Am Montag steht bei ABO Energy eine Abstimmung an, die über den finanziellen Spielraum in der Sanierung entscheidet. In Wiesbaden sollen die Anleihegläubiger über Änderungen an der Anleihe 2024/29 befinden. Nach einem ersten Anlauf ohne ausreichendes Quorum zählt diesmal vor allem eins: Kommt die notwendige Zustimmung zustande?

Zweiter Versuch mit niedrigerem Quorum

Der erste Abstimmungsversuch scheiterte nicht an der Zustimmung, sondern an der Beteiligung. Zwar unterstützte die Mehrheit die Beschlussvorschläge, doch mit 38% Teilnahme wurde das damals nötige Quorum von 50% verfehlt.

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Bei der Präsenzversammlung in der IHK Wiesbaden ist die Hürde nun deutlich niedriger: 25% Teilnahme reichen aus. Zusätzlich gibt es seit dem 23. Januar eine Stillhaltevereinbarung mit Gläubigern wesentlicher Finanzierungen. Sie soll Zeit schaffen, um ein tragfähiges Restrukturierungskonzept umzusetzen.

Was sich an der Anleihe ändern soll

Im Kern geht es um Anpassungen der Anleihebedingungen, die den Restrukturierungsprozess absichern und den Handlungsspielraum erhöhen sollen. Geplant ist unter anderem, die Negativverpflichtung zu streichen, die neue Garantien, Darlehen und Bürgschaften bislang erschwert.

Außerdem soll das Kündigungsrecht bei Aufnahme von Umschuldungsverhandlungen entfallen. Weitere Kündigungsrechte will das Unternehmen befristet bis Ende Mai aussetzen. Ein gemeinsamer Vertreter soll künftig die Interessen der Anleihegläubiger bündeln und im Prozess handlungsfähiger machen.

Verlustjahr 2025 – und operative Lichtblicke

Für 2025 erwartet die Geschäftsführung einen Jahresfehlbetrag von rund 170 Mio. Euro – das erste Minus in der Unternehmensgeschichte. Noch im November lag die Prognose bei 95 Mio. Euro Verlust, bevor sie am 15. Januar erneut deutlich nach unten korrigiert wurde. Als Gründe nennt das Unternehmen unter anderem Margendruck im deutschen Windmarkt durch überzeichnete Wind-an-Land-Auktionen und damit sinkende Einspeisevergütungen, dazu negative Entwicklungen in mehreren Ländern sowie Projektverschiebungen ins Jahr 2026. Zudem wurden Wertberichtigungen von 35 Mio. Euro erforderlich.

Operativ meldete das Unternehmen dennoch Fortschritte: Zuschläge für drei Solarparks mit zusammen 50 MWp (Schlangenbad, Ober-Olm, Schieder-Schwalenberg), Baubeginn ab Herbst 2026. Die Projekte sind Teil eines Hybrid-Portfolios mit 100 MWp Solarkapazität und rund 80 MW Batteriespeicherleistung. In den drei Solar-Ausschreibungen 2025 erhielt ABO Energy insgesamt Zuschläge für rund 107 MW. Ende Januar wurden zudem drei Solarprojekte in Frankreich veräußert, was bei Projektentwicklern typischerweise der Liquiditätsgenerierung dient.

Zum 9. März kommt damit ein klarer Schnittpunkt: Ohne Gläubigerbeschluss bleibt die Neuordnung der Finanzierungswege blockiert, mit Zustimmung soll der Restrukturierungsfahrplan abgesichert werden.

Der nächste feste Termin danach ist der 22. Juni mit der geplanten Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2025; die Hauptversammlung ist für den 13. August angesetzt.

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