Alibaba schaltet beim Thema Künstliche Intelligenz in den nächsten Gang: Die hauseigene Qwen App soll sich vom reinen Chatbot zum aktiven Assistenten wandeln, der für Nutzer selbstständig Flüge bucht oder Essen bestellt. Während der Tech-Riese damit versucht, seine riesige Nutzerbasis direkt in Transaktionen zu überführen, reagierten Anleger zunächst zurückhaltend. Der Schritt markiert den entscheidenden Übergang von der bloßen Informationssuche hin zu echter Monetarisierung im Ökosystem des Konzerns.

Vom Chat zur Tat

Am Donnerstag kündigte Alibaba ein umfassendes Upgrade für seine KI-Anwendung Qwen an. Kern der Strategie ist die tiefe Integration in das bestehende Service-Netzwerk des Konzerns, darunter die E-Commerce-Plattform Taobao, der Bezahldienst Alipay und das Reiseportal Fliggy. Das Ziel ist klar definiert: Die KI soll nicht mehr nur Fragen beantworten ("AI that responds"), sondern Aufgaben in der realen Welt ausführen ("AI that acts").

Nutzer sollen künftig den gesamten Prozess – von der Absicht bis zur Zahlung – innerhalb der Konversationsschnittstelle abwickeln können, ohne die App wechseln zu müssen. Diese als "Agentic AI" bezeichnete Funktionalität steht nun in China für öffentliche Tests bereit. Hintergrund dieses Vorstoßes ist der rasante Anstieg der Nutzerzahlen: Die Qwen App verzeichnete Berichten zufolge bereits zwei Monate nach dem Start der öffentlichen Beta über 100 Millionen monatlich aktive Nutzer.

Strategischer Burggraben gegen die Konkurrenz

Alibaba positioniert sich mit diesem Schritt direkt im globalen Wettlauf um die nächste Generation von KI-Assistenten. Während Konkurrenten wie Google oder OpenAI ebenfalls nach Wegen suchen, ihre Modelle an reale Dienstleistungen anzubinden, verfügt Alibaba über einen entscheidenden Vorteil: ein bereits voll integriertes Ökosystem aus Handel, Logistik und vor allem Zahlungsabwicklung durch Alipay.

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Um diese technologische Basis weiter zu stärken, sichert sich der Konzern auch hardwareseitig ab. Berichten zufolge tritt Alibaba gemeinsam mit JPMorgan Asset Management als Ankerinvestor beim geplanten Börsengang des Chip-Designers Montage Technology in Hongkong auf. Dies dient primär der Stabilisierung der Lieferkette für die benötigte KI-Infrastruktur.

Analysten optimistisch, Kurs konsolidiert

Trotz der strategischen Neuigkeiten gab die Aktie im Handel am Donnerstag in Hongkong um 2,31 Prozent nach. Marktbeobachter werten dies als kurzfristige Gewinnmitnahme nach der jüngsten Rallye, denn der übergeordnete Trend zeigt nach oben: Auf 30-Tage-Sicht steht ein Plus von gut 18 Prozent zu Buche.

Die Analystenseite bleibt indes konstruktiv. Morgan Stanley bestätigte am 15. Januar das Rating "Overweight" und verwies explizit auf das Wachstumspotenzial des Qwen-Assistenten. Nomura senkte zwar das Kursziel leicht, behielt aber die Kaufempfehlung bei. Diese Einschätzungen spiegeln die Zuversicht wider, dass Alibaba trotz steigender Ausgaben und harten Wettbewerbs im Cloud- und KI-Sektor langfristig profitieren wird.

Der Fokus verlagert sich nun auf die Umsetzung und die Akzeptanz durch die Kunden. Investoren werden genau beobachten, ob die neuen "Agenten"-Funktionen tatsächlich genutzt werden und Umsatz generieren. Konkrete finanzielle Indizien könnte der nächste Quartalsbericht liefern, der für den 19. Februar 2026 erwartet wird. Bis dahin bleibt die Frage der Rentabilität der massiven KI-Investitionen das bestimmende Thema für den Kursverlauf im laufenden Jahr.

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