im Dezember 2025 finalisiert hatte. Dazu gehört vor allem die Pflicht, rohe Suchdaten mit Konkurrenten zu teilen – darunter auch KI-Unternehmen wie OpenAI.

Andere Auflagen will der Konzern dagegen akzeptieren, etwa die Beschränkung von Standard-Suchverträgen auf maximal ein Jahr. Das Justizministerium und die beteiligten Bundesstaaten haben bis zum 3. Februar Zeit, ihrerseits gegen Mehtas Beschluss vom September 2025 Berufung einzulegen – jenen Beschluss, der drastischere Forderungen wie den Zwangsverkauf des Chrome-Browsers ablehnte.

Rallye trotz Rechtsstreit

Die Aktie verlor am Freitag lediglich 0,84 Prozent. Damit bleibt Alphabet nahe seinem Allzeithoch von 340,49 US-Dollar, das erst am 13. Januar erreicht wurde. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate legte die Aktie rund 68 Prozent zu.

Erst am 12. Januar knackte Alphabet die 4-Billionen-Dollar-Marktkapitalisierung und reiht sich damit neben Nvidia, Microsoft und Apple ein. Treiber der Rallye waren die erfolgreiche KI-Monetarisierung bei Google Cloud, die Partnerschaft mit Apple für Siri sowie das Gemini-Sprachmodell.

Besonders bemerkenswert: Seit Richter Mehta im September 2025 die härteren Forderungen des Justizministeriums zurückwies und nur auf Verhaltensauflagen setzte, gewann die Aktie etwa 56 Prozent. Analysten sprachen damals von einem "Klaps auf die Finger".

Am 4. Februar folgen die Quartalszahlen für Q4 2025. Investoren dürften vor allem auf erste Auswirkungen der seit 1. Januar geltenden "Choice Screen"-Regelung achten, die Gerätehersteller verpflichtet, Nutzern bei der Einrichtung alternative Suchmaschinen anzubieten.

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