Adobe Aktie: Setzt auf KI
Adobe steht im Kreuzfeuer der KI-Diskussion: Während Anleger wegen neuer Konkurrenz im Kreativsoftware-Markt skeptisch sind, dreht der Konzern bei Produkten und Partnerschaften deutlich auf. Gleich mehrere KI-Innovationen und frische Hollywood-Deals sollen zeigen, dass Adobe im Film- und Dokumentenbereich weiter eine Schlüsselrolle spielt. Spannend wird, ob diese Strategie rechtzeitig vor den Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 Wirkung an der Börse entfaltet.
KI-Offensive bei Video-Tools
Am 20. Januar 2026 hat Adobe umfangreiche Updates für Premiere Pro und After Effects ausgerollt. Im Fokus stehen neue KI-gestützte Funktionen, die die Postproduktion schneller und präziser machen sollen.
Kernstück ist das neue „Object Mask“-Feature: Komplexe, bewegte Objekte lassen sich damit per Hover und Klick genau freistellen – ein Arbeitsschritt, der bisher oft viel Zeit kostete. Überarbeitete „Shape Masks“ sollen laut Adobe bis zu 20-mal schneller nachverfolgen als bisher.
Parallel hat der Konzern Firefly Boards direkt in Premiere Pro integriert. Video-Teams können damit für Brainstormings und die Ideenfindung auf KI-Modelle von Adobe, Google, OpenAI und Runway zugreifen – ohne die gewohnte Umgebung zu verlassen. After Effects wird zudem um Funktionen für Motion Design erweitert, darunter verbesserte Vektor-Workflows, native 3D-Parametric-Meshes und neue Typografie-Optionen.
Die Botschaft dahinter ist klar: Adobe will zeigen, dass KI nicht nur Konkurrenz bedeutet, sondern tief ins eigene Ökosystem eingebaut wird.
Hollywood als Schaufenster
Nur zwei Tage später, am 22. Januar 2026, folgte der nächste Schritt: neue Partnerschaften mit Hollywood-Studios, Talentagenturen und Produktionsfirmen. Der Auftritt beim Sundance Film Festival 2026 dient dabei als Bühne.
Laut einer jährlichen Umfrage des Sundance Institute wurden 85 % der für das Festival eingereichten Filme mit Adobe Creative Cloud erstellt. Mehrere Produktionen, die in Premiere Pro geschnitten wurden, feierten in diesem Jahr in Utah Premiere – darunter „Chasing Summer“, „The A.I. Doc: Or How I Became an Apocaloptimist“ und „The Brittney Griner Story“.
Damit unterstreicht Adobe seine starke Stellung im professionellen Filmbereich. Gerade in einer Phase, in der KI-Tools den Markt durchrütteln, ist diese Nähe zu den Kreativen ein wichtiger Beleg für die Relevanz der Plattform.
10 Millionen Dollar für Nachwuchsfilmer
Parallel baut Adobe sein Engagement für Filmschaffende aus. Über den „Film & TV Fund“ stellt das Unternehmen für 2026 knapp 10 Millionen US-Dollar an neuen Beiträgen und Produktspenden bereit. Seit dem Start des Fonds bei Sundance 2024 summiert sich die Gesamtinvestition damit auf 20 Millionen US-Dollar.
Adressiert werden vor allem Filmemacherinnen und Filmemacher aus unterrepräsentierten Gruppen. Die Unterstützung reicht von direkten Zuschüssen über Trainingsprogramme bis hin zu Fellowships und Ausbildungsplätzen. Neue Partner sind unter anderem Rideback RISE und Dimz Inc.; bestehende Kooperationen mit Gold House und der Group Effort Initiative werden fortgesetzt.
Neu ist zudem ein direkter Förderantrag speziell für Filmschaffende, die KI in ihre kreative Arbeit integrieren. Auch hier setzt Adobe also darauf, die eigene KI-Strategie eng mit der Praxis der Anwender zu verzahnen.
Acrobat Studio mit Generative-AI-Schub
Nicht nur im Video-Bereich dreht Adobe an der KI-Schraube. Am 21. Januar 2026 wurden neue Funktionen für Acrobat Studio vorgestellt, die das Dokumentengeschäft weiter automatisieren sollen.
Nutzer können künftig aus PDFs per KI komplette Präsentationen erstellen oder Podcast-ähnliche Audiosummaries generieren. Acrobat-Tools und Adobe-Express-Funktionen werden dafür enger verzahnt, sodass visuelle Präsentationen in wenigen Minuten aus vorhandenen Dokumenten entstehen.
Laut Adobe hat sich die Nutzung von KI-Funktionen in Acrobat innerhalb eines Jahres vervierfacht. Eine von Forrester durchgeführte TEI-Studie, auf die sich der Konzern beruft, kommt zudem zu dem Ergebnis, dass der KI-Assistent von Acrobat die Effizienz bei Zusammenfassung und Analyse von Dokumenten um 45 % steigert. Für Unternehmen, die große Dokumentenmengen verarbeiten, ist das ein starkes Argument.
Blick auf Zahlen und Bewertung
Operativ läuft es bislang solide. Im jüngsten Quartalsbericht (Q4 des Geschäftsjahres 2025, veröffentlicht am 10. Dezember 2025) übertraf Adobe die Erwartungen leicht: Der Gewinn je Aktie lag mit 5,50 US-Dollar über dem Konsens von 5,40 US-Dollar. Der Umsatz erreichte 6,19 Milliarden US-Dollar gegenüber erwarteten 6,11 Milliarden US-Dollar.
Die nächste Bewährungsprobe steht jedoch schon fest: Die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 will Adobe am Donnerstag, 12. März 2026, nach US-Börsenschluss (14:00 Uhr Pacific Time für den Call) vorlegen. Dann wird sich zeigen, ob sich die KI-Initiativen bereits in den Kennzahlen widerspiegeln – etwa bei Nutzeraktivität, Abo-Wachstum oder Margen.
Marktumfeld: KI-Sorge trifft Kursdruck
Trotz der stabilen Geschäftsdaten steht die Aktie spürbar unter Druck. Der Kurs liegt aktuell mit rund 32 % Abstand deutlich unter dem 52‑Wochen-Hoch, während Adobe seit Jahresbeginn und über zwölf Monate betrachtet im Minus notiert. Die anhaltenden Diskussionen um neue KI-Wettbewerber im Kreativbereich lasten sichtbar auf der Bewertung.
Gleichzeitig ist der Marktwert des Konzerns geschrumpft, und das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt laut den jüngsten Daten deutlich unter früheren Niveaus. Marktbeobachter verweisen darauf, dass dies einer deutlichen Multiple-Kompression entspricht – in einer Phase, in der Adobe versucht, sich mit einer breiten KI-Offensive neu zu positionieren.
Fazit: Wichtige Bewährungsprobe im März
Unterm Strich setzt Adobe an mehreren Fronten auf KI: in der Video-Postproduktion, bei Hollywood-Partnerschaften, mit Fördergeldern für Filmschaffende und im Dokumentengeschäft rund um Acrobat. Die Strategie zielt darauf ab, die Rolle als zentrale Plattform für Kreative zu sichern und zugleich neue Effizienzpotenziale zu heben.
Entscheidend wird, ob diese Initiativen in den kommenden Quartalen messbar in Umsatz- und Gewinnwachstum einzahlen. Ein erster wichtiger Gradmesser dafür ist der Q1-Bericht am 12. März 2026, bei dem Investoren genau auf Hinweise zu KI-Nutzung, Kundenakzeptanz und möglichen Effekten auf die Profitabilität achten werden.
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