Ripple treibt seine Institutionen-Strategie und den Ausbau von Lizenzen weltweit voran, doch beim XRP-Token selbst verläuft die Entwicklung deutlich nüchterner. Während der Stablecoin RLUSD neue Rekorde erreicht und immer stärker im klassischen Finanzsystem ankommt, steckt XRP seit Monaten in einer Konsolidierungsphase. Entscheidend ist daher die Frage, wie stark der Rückenwind aus Regulierung und Partnerschaften tatsächlich auf den Token durchschlägt.

XRP im Marktumfeld

XRP notiert aktuell bei 2,08 US‑Dollar und liegt damit etwa 11 % im Plus seit Jahresbeginn. Gegenüber dem 52‑Wochen-Hoch bei 3,04 US‑Dollar bleibt jedoch ein Abstand von gut 32 %, was den nachlassenden Schwung seit dem Hoch im Sommer 2025 unterstreicht.

Der Markt bewegt sich damit in einer Übergangsphase: Die Rally bis Juli 2025 mit einem Zwischenhoch bei 3,65 US‑Dollar ist längst abgebaut, der Kurs war Ende 2025 kurzzeitig unter 2 US‑Dollar gefallen und erholt sich nun schrittweise. Gleichzeitig signalisiert der RSI von 28,8 ein eher überverkauftes Niveau, während die 30‑Tage-Volatilität von über 56 % zeigt, dass Bewegungen weiterhin kräftig ausfallen können.

RLUSD: Wachstumstreiber mit Nebenwirkungen

Deutlich dynamischer als XRP entwickelt sich Ripple's dollarbasierter Stablecoin RLUSD. Die Marktkapitalisierung hat die Marke von 1,38 Milliarden US‑Dollar überschritten und ist seit Ende November 2025 um rund 125 Millionen US‑Dollar gewachsen. Treiber sind vor allem neue institutionelle Anwendungsfälle:

  • Strategische Mehrjahres-Partnerschaft mit der LMAX Group inklusive 150 Millionen US‑Dollar Finanzierung; RLUSD wird als zentrales Sicherheiten-Asset in der Infrastruktur für professionelle Kunden eingebunden – von Spot-Krypto über Perpetuals bis hin zu CFDs.
  • Integration bei Interactive Brokers: Geeignete Kunden sollen künftig Konten direkt mit RLUSD kapitalisieren können – ein Schritt näher an den Mainstream-Brokerage-Markt.
  • Weitere institutionelle Nutzer wie DBS, Franklin Templeton und SBI Holdings setzen RLUSD als Settlement- und Collateral-Asset ein.

Ein Knackpunkt aus Sicht vieler XRP-Unterstützer: Rund 76 % des RLUSD-Angebots liegen nicht auf der XRP Ledger, sondern auf Ethereum. Das heizt die Diskussion an, ob der Erfolg des Stablecoins XRP unmittelbar zugutekommt oder ob Ripple hier Wertschöpfung teilweise am eigenen Ökosystem vorbeilenkt.

Regulierung: Ripple sammelt Lizenzen

Parallel baut Ripple seine regulatorische Basis weiter aus und positioniert sich als eines der am stärksten regulierten Krypto-Unternehmen weltweit mit inzwischen über 75 Lizenzen.

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Zu den jüngsten Schritten gehören:

  • Vorläufige EMI-Genehmigung in Luxemburg (CSSF) seit dem 14. Januar 2026, die als Basis für skalierbare grenzüberschreitende Zahlungsdienste in der EU dienen soll.
  • EMI-Lizenz und Cryptoasset-Registration der britischen Finanzaufsicht FCA, was die Expansion im Vereinigten Königreich erleichtert.
  • Zulassung von RLUSD für regulierte institutionelle Nutzung durch die Aufsicht FSRA in Abu Dhabi.

Ripple-Präsidentin Monica Long stellt diese Fortschritte klar in den Kontext eines Übergangs: Finanzinstitute sollen von Altsystemen auf Blockchain-Lösungen umsteigen – mit Ripple als Infrastrukturpartner.

ETF-Zuflüsse und Markterwartungen

Auf Produktebene zeigt sich das Interesse an XRP weiterhin: Börsengehandelte XRP-Produkte verzeichneten kumulierte Zuflüsse von 1,37 Milliarden US‑Dollar. Besonders auffällig war eine Serie von 35 aufeinanderfolgenden Handelstagen mit Nettozuflüssen, bevor am 7. Januar 2026 erstmals ein Abfluss von 40,8 Millionen US‑Dollar gemeldet wurde – ein Lauf, der sowohl Bitcoin- als auch Ethereum-ETFs übertroffen hat.

Die Einschätzungen zu künftigen Kursen fallen dagegen stark auseinander:

  • Standard Chartered‑Analyst Geoffrey Kendrick sieht für 2028 ein mögliches Niveau von 12,50 US‑Dollar, was einem Potenzial von rund 500 % gegenüber dem aktuellen Kurs entspräche.
  • Konsensprognosen für 2026 bleiben deutlich verhaltener, mit einem Durchschnittsziel von 2,20 US‑Dollar laut CoinCodex.
  • Prediction Markets wie Kalshi geben XRP derzeit nur eine Wahrscheinlichkeit von etwa 2 %, bis Ende 2026 die Marke von 4 US‑Dollar zu erreichen – ein Hinweis auf eher vorsichtige Erwartungen nach dem Rücksetzer seit Mitte 2025.

Fundamentaldaten der XRP Ledger

Technisch bleibt die XRP Ledger-Plattform mit ihren Kerneigenschaften unverändert:

  • Transaktionsdauer: 3–5 Sekunden
  • Transaktionskosten: rund 0,0002 US‑Dollar pro Transfer
  • Kapazität: etwa 1.500 Transaktionen pro Sekunde
  • Umweltprofil: CO₂-neutral und energieeffizient

Die Anwendungsschicht wächst ebenfalls: Über Ripple Payments wurden bislang mehr als 95 Milliarden US‑Dollar an Volumen abgewickelt, das Netzwerk deckt nach Unternehmensangaben inzwischen über 90 % der täglichen globalen FX-Märkte ab.

Fazit: Solide Basis, offene Preisdynamik

XRP geht Mitte Januar 2026 mit einer stabilen, stark regulierten Infrastruktur, wachsendem Stablecoin-Geschäft und anhaltender ETF-Nachfrage ins neue Jahr, ohne dass sich dieser strukturelle Fortschritt bislang in einer kraftvollen Kursbewegung niederschlägt. Entscheidend für die nächsten Monate wird sein, ob Ripple den Erfolg von RLUSD stärker mit der nativen XRP Ledger verknüpft und ob institutionelle Nutzer nicht nur die Infrastruktur, sondern auch den Token selbst in größerem Umfang für Zahlungs- und Settlement-Prozesse einsetzen.

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