ABO Energy (ehemals ABO Wind) ringt um Zeit. Eine kurzfristig vereinbarte Stillhaltevereinbarung mit den wichtigsten Gläubigern soll den Weg für ein Sanierungskonzept freimachen – ausgelöst durch eine deutlich verschlechterte Prognose für 2025. Kann das Unternehmen mit diesem Schritt die finanzielle Lage stabilisieren?

Stillhaltevereinbarung als Schlüssel

Am späten Freitagabend meldete ABO Energy den Abschluss einer umfassenden Stillhaltevereinbarung mit wesentlichen Finanzierungspartnern. Betroffen sind mehrere Finanzierungsinstrumente:

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  • Konsortialkreditverträge
  • Bilaterale Darlehen
  • Schuldscheindarlehen

Kern der Vereinbarung: Kredite werden vorerst nicht fällig gestellt. Das verschafft dem Unternehmen ein zeitlich begrenztes Aufatmen und ist Voraussetzung, um ein Sanierungskonzept geordnet zu verhandeln.

Das Management führt nach eigenen Angaben intensive Gespräche mit den Finanzierern. Ziel ist eine nachhaltige Lösung für die Kapitalstruktur. Für Anleihegläubiger ist die Stillhaltevereinbarung ein deutliches Signal, dass auch die Bedienung ihrer Papiere Teil der Gesamtverhandlungen sein dürfte.

Deutlich höhere Verlustprognose

Auslöser der aktuellen Maßnahmen ist eine kräftige Anpassung der Jahresprognose für 2025. Mitte Januar hatte die Gesellschaft ihre Erwartungen deutlich nach unten korrigiert:

  • Ursprünglich erwarteter Konzernjahresfehlbetrag: rund 95 Millionen Euro
  • Neue Prognose: Verlust von etwa 170 Millionen Euro

Die Verdopplung des erwarteten Fehlbetrags belastet Bilanz und Finanzierungsspielraum spürbar. Das Unternehmen nennt drei zentrale Gründe:

  • Verschiebung wichtiger Windprojekte in das Geschäftsjahr 2026
  • Geringere erwartete Einspeisevergütungen und daraus folgende Neubewertungen
  • Erhebliche Sonderabschreibungen als direkte Folge dieser Anpassungen

Diese Faktoren verschlechtern kurzfristig die Ertragslage und erhöhen den Druck, die Finanzierung neu zu ordnen. Entsprechend geriet die Aktie stark unter Druck.

Gläubiger fordern Transparenz

Die angespannte Situation ruft Interessenvertreter auf den Plan. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) fordert eine Gläubigerversammlung, um mehr Transparenz über die finanzielle Lage und das geplante Sanierungskonzept zu erhalten und die Position der Geldgeber zu bündeln.

Gleichzeitig wird die Stillhaltevereinbarung von Teilen des Marktes als konstruktiver Schritt gesehen. Sie verhindert eine unmittelbare Eskalation mit möglichen Kündigungen von Krediten und eröffnet ein begrenztes Zeitfenster, in dem Restrukturierungsoptionen ausgelotet werden können.

Im Fokus steht nun, ob es dem Management gelingt, in den kommenden Wochen ein tragfähiges Sanierungskonzept vorzulegen und damit das Vertrauen der Investoren zumindest teilweise zurückzugewinnen. Genau daran dürfte sich künftig auch die Kursentwicklung der ABO-Wind-Aktie messen lassen.

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