Adobe hat kurz vor seinen Quartalszahlen eine prominente Partnerschaft ausgebaut – und zeigt damit, wie ernst das Unternehmen seinen Anspruch als KI-Plattform für Unternehmen nimmt. Doch die Aktienkursentwicklung erzählt eine andere Geschichte. Der Markt bewertet Adobe längst nicht mehr als Wachstumstitel.

MLB-Deal als Blaupause für die KI-Strategie

Am heutigen Montag gab Adobe eine deutliche Erweiterung seiner Partnerschaft mit der Major League Baseball bekannt. Der Deal ist mehr als ein Sponsoring: Adobe stellt MLB seine gesamte KI-gestützte Enterprise-Suite zur Verfügung – von GenStudio für die Content-Erstellung über den LLM Optimizer für KI-Suchergebnisse bis hin zu Firefly Services für automatisierte Bildproduktion. Zusätzlich ist Adobe offizieller Presenting Sponsor des MLB Opening Day in den Jahren 2026, 2027 und 2028.

Das Timing ist kein Zufall. MLB verzeichnete zuletzt starkes digitales Wachstum: Das siebte Spiel der World Series 2025 sahen im Schnitt 51 Millionen Zuschauer – der höchste Wert seit 34 Jahren. Die Streaming-Plattform MLB.TV kam auf 19,4 Milliarden Wiedergabeminuten, ein Plus von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für Adobe ist die Liga damit ein reichweitenstarkes Schaufenster für seine Unternehmensprodukte.

Die Strategie dahinter: Adobe versucht, sich als unverzichtbare Infrastruktur für sogenannte „Content Supply Chains" zu positionieren – also die gesamte Kette von der kreativen Idee bis zur Marketingaussteuerung. Mit Creative Cloud auf der Produktionsseite und Experience Cloud auf der Distributionsseite ist Adobe einer der wenigen Anbieter, der diese Kette vollständig abdecken kann.

Quartalszahlen als Bewährungstest

Drei Tage nach der Partnerschaftsmeldung, am Donnerstag, den 12. März 2026, veröffentlicht Adobe seine Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026. Das Unternehmen selbst peilt einen Umsatz zwischen 6,25 und 6,30 Milliarden Dollar sowie einen Gewinn je Aktie von 5,85 bis 5,90 Dollar an.

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Der entscheidende Indikator für Analysten ist jedoch der sogenannte Net New Digital Media ARR – also der Netto-Zuwachs bei wiederkehrenden Erlösen aus digitalen Medienprodukten. Konsenserwartungen liegen bei 440 bis 450 Millionen Dollar für das abgelaufene Quartal. Dieser Wert gilt als Gradmesser dafür, ob Adobes KI-Produkte tatsächlich neue Zahlungsbereitschaft erzeugen oder ob der Wettbewerbsdruck durch generative KI-Modelle anderer Anbieter am Kerngeschäft nagt.

Die Ausgangslage ist solide: Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 erzielte Adobe einen Rekordumsatz von 23,8 Milliarden Dollar, ein Plus von 11 Prozent. Das Nettoergebnis stieg um 10 Prozent auf 1,85 Milliarden Dollar. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen – ein Indikator für künftige Erlöse – lagen zum Jahresende bei 22,5 Milliarden Dollar, davon 65 Prozent mit Fälligkeit innerhalb der nächsten zwölf Monate.

Bewertung auf Mehrjahrestief

Trotz dieser Kennzahlen notiert die Adobe-Aktie seit Jahresbeginn rund 15 Prozent im Minus und damit deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Das Forward-KGV liegt derzeit bei etwa 16 – ein markanter Rückgang gegenüber historischen Werten von 30 bis 40. Der Markt bewertet Adobe damit inzwischen eher wie einen etablierten Softwarekonzern als wie einen Wachstumswert.

Unter Analysten ist das Bild gespalten. Piper Sandler hält an seiner Hold-Einstufung mit einem Kursziel von 330 Dollar fest und sieht die Erwartungen vor dem Quartalsbericht als weitgehend eingepreist. Barclays bleibt bei Buy, senkte das Kursziel aber deutlich von 415 auf 335 Dollar. Der Gesamtkonsens aus 13 Kaufempfehlungen, 12 neutralen Einschätzungen und zwei Verkaufsempfehlungen ergibt ein moderates Buy.

Die Zahlen vom 12. März werden zeigen, ob Adobes KI-Produkte den kommerziellen Durchbruch bringen – oder ob die Skepsis des Markts vorerst berechtigt bleibt.

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