ABO Energy Aktie: Entscheidungswoche
Der Wiesbadener Projektentwickler für erneuerbare Energien durchlebt die schwerste Krise seiner 30-jährigen Geschichte. Mit einem erwarteten Jahresverlust von 170 Millionen Euro für 2025 – dem ersten Minus überhaupt – steht das Unternehmen vor einem fundamentalen Wendepunkt. Die Abstimmung der Anleihegläubiger zwischen dem 10. und 12. Februar wird nun zur Schicksalsfrage.
Die Eckdaten der Krise:
- Jahresfehlbetrag 2025: rund 170 Millionen Euro
- Zweimalige Prognosekorrektur innerhalb weniger Monate
- Stillhaltevereinbarung mit Gläubigern seit 23. Januar 2026
- Projektpipeline: 30 Gigawatt an Wind-, Solar- und Batterieprojekten
Vom Gewinn zum Rekordverlust
Die Dimensionen des Absturzes werden durch den zeitlichen Verlauf besonders deutlich. Ursprünglich hatte die Geschäftsführung für 2025 einen Gewinn zwischen 29 und 39 Millionen Euro prognostiziert. Im November folgte die erste Schockkorrektur auf minus 95 Millionen Euro. Die Ad-hoc-Meldung vom 15. Januar verschärfte die Erwartung nochmals auf minus 170 Millionen Euro bei einer Konzerngesamtleistung von etwa 230 Millionen Euro.
Die Korrektur setzt sich zusammen aus Verschiebungen im Umfang von rund 40 Millionen Euro sowie Wertberichtigungen von etwa 35 Millionen Euro aufgrund veränderter Marktbedingungen.
Gläubiger halten still
Am 23. Januar schloss ABO Energy eine Stillhaltevereinbarung mit den Gläubigern wesentlicher Finanzierungen ab. Die Vereinbarung umfasst Konsortialkreditverträge, bilaterale Darlehen, ausgewählte Avallinien und Schuldscheindarlehen. Die Finanzierungspartner verzichten während der Verhandlungsphase darauf, Rechte aus potenziellen Kündigungsgründen geltend zu machen. Für die operative Restrukturierung hat das Unternehmen das CRO-Team von Hübner Management eingebunden.
Worum es bei der Abstimmung geht
Die Inhaber der Unternehmensanleihe 2024/2029 sollen unter anderem auf die Negativverpflichtungsklausel verzichten. Dieser technische Punkt ist operativ entscheidend: Ohne die Anpassung kann das Unternehmen keine Sicherheiten für Zwischenfinanzierungen laufender Projekte stellen. Am 5. Februar fand eine digitale Informationsveranstaltung für Anleihegläubiger statt, bevor die Abstimmung ohne Versammlung vom 10. bis 12. Februar läuft.
Was schiefgelaufen ist
Die Geschäftsführung nennt mehrere Faktoren für die dramatische Entwicklung. Überzeichnete Wind-an-Land-Auktionen in Deutschland führten zu deutlich reduzierten Einspeisevergütungen. Wesentliche Windprojekte verschoben sich ins Geschäftsjahr 2026. Sonderabschreibungen wurden notwendig, da die Erwartungen an künftige Zuschlagsniveaus sanken. Hinzu kamen negative Entwicklungen in internationalen Märkten wie Spanien, Finnland, Griechenland und Ungarn.
Pipeline als Hoffnungsträger
Der Substanzwert des Unternehmens liegt in der Projektpipeline von rund 30 Gigawatt an Wind-, Solar- und Batterieprojekten. Mehr als ein Drittel dieser Kapazität entfällt auf die Kernmärkte Deutschland und Frankreich. Ob diese Pipeline unter den veränderten Marktbedingungen die kalkulierten Werte erzielt, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen. Der Jahresabschluss 2025 ist für den 22. Juni 2026 angekündigt.
ABO WIND AG-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue ABO WIND AG-Analyse vom 07. Februar liefert die Antwort:
Die neusten ABO WIND AG-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für ABO WIND AG-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 07. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
ABO WIND AG: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








