Adobe Aktie: Bewertung im Fokus
Die Schwäche der Adobe-Aktie trifft auf erstaunlich robuste Geschäftszahlen. Während das Papier in den vergangenen Monaten deutlich an Wert verloren hat, liefert das Unternehmen weiterhin zweistellige Wachstumsraten und hohe Margen. Im Zentrum steht deshalb weniger die Frage nach der Qualität des Geschäfts, sondern: Wie stark drücken Konkurrenz- und KI-Sorgen auf die Bewertung?
Deutlicher Rückgang trotz stabiler Kennzahlen
Die Adobe-Aktie hat sich in den letzten Monaten klar nach unten orientiert und liegt rund ein Drittel unter ihrem 52‑Wochen-Hoch. Aktuell notiert der Titel bei 290,18 US‑Dollar und damit deutlich unter den gleitenden Durchschnitten der vergangenen 50 und 200 Tage – ein Zeichen für anhaltenden Druck auf die Kursentwicklung.
Auslöser der beschleunigten Korrektur war vor allem die Sorge vor neuer KI-Konkurrenz: Der Start des von Anthropic entwickelten Claude-Cowork-Agents hat im kreativen Softwaremarkt die Fantasie angeheizt, dass KI-gestützte Tools klassische Abo-Modelle angreifen könnten. Parallel dazu liegt der Kurs klar unter dem 50‑ und 200‑Tage-Durchschnitt, was technisch orientierte Anleger zusätzlich verunsichert.
Fundamental wirkt das Bild allerdings deutlich stabiler. Adobe hatte im Dezember starke Zahlen für das vierte Quartal vorgelegt:
- Gewinn je Aktie: 5,50 US‑Dollar (über den Erwartungen von 5,40 US‑Dollar)
- Umsatz: 6,19 Mrd. US‑Dollar (über Konsens von 6,11 Mrd. US‑Dollar)
- Umsatzwachstum: 10,5 % im Jahresvergleich
- Prognose für das Gesamtjahr 2026: Gewinn je Aktie von 23,30 bis 23,50 US‑Dollar
Hinzu kommen eine sehr hohe Eigenkapitalrendite von über 61 % und eine Nettomarge von rund 30 %. Operativ gibt es damit bislang keine Anzeichen eines Einbruchs.
Druck von Analystenseite
Auf der Börsenseite dominieren derzeit dennoch die Skeptiker. In den vergangenen Wochen kam eine Reihe von Herabstufungen und gesenkten Kurszielen zusammen:
- Goldman Sachs startete am 12. Januar mit einem „Sell“-Rating und einem Kursziel von 290 US‑Dollar. Begründung: Wachstumsabkühlung im Premium-Segment.
- Baird senkte am 14. Januar das Kursziel von 410 auf 350 US‑Dollar, Einstufung „Neutral“.
- Oppenheimer stufte am 13. Januar von „Outperform“ auf „Perform“ ab.
- BMO Capital ging am 9. Januar auf „Market Perform“ zurück und reduzierte das Ziel von 400 auf 375 US‑Dollar.
- Jefferies kappte am 5. Januar das Rating von „Buy“ auf „Hold“ und das Kursziel von 500 auf 400 US‑Dollar.
Diese Welle an Zurückhaltung hat den Bewertungsdruck verstärkt. Gleichzeitig bleibt die Mehrheit der Analysten positiv: Rund 60 % der Experten empfehlen den Titel weiterhin mit positiver Tendenz, der Konsens liegt bei einem Ziel von rund 417,50 US‑Dollar – deutlich über dem aktuellen Kursniveau.
Bewertungstechnisch ist die Aktie inzwischen zusammengedrückt: Das aktuelle KGV liegt im mittleren Zehnerbereich, das erwartete KGV (Forward P/E) von gut 12 signalisiert einen klaren Abschlag gegenüber früheren Multiples.
KI-Wettbewerb und Produktupdates
Adobe versucht aktiv zu zeigen, dass man beim Thema KI nicht den Anschluss verliert. Kurz vor dem Sundance Film Festival präsentierte der Konzern neue Funktionen und eine stärkere Verzahnung seiner Produkte:
- Integration von Adobe Premiere mit Firefly Boards
- Verbesserte KI-gestützte Maskierungsfunktionen
- Größere Motion-Graphics-Upgrades in After Effects
- Zugriff auf mehrere KI-Modelle (u.a. von Adobe, Google, OpenAI und Runway)
Zudem hob das Unternehmen hervor, dass 85 % der Sundance-Filmemacher auf Adobe-Produkte setzen, und kündigte fast 10 Mio. US‑Dollar zusätzliche Mittel für den Film & TV Fund an. An der Börse verpuffte dieser Impuls allerdings – am Tag der Ankündigung gab die Aktie erneut nach.
Auf der Wettbewerbsseite sehen Häuser wie BMO Capital vor allem Druck im preisempfindlichen Segment: Kleine Unternehmen, Studenten und Freelancer greifen zunehmend zu günstigeren oder KI-nativen Alternativen. Goldman Sachs spricht von einer strukturellen Schwäche in genau diesem Budget-Segment, in dem Adobe bisher nur begrenzt vertreten ist. Gleichzeitig reagiert der Konzern mit Partnerschaften wie der Zusammenarbeit mit Runway im Bereich KI-Video, um technologisch vorne mitzuspielen.
Fazit: Solides Geschäft, gedrückte Bewertung
Unterm Strich stehen zwei Ebenen nebeneinander: operativ wächst Adobe solide weiter, die Profitabilität ist hoch und die Prognose bleibt ambitioniert. An der Börse dominieren jedoch derzeit KI- und Wettbewerbssorgen, verstärkt durch mehrere Analystenherabstufungen und den deutlichen technischen Abwärtstrend.
Mit einem Kurs von rund 290 US‑Dollar, einem Forward-KGV im niedrigen Zehnerbereich und einem Bewertungsniveau, das deutlich unter früheren Multiples liegt, ist die Aktie aktuell klar von Skepsis geprägt. Entscheidend für die nächsten Monate wird sein, ob Adobe mit seinen KI-Initiativen und Produktupdates den Eindruck einer strukturellen Bedrohung entkräften und das Vertrauen in nachhaltiges Wachstum insbesondere im preisbewussten Kundensegment zurückgewinnen kann.
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