Alphabet rückt noch näher an die KI-Spitze heran – und wird an der Börse dafür reich belohnt. Ein deutliches Analysten-Upgrade, kombiniert mit neuen Gemini-Funktionen in Gmail, sorgt für zusätzlichen Rückenwind. Gleichzeitig entspannt sich die regulatorische Lage in Europa, während der Konzern Apple beim Börsenwert überholt. Wie viel Potenzial traut der Markt der Aktie damit noch zu?

Analysten treiben Bewertung nach oben

Auslöser der jüngsten Kursfantasie ist ein klarer Schritt von Cantor Fitzgerald. Analyst Deepak Mathivanan stufte Alphabet am 9. Januar von „Neutral“ auf „Overweight“ hoch und erhöhte das Kursziel deutlich von 310 auf 370 US‑Dollar. Ausgehend vom aktuellen Kurs ergibt sich damit ein zweistelliges Aufwärtspotenzial.

Begründet wird die optimistische Einschätzung mit Alphabets breiter Stärke entlang des gesamten KI‑Technologie-Stacks. Mathivanan bezeichnet den Konzern als „King of all AI investments“ und verweist vor allem auf die Modelle Gemini und das Video-Tool Veo sowie den einzigartigen Datenschatz des Unternehmens. Bei Google Cloud erwartet Cantor, dass sich der Marktanteil im Verhältnis zu AWS von 40 % im Jahr 2024 auf 60 % bis 2027 ausweiten könnte.

Bereits am 7. Januar hatte Canaccord Genuity das Kursziel auf 390 US‑Dollar angehoben. Hintergrund ist dort ein geschätzter Anstieg des Gemini-Anteils am KI-Webtraffic um 18 %. Insgesamt hat sich das Stimmungsbild an der Wall Street klar in Richtung „Kaufen“ verschoben; die durchschnittlichen Kursziele nähern sich 332 US‑Dollar, während einzelne Häuser inzwischen deutlich darüber liegen.

Kursseitig spiegelt sich der Optimismus deutlich wider: Die Aktie hat sich auf Sicht von zwölf Monaten um rund 73 % verteuert und notiert mit 325,44 US‑Dollar aktuell exakt auf ihrem 52‑Wochen-Hoch.

Gmail wird zum Gemini-Schaufenster

Parallel zu den positiven Analystenkommentaren hat Alphabet eine große Produktoffensive gestartet. Seit dem 8. Januar werden neue Gemini‑3‑Funktionen direkt in Gmail integriert, zunächst für englischsprachige Nutzer in den USA. Im Fokus stehen dabei konkrete Produktivitätsfeatures für die rund drei Milliarden Gmail-Accounts.

Wichtige Neuerungen sind:
- „AI Inbox“ zur Priorisierung und Strukturierung von Aufgaben,
- „Help Me Write“, nun kostenlos für alle Nutzer verfügbar,
- „AI Overviews“ zur automatischen Zusammenfassung von E‑Mail‑Threads.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Alphabet?

Anleger sehen in diesem Rollout einen entscheidenden Schritt, um die massiven KI‑Investitionen des Konzerns in konkrete Anwendungen zu überführen. Für 2025 werden CapEx von 91 bis 93 Milliarden US‑Dollar erwartet – die direkte Verankerung von Gemini in einem Massenprodukt wie Gmail ist damit ein logischer Schritt, um Nutzung und potenzielle Monetarisierung zu erhöhen.

Alphabet überholt Apple – und bekommt Rückenwind aus Brüssel

Auf Wochenbasis zeigt sich auch im Tech-Ranking eine Verschiebung: Erstmals seit 2019 liegt Alphabet bei der Marktkapitalisierung vor Apple und ist damit global die Nummer zwei hinter Nvidia. Während Apple in den vergangenen sechs Handelstagen knapp 5 % verlor, legte Alphabet im Jahr 2025 insgesamt rund 65 % zu und war damit die stärkste Aktie innerhalb der „Magnificent Seven“.

Zusätzliche Unterstützung kommt von der regulatorischen Seite. Ein Reuters-Bericht vom 8. Januar deutet darauf hin, dass Alphabet zusammen mit Meta und Amazon wohl keine harten Verpflichtungen aus dem geplanten EU‑Digital Networks Act (DNA) auferlegt bekommt. Statt strenger Vorgaben sieht der aktuelle Entwurf, der am 20. Januar vorgestellt werden soll, ein System freiwilliger Kooperation bei Infrastrukturinvestitionen vor.

Für Anleger reduziert das das Risiko kurzfristig teurer Auflagen in einem der wichtigsten Märkte des Konzerns. Entsprechend wird die Nachricht als Entspannungssignal im Dauerbrenner-Thema Regulierung gewertet.

Ausblick: KI-Umsetzung und Großdeal im Fokus

Auf technischer Ebene hat die Aktie mit dem Sprung auf ihr 52‑Wochen-Hoch von 325,44 US‑Dollar ein starkes Signal gesetzt. Der Kurs liegt deutlich über dem 200‑Tage-Durchschnitt von 202,50 US‑Dollar, was die positive Trenddynamik unterstreicht.

In den kommenden Wochen stehen zwei Termine im Mittelpunkt:

  1. EU-Entscheidung zu Wiz
    Bis zum 10. Februar 2026 läuft die Frist für die EU‑Prüfung der geplanten Übernahme des Cybersecurity-Spezialisten Wiz im Volumen von 32 Milliarden US‑Dollar. Eine Zustimmung würde Alphabets Cloud‑ und Sicherheitsangebot spürbar ausbauen.

  2. Q4-Zahlen als Belastungstest
    Nach einem starken dritten Quartal mit über 102 Milliarden US‑Dollar Umsatz und einem Cloud‑Wachstum von 34 % gegenüber dem Vorjahr warten Investoren auf den Termin für die Q4‑Veröffentlichung. Entscheidend wird sein, ob die Beschleunigung im Cloud-Geschäft anhält und die hohen Erwartungen an das KI‑Geschäft untermauert.

Kurzfristig sorgt das „Overweight“-Rating von Cantor für zusätzlichen Schub. Entscheidend für den weiteren Verlauf im ersten Quartal 2026 dürfte jedoch sein, ob Alphabet die Gemini-Integration in Gmail und andere Consumer‑Apps technisch stabil ausrollt und daraus erste, messbare Effekte für Nutzung und Ertrag ableitbar werden.

Alphabet-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Alphabet-Analyse vom 09. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Alphabet-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Alphabet-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 09. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Alphabet: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...