Adobe steht an einem spannenden Punkt: Die Aktie markiert neue 52‑Wochen-Tiefs, während die Bewertung so niedrig ist wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig verschärft eine frische Verkaufsempfehlung von Goldman Sachs die Skepsis rund um die langfristigen Perspektiven im KI-Zeitalter.

Im Kern prallen zwei Sichtweisen aufeinander: Auf der einen Seite starke Zahlen und ein deutlich gefallenes Bewertungsniveau, auf der anderen Seite wachsende Zweifel, ob Adobe seine dominante Position gegen neue KI-Wettbewerber verteidigen kann.

Goldman-Sell-Rating und KI-Sorgen

Den größten unmittelbaren Druck erzeugt das neue „Sell“-Rating von Goldman Sachs. Die Investmentbank hat Adobe gestern auf „Verkaufen“ abgestuft und ein Kursziel von 290 US‑Dollar ausgerufen. Ausgehend vom aktuellen Kurs signalisiert das weiteres Abwärtspotenzial.

Die Begründung zielt vor allem auf den Wettbewerb. Die Analysten sehen erhebliche Risiken durch KI-getriebene Anbieter wie Canva, Figma und OpenAI. Diese Tools könnten Teile von Adobes Geschäftsmodell angreifen und damit Marktanteile sowie Margen unter Druck setzen. Aktuell liegt die operative Marge (non-GAAP) noch bei 36,6 %.

Zusätzlich verstärken neue Preismodelle und Abos für Kreativ-Apps von Apple den Konkurrenzdruck. Aus Sicht von Goldman spiegelt die aktuelle Bewertung diese strukturellen Risiken noch nicht ausreichend wider.

Fundamentaldaten bleiben solide

Auf der Ergebnisseite präsentiert sich Adobe weiterhin robust. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025 meldete der Konzern:

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  • Gewinn je Aktie (EPS): 5,50 US‑Dollar (über den Erwartungen von 5,40 US‑Dollar)
  • Umsatz: 6,19 Milliarden US‑Dollar (+10,5 % im Jahresvergleich)
  • Netto-Marge: 30 %
  • Prognose GJ 2026: EPS zwischen 23,30 und 23,50 US‑Dollar

Für das erste Quartal 2026 stellt Adobe einen Gewinn je Aktie von 5,85 bis 5,90 US‑Dollar in Aussicht.

Trotz dieser Zahlen ist die Bewertung deutlich gefallen. Die Aktie wird aktuell mit rund dem 13‑fachen der erwarteten non‑GAAP-Gewinne gehandelt. Der Markt schenkt damit den Befürchtungen rund um mögliche KI-Disruption mehr Gewicht als den aktuellen Wachstumsraten und Margen. Die Diskrepanz zwischen niedrigem KGV und negativer Stimmung unterstreicht die Unsicherheit über das künftige Wachstumstempo.

Institutionelle Investoren greifen zu

Im Hintergrund zeigt sich ein anderes Bild: Große Adressen haben im dritten Quartal 2025 ihre Positionen deutlich ausgebaut.

  • Allstate Corp erhöhte ihr Engagement um 1.857 % und kaufte 14.782 zusätzliche Aktien.
  • Norges Bank baute zuvor im Jahr eine neue, große Position im Volumen von rund 2,03 Milliarden US‑Dollar auf.

Diese Bewegungen deuten darauf hin, dass ein Teil der institutionellen Investoren das aktuelle Bewertungsniveau als interessant einschätzt – im klaren Gegensatz zur vorsichtigen Haltung von Goldman Sachs.

Charttechnik und Sentiment

Aus technischer Sicht befindet sich die Aktie in einem klaren Abwärtstrend. Das neue 52‑Wochen-Tief hat eine wichtige psychologische Unterstützungszone nach unten durchbrochen. Der 14‑Tage-Relative-Stärke-Index (RSI) signalisiert inzwischen stark überverkaufte Bedingungen.

Solch niedrige RSI-Werte gehen häufig einer technischen Gegenbewegung voraus. Gleichzeitig belasten das frische Sell-Rating und der Bruch zentraler Unterstützungen das Vertrauen. Als nächste mögliche Supportzone wird der Bereich um 275 US‑Dollar gesehen. Auf der Gegenseite liegt das durchschnittliche Analystenkursziel deutlich höher und würde bei einer Stimmungsaufhellung rechnerisch einen Anstieg von über 35 % erlauben.

Zwischen Bewertungschance und Strukturangst

Die aktuelle Lage lässt sich klar zusammenfassen:
Die Aktie handelt auf historisch gedrückten Multiplikatoren von Gewinn und Cashflow, während die Berichterstattung von den Risiken einer möglichen KI-Disruption dominiert wird. Anleger müssen derzeit einen Gewinnüberhang im jüngsten Quartal, eine solide Prognose für das Geschäftsjahr 2026 und sichtbare Käufe großer Institutioneller gegen die deutliche Warnung von Goldman Sachs und ein angeschlagenes Chartbild abwägen.

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