Die erste Erzladung ist ausgeliefert, die Aufbereitungsanlagen laufen – Almonty Industries hat die kommerzielle Produktion in seiner südkoreanischen Sangdong-Mine gestartet. Das Timing könnte kaum besser sein: Während China den globalen Wolframmarkt mit Exportbeschränkungen stranguliert, bringt das kanadische Unternehmen eines der größten und hochgradigsten Vorkommen der Welt ans Netz. Die USA haben Wolfram zur kritischen Ressource erklärt und ab 2027 chinesische Importe für Verteidigungsanwendungen verboten. Sangdong soll künftig über 80 Prozent der nicht-chinesischen Weltproduktion liefern.

Sangdong: Die Zahlen hinter dem Projekt

Die Mine verfügt über nachgewiesene Reserven von 7,9 Millionen Tonnen Erz mit einem durchschnittlichen Gehalt von 0,47 Prozent Wolframoxid – das entspricht 3,7 Millionen enthaltenen metrischen Tonneneinheiten (MTU). In Phase I sollen jährlich rund 640.000 Tonnen Erz verarbeitet werden, Phase II ab 2027 bis zu 1,2 Millionen Tonnen. Bei voller Kapazität könnte Sangdong mehr als 460.000 MTU pro Jahr produzieren.

Die Aufbereitungsanlagen für Zerkleinerung, Mahlung und Flotation arbeiten planmäßig. Der Hochlauf verläuft reibungslos – ein entscheidender Faktor für die Glaubwürdigkeit des Unternehmens nach Jahren der Projektvorbereitung.

Wolframpreis: Struktureller Bruch

Der Wolframpreis hat sich 2025 mehr als verdreifacht und steigt Anfang 2026 weiter. Ammoniumparawolframat (APT) kletterte von rund 300 US-Dollar pro MTU zu Jahresbeginn 2025 auf über 1.200 US-Dollar und nähert sich mittlerweile 1.800 US-Dollar.

Verantwortlich dafür ist primär China, das etwa 82,7 Prozent der globalen Primärproduktion kontrolliert. Nach Einführung von Exportlizenzen und verschärften Produktionsquoten im Februar 2025 brachen die Ausfuhren ein. BMO Capital Markets berichtete, dass bestimmte chinesische Wolframexporte zeitweise vollständig zum Erliegen kamen.

Parallel dazu hat das US-Verteidigungsministerium Wolfram als kritisches Material eingestuft. Ab 2027 müssen alle verteidigungsrelevanten Käufe aus nicht-chinesischen Quellen stammen. Diese Kombination aus Angebotsverknappung und strategischer Nachfrage hat die Preisstruktur fundamental verändert.

Analysten erhöhen Kursziele drastisch

Die Investmentfirma Couloir Capital hob ihr Kursziel um mehr als 150 Prozent an – von 7,69 auf 19,30 kanadische Dollar. Als Begründung nannte das Haus Wolframpreise über 1.000 US-Dollar pro MTU und den Produktionsstart in Sangdong.

DA Davidson erhöhte sein Kursziel von 12,00 auf 18,00 US-Dollar bei einer "Buy"-Einschätzung. B. Riley Financial zog nach und hob das Ziel von 10,00 auf 17,00 US-Dollar an, ebenfalls mit "Buy"-Rating.

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Am 3. März 2026 präsentierte sich Almonty auf der PDAC-Konferenz in Toronto – kurz nach Produktionsstart und frischer Kapitalzufuhr.

Institutionelle Investoren stocken massiv auf

Die Zahl der Fonds, die Almonty-Aktien halten, stieg im vergangenen Quartal um über 55 Prozent auf 107. Van ECK Associates baute seine Position um 13.294,7 Prozent aus und hält nun 11,24 Millionen Aktien im Wert von rund 99 Millionen US-Dollar. Encompass Capital Advisors investierte etwa 25,6 Millionen US-Dollar, Next Century Growth Investors rund 16,3 Millionen.

Diese Bewegungen spiegeln das gewachsene Vertrauen in die kommerzielle Umsetzbarkeit des Projekts wider – verstärkt durch verbindliche Abnahmeverträge für US-Verteidigungsanwendungen.

Kapitalstruktur gestärkt

2025 sammelte Almonty insgesamt rund 219,4 Millionen US-Dollar ein. Der Börsengang an der Nasdaq im Juli brachte brutto etwa 90 Millionen US-Dollar und verbesserte die Sichtbarkeit bei US-Investoren deutlich. Eine nachfolgende Kapitalerhöhung, inklusive vollständiger Ausübung der Mehrzuteilungsoption, generierte weitere 129,4 Millionen US-Dollar.

Die langfristigen Abnahmeverträge reduzieren das Vermarktungsrisiko in den ersten Betriebsjahren erheblich und schaffen Planungssicherheit für die Anlaufphase.

Weitere Projekte im Portfolio

Neben Sangdong betreibt Almonty die Panasqueira-Mine in Portugal, die seit 1896 Wolframkonzentrat produziert. Das Sangdong-Molybdän-Projekt, vollständig genehmigt, soll Ende 2026 mit der Produktion beginnen und über eine Lebensdauer von 60 Jahren jährlich rund 5.600 Tonnen Molybdän liefern.

Der Erwerb des Gentung-Projekts in Montana erweitert die geografische Präsenz in die USA. Gentung zählt zu den fortgeschrittensten unerschlossenen Wolfram-Vorkommen des Landes und profitiert von historischen Untertageanlagen sowie Oberflächeninfrastruktur. Der kommerzielle Abbau ist für Ende 2026 geplant, mit einer Spitzenproduktion von etwa 140.000 MTU pro Jahr.

Die nächsten Meilensteine

Am 19. März 2026 veröffentlicht Almonty seine Quartalszahlen – der erste Finanzbericht, der die kombinierten Effekte aus gestiegenen Wolframpreisen und Produktionshochlauf in Sangdong widerspiegelt. Der Kapitalmarkt wird diese Zahlen genau analysieren, um zu prüfen, ob das Unternehmen die hochgesteckten Erwartungen erfüllen kann.

Kurzfristig liegt der Fokus auf dem vollständigen Hochlauf von Phase I. Phase II mit einer Kapazität von bis zu 1,2 Millionen Tonnen Erz pro Jahr soll 2027 abgeschlossen sein. Die operative Umsetzung in den kommenden Monaten wird darüber entscheiden, ob Almonty die strategische Chance nutzen kann – oder ob die gestiegenen Erwartungen zur Belastung werden.

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