Alibaba steht an einem spannenden Punkt: Auf der einen Seite bremsen Sorgen um den chinesischen Konsum und frische Kurszielsenkungen die Aktie aus. Auf der anderen Seite liefert die AI-Strategie mit dem Börsengang von MiniMax und möglichen Nvidia-Chipimporten starke Argumente für weiteres Wachstum. Entscheidend wird nun, ob die Dynamik im Cloud- und KI-Geschäft die Schwäche im Kerngeschäft E‑Commerce ausgleichen kann.

Analysten werden vorsichtiger

Zum Wochenschluss geriet die Aktie unter Druck, weil zwei große Adressen an der Wall Street ihre Kursziele nach unten anpassten. Beide bleiben zwar grundsätzlich positiv, rechnen kurzfristig aber mit Gegenwind.

  • Morgan Stanley senkte das Kursziel von 200 auf 180 US‑Dollar, behielt aber das Rating „Overweight“ bei. Die Experten sehen eine klare Zweiteilung:
  • Die Cloud Intelligence Group soll im kommenden Quartal beim Umsatz um mehr als 35 % wachsen.
  • Das heimische E‑Commerce-Geschäft kämpft dagegen mit zäher Konsumnachfrage und härterem Wettbewerb.

  • Jefferies reduzierte das Kursziel leicht von 231 auf 225 US‑Dollar und bestätigte „Buy“. Begründung: Die Bewertung sei mit rund dem 21‑fachen Gewinn weiterhin attraktiv, die kurzfristige Perspektive im Einzelhandel erfordere aber konservativere Annahmen im Modell.

Diese vorsichtigeren Annahmen nach einer starken Kursphase führten zu Gewinnmitnahmen und setzten die Aktie am Freitag sichtbar unter Druck.

AI-Offensive: MiniMax und Nvidia als Hebel

Parallel dazu meldet sich Alibabas AI-Strategie mit deutlichen Erfolgen zu Wort. Im Mittelpunkt steht der Börsengang von MiniMax, einem generativen AI-Startup, an dem Alibaba als Kerninvestor beteiligt ist. Die Aktie von MiniMax legte bei ihrem Debüt in Hongkong um 109 % zu und schloss bei 345 Hongkong-Dollar.

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Für Alibaba ist dies ein wichtiges Signal:
Der Markt honoriert das AI-Ökosystem, in das der Konzern in den vergangenen Jahren massiv Kapital gelenkt hat. Beobachter leiten daraus ab, dass im Beteiligungsportfolio noch erhebliches, bislang nicht vollständig eingepreistes Wertpotenzial stecken könnte.

Zudem stützen Berichte aus Peking die Perspektiven der Cloud-Sparte: Demnach steht die Genehmigung für den Import von Nvidias H200-AI-Chips kurz bevor. Alibaba soll mehr als 200.000 dieser Highend-Chips beziehen können. Damit würde die Gruppe ihre Infrastruktur für das Training großer KI‑Modelle deutlich ausbauen – ein zentraler Baustein, um im Wettbewerb um AI‑Leistungen mithalten zu können. Eine offizielle Bestätigung solcher Lizenzen könnte den aktuell belastenden Nachrichten aus dem Handel entgegenwirken.

Konsolidierung nach starkem Jahr

Die jüngste Korrektur findet vor dem Hintergrund einer kräftigen Erholung statt. In den vergangenen zwölf Monaten ist die Aktie um rund 60 % gestiegen und hat sich damit deutlich von früheren Mehrjahrestiefs abgesetzt. Solche Rallys ziehen erfahrungsgemäß Umschichtungen institutioneller Anleger nach sich.

Dazu passt, dass Commonwealth Equity Services LLC im dritten Quartal seinen Bestand an Alibaba-Papieren um 13,7 % reduziert hat. Das deutet darauf hin, dass einige Vermögensverwalter nach der starken Entwicklung Gewinne mitnehmen, statt die Position weiter auszubauen.

Aktuell notiert der Titel mit 129,40 Euro deutlich unter dem jüngsten Hoch, aber weiterhin klar über dem 200‑Tage-Durchschnitt; der 14‑Tage‑RSI liegt mit 29,4 im überverkauften Bereich. Der Kursrückgang der letzten Tage ist damit zugleich eine technische Atempause nach einem sehr starken Jahr.

Ausblick: Entscheidend wird die Bilanz zwischen KI und Handel

Kurzfristig rückt für Marktteilnehmer eine wichtige Unterstützung in den Fokus: Auf Dollarbasis orientieren sich viele an der Region um 148 US‑Dollar, die in früheren Konsolidierungsphasen gehalten hat. Ob diese Marke verteidigt werden kann, dürfte maßgeblich von den kommenden Quartalszahlen abhängen.

Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob das schnell wachsende Cloud- und KI-Geschäft die Schwäche im Inlandshandel kompensieren kann. Positive Impulse könnten zudem aus einer offiziellen Bestätigung der H200‑Chipimporte und einer Fortsetzung des AI‑Booms à la MiniMax kommen. Das aktuelle Analystenkonsensziel liegt bei rund 192 US‑Dollar und signalisiert damit weiterhin nennenswertes Aufwärtspotenzial – vorausgesetzt, Alibaba liefert bei AI-Umsatz und Margen die erhofften Belege.

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