XRP: Zwischen Angst und Ausbau
Die Stimmung rund um XRP ist zum Start ins Jahr 2026 angespannt, während sich die fundamentale Entwicklung klar nach vorn bewegt. Auf der einen Seite dominieren „Extreme Fear“, ETF-Abflüsse und ein schwächerer Kurs. Auf der anderen Seite baut Ripple sein Netzwerk mit einer Großbank-Integration und einem wachsenden Stablecoin-Ökosystem deutlich aus. Wie passt diese Diskrepanz zusammen?
Kurs unter Druck, Technik überverkauft
XRP hat sich in den vergangenen Wochen von den Hochs Anfang Januar entfernt und notiert aktuell bei 1,92 US‑Dollar. Auf Sieben-Tage-Sicht ergibt sich ein Minus von 7,58 %, seit Jahresbeginn liegt der Coin hingegen leicht im Plus. Im größeren Bild bleibt der Abstand zum 52‑Wochen-Hoch von 3,04 US‑Dollar mit rund 37 % deutlich.
Charttechnisch steckt XRP in einer Konsolidierungsphase. Der Markt arbeitet eine Korrektur aus, nachdem es Anfang Januar zu einem spürbaren Rücksetzer gekommen ist. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt mit 28,8 im überverkauften Bereich. Das signalisiert klaren Abgabedruck – historisch gesehen aber auch die Chance auf technische Gegenbewegungen, wenn der Verkaufsdruck nachlässt.
ETF-Abflüsse und Stimmungstief
Ein Teil dieser Schwäche ist auf Gewinnmitnahmen und eine abgekühlte Risikobereitschaft zurückzuführen. Die neuen Spot-XRP-ETFs mussten in diesem Jahr erstmals nennenswerte Abflüsse verkraften. Am 20. Januar flossen 53,31 Millionen US‑Dollar netto ab, die Woche schloss insgesamt mit Negativzuflüssen.
Dabei lohnt der Blick auf den längeren Zeitraum: Seit dem Start der Produkte summieren sich die Nettozuflüsse über 50 Tage hinweg auf mehr als 1,3 Milliarden US‑Dollar. Das deutet darauf hin, dass institutionelle Investoren zwar derzeit Positionen anpassen, ihr grundsätzliches Engagement aber nicht infrage stellen.
Parallel dazu ist das Sentiment gekippt. Der spezifische Fear-&-Greed-Index für XRP steht bei 24 und signalisiert „Extreme Fear“. In der Vergangenheit gingen solche Phasen häufig mit überzogenen Pessimismus einher, während sich an den Fundamentaldaten wenig änderte.
Großpartnerschaft mit DXC: Brücke zur Bankenwelt
Auf fundamentaler Ebene meldet Ripple eine der bisher größten Integrationen für das XRP-Ökosystem. Zusammen mit DXC Technology wird die eigene Blockchain-Lösung in die Hogan-Core-Banking-Plattform eingebunden. Diese Alt-Systeme steuern nach Angaben der Partner mehr als 300 Millionen aktive Konten und verwalten weltweit Einlagen von über 5 Billionen US‑Dollar.
Für Banken, die Hogan nutzen, eröffnet sich damit die Möglichkeit, Funktionen wie digitale Verwahrung, Tokenisierung und programmierbare Zahlungen auf Blockchain-Basis anzubieten – ohne ihre Kernbankensysteme austauschen zu müssen. Branchenkenner sehen darin einen praktischen Ansatz, traditionelle IT-Strukturen mit effizienteren Settlement-Layern zu verbinden. XRP und der XRP Ledger werden so direkt an bestehende Finanzinfrastrukturen herangeführt.
Mehr Liquidität durch Stablecoin und Treasury-Initiative
Auch auf der Liquiditätsseite hat sich in dieser Woche einiges bewegt. Der Ripple-Stablecoin RLUSD erhält zusätzliche Marktanbindung:
- Binance hat am 21. Januar 2026 das Handelspaar XRP/RLUSD gelistet.
- Die Digital-Asset-Treasury-Firma Evernorth startet eine Treasury-Initiative über 1 Milliarde US‑Dollar in XRP und plant zugleich, KI-Agenten auf dem XRP Ledger zu deployen.
Beide Schritte zielen darauf ab, die Tiefe des XRP-Marktes zu erhöhen und Schwankungen zu dämpfen. Für institutionelle Anwendungsfälle ist genau diese Kombination aus verlässlicher Liquidität und programmierbaren Strukturen entscheidend.
On-Chain-Daten: Short-Wetten vs. Akkumulation
On-Chain- und Derivate-Daten zeichnen ein spannendes Bild hinter der Kursoberfläche. Die Finanzierungsraten in den Perpetual-Futures sind ins Negative gedreht – ein Zeichen dafür, dass viele Trader verstärkt auf fallende Kurse setzen. Gleichzeitig ist das Volumen in XRP-Futures auf Plattformen wie Bitmex zeitweise um 3.948 % angesprungen.
Ein solches Umfeld erhöht statistisch die Wahrscheinlichkeit eines Short Squeeze, falls XRP wichtige Marken – im aktuellen Fall rund um 2,00 US‑Dollar – zurückerobert. Denn stark aufgebaute Short-Positionen müssen dann in steigende Kurse hinein glattgestellt werden.
Parallel dazu zeigt die On-Chain-Analyse eine gegenläufige Entwicklung bei größeren Adressen. Mehr als 500.000 XRPL-Konten halten inzwischen jeweils über 10.000 XRP. Kennzahlen zu langfristigen Haltern (NUPL) deuten darauf hin, dass vermögendere Anleger den aktuellen Bereich eher zum Aufbau von Positionen nutzen. Das steht im Kontrast zu den Verkäufen aus dem Retail-Segment, die vom Angstniveau der Stimmung untermauert werden.
Regulierung: Verzögerungen bremsen kurzfristig
Kurzfristig zusätzlichen Druck brachte in dieser Woche die US-Regulierungsschiene. Ein neuer Entwurf zur Marktstruktur durch den Landwirtschaftsausschuss des Senats blieb ohne parteiübergreifende Unterstützung. Diese Hängepartie verstärkte die Unsicherheit im gesamten Kryptomarkt, XRP verlor am Mittwoch rund 1,2 %.
Ripple-CEO Brad Garlinghouse zeigte sich dennoch optimistisch. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos betonte er seine positive Sicht für 2026. Er verweist vor allem auf erwartete regulatorische Klarheit und die Rolle genehmigter ETFs als Hebel, der den Gesamtmarkt im Jahresverlauf auf neue Höchststände führen könne.
Fazit: Kluft zwischen Kurs und Fundamentaldaten
Unter dem Strich steht XRP derzeit zwischen pessimistischer Stimmung und wachsender realer Nutzung. Der Kurs notiert deutlich unter dem 52‑Wochen-Hoch, der RSI signalisiert Überverkauftheit, und ETF-Abflüsse verstärken das Bild einer müden Nachfrage. Gleichzeitig öffnet die DXC-Partnerschaft potenziell den Zugang zu Einlagen in Billionenhöhe, während Stablecoin- und Treasury-Initiativen die Marktstruktur verbessern.
Kurzfristig richtet sich der Blick auf die Stabilisierung im aktuellen Unterstützungsbereich und eine mögliche Rückeroberung der 2‑Dollar-Zone. Mittel- bis langfristig hängt die Relevanz der heutigen Niveaus davon ab, in welchem Tempo Banken-Integration, Stablecoin-Einsatz und regulatorische Fortschritte tatsächlich im Transaktionsvolumen und damit in der Nachfrage nach XRP ankommen.
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