Die Allianz hat Nägel mit Köpfen gemacht. Nach monatelanger Vorbereitung ist der Verkauf der Anteile am indischen Joint Venture mit Bajaj final über die Bühne gegangen. 2,1 Milliarden Euro fließen in die Kasse – und damit endet eine 24-jährige Partnerschaft, die einst als Musterbeispiel für den Markteintritt westlicher Versicherer in Asien galt.

Die wichtigsten Eckdaten:

  • Verkaufserlös: 2,1 Milliarden Euro
  • Erwarteter Buchgewinn (Q1 2026): 1,1 Milliarden Euro
  • Solvency-II-Quote steigt um 5 Prozentpunkte
  • Restanteil von 3 Prozent folgt bis Q2 2026

Warum der Rückzug aus Indien?

Das Management begründet den Schritt mit strategischen Limitierungen. Trotz des enormen Wachstumspotenzials des indischen Versicherungsmarkts blieb die Allianz als Minderheitsgesellschafter in ihren Gestaltungsmöglichkeiten eingeschränkt. Die 23-Prozent-Beteiligungen an Bajaj Allianz General Insurance und Bajaj Allianz Life Insurance erlaubten zwar eine Teilhabe am Erfolg, jedoch keine operative Führung.

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Der Münchner Konzern hat sich bewusst entschieden, das Kapital anderweitig einzusetzen. Die freiwerdenden Mittel sollen in "strategische Wachstums- und Produktivitätsinitiativen" fließen – so die offizielle Linie. Marktbeobachter spekulieren allerdings, dass der Liquiditätsschub auch Spielraum für höhere Dividenden oder neue Aktienrückkäufe schaffen könnte.

Bilanzeffekt stärkt Kapitalbasis deutlich

Die finanziellen Auswirkungen sind substanziell. Der nicht-operative IFRS-Gewinn von 1,1 Milliarden Euro wird im ersten Quartal 2026 verbucht und dürfte die Zahlen vergolden. Noch wichtiger aus regulatorischer Sicht: Die Solvenzquote verbessert sich schlagartig um fünf Prozentpunkte. Damit festigt die Allianz ihre Position als einer der kapitalstärksten Versicherer Europas.

Analysten bewerten den Deal überwiegend positiv, auch wenn die Bewertung laut einigen Stimmen leicht unter optimistischen Szenarien blieb. Die schnelle Abwicklung und der hohe Cash-Zufluss wiegen diesen Aspekt jedoch auf.

Nächste Termine im Fokus

Am 26. Februar 2026 legt die Allianz die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 vor – inklusive Dividendenvorschlag. Der Sonderertrag aus dem Indien-Verkauf wird dann erst in den Q1-Zahlen am 13. Mai sichtbar. Entscheidend wird sein, wie konkret das Management die Verwendung der 2,1 Milliarden Euro kommuniziert. Hier liegt der Schlüssel für die mittelfristige Kursentwicklung.

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