Adidas Aktie: Talfahrt beschleunigt sich
Der Sportartikelhersteller gerät zunehmend in die Defensive. Nach einem drastischen Analysten-Votum zu Jahresbeginn legt nun die nächste Investmentbank den Rückwärtsgang ein und schickt das Papier auf ein neues Tief. Im Zentrum der Skepsis steht ausgerechnet die Frage, wie viel Fantasie im großen Hoffnungsjahr 2026 tatsächlich noch steckt.
- RBC Capital Markets stuft auf "Sector Perform" herab
- Kursziel sinkt von 190 Euro auf 160 Euro
- Aktie markiert neues 52-Wochen-Tief bei 143,75 Euro
Zweifel am Wachstumsmotor
Verantwortlich für den jüngsten Kursrutsch ist eine neue Analyse von RBC Capital Markets. Die Experten sehen kaum noch Spielraum für positive Überraschungen und senkten ihr Kursziel deutlich. Der Kern der Kritik richtet sich gegen die hohen Erwartungen des Marktes für das Geschäftsjahr 2026. Während der Konsens von zweistelligen Margen und starkem Wachstum ausgeht, warnt RBC vor zu viel Optimismus.
Die Analysten prognostizieren für 2026 lediglich ein organisches Umsatzwachstum von 7 Prozent. Bereinigt man diese Zahl um den Sondereffekt der Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika, bliebe laut RBC nur noch ein mageres Plus von 3 Prozent übrig. Auch bei der Profitabilität liegt die Bank mit einer geschätzten EBIT-Marge von 9,3 Prozent deutlich unter den Hoffnungen der Anleger, die Werte jenseits der 10-Prozent-Marke erwarten.
Die Bären formieren sich
Die Herabstufung durch RBC ist kein Einzelfall, sondern bestätigt einen negativen Trend bei den institutionellen Bewertungen. Bereits Anfang Januar sorgte die Bank of America (BofA) mit einem "Double-Downgrade" für Aufsehen. Die US-Bank strich ihre Empfehlung direkt auf "Underperform" zusammen und argumentierte, dass die Turnaround-Story mittlerweile vollständig im Kurs enthalten sei.
Marktbeobachter werten diese Schritte als Indiz dafür, dass das Chance-Risiko-Verhältnis nach der Rallye des Vorjahres kippt. Die Aktie, die im Februar 2025 noch Höchststände von über 260 Euro erreichte, hat diesen Kredit mittlerweile verspielt. Mit dem Schlusskurs vom Freitag bei 143,75 Euro notiert das Papier exakt auf dem 52-Wochen-Tief. Über die letzten zwölf Monate haben Investoren damit einen Wertverlust von rund 44 Prozent hinnehmen müssen.
Gespaltene Expertenmeinung
Trotz der deutlichen Warnsignale und des charttechnischen Abwärtstrends steht die Mehrheit der Analysten noch immer hinter dem Konzern aus Herzogenaurach. Rund 84 Prozent der Experten halten laut Bloomberg-Daten an ihren Kaufempfehlungen fest. Erst kürzlich hatte die Grupo Santander die Bewertung mit einem Kursziel von über 212 Euro aufgenommen und auf weiteres Potenzial verwiesen.
Nächster Halt: Q4-Zahlen
Für Anleger richtet sich der Blick nun auf den März 2026. Dann wird Adidas die Ergebnisse für das vierte Quartal 2025 vorlegen und muss beweisen, ob die operativen Fortschritte die hohen Bewertungen rechtfertigen können. Entscheidend wird dabei der Ausblick auf die Margenentwicklung sein. Sollten sich die konservativen Schätzungen von RBC und BofA bestätigen, dürfte der Boden bei der Aktie noch nicht gefunden sein.
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