XRP legt zum Jahresauftakt ein hohes Tempo vor – trotz spürbarer Rücksetzer im Tagesverlauf. Getrieben wird die Bewegung vor allem von frischem ETF-Geld und klaren regulatorischen Rahmenbedingungen in den USA. Gleichzeitig sorgt hoher Hebel im Derivatemarkt für heftige Ausschläge in beide Richtungen. Wie stabil ist dieses bullische Setup?

Kräftige Rally, aber Nervosität im Markt

Nach einem dynamischen Start ins Jahr liegt XRP seit Jahresbeginn rund 16,7 % im Plus und gehört damit zu den stärkeren größeren Coins. Auf Wochensicht steht ein Anstieg von gut 16 % zu Buche – der Markt zeigt also klaren Aufwärtsdrang, auch wenn es zwischenzeitlich zu Korrekturen kam.

Kurz zuvor hatte XRP ein lokales Hoch bei rund 2,41 US‑Dollar getestet, ehe Gewinnmitnahmen einsetzten und der Kurs in eine Konsolidierung über der Marke von etwa 2,20 US‑Dollar überging. Der RSI von 28,8 signalisiert nach der jüngsten Korrektur inzwischen eher abgebauten Überhitzungsdruck, während der Kurs mit 2,19 US‑Dollar komfortabel über dem 50‑Tage‑Durchschnitt von 2,02 US‑Dollar notiert. Die annualisierte 30‑Tage‑Volatilität von knapp 58 % unterstreicht allerdings: Schwankungen bleiben hoch.

Mit dem aktuellen Niveau liegt XRP rund 21 % über dem 52‑Wochentief, aber immer noch etwa 28 % unter dem Hoch der letzten zwölf Monate. Der Markt arbeitet damit eine kräftige Erholungsbewegung auf, ohne dass die alten Spitzen bereits wieder erreicht wären.

ETF-Zuflüsse treiben die Story

Ein wesentlicher Treiber der aktuellen Entwicklung sind steigende Zuflüsse in XRP‑Spot‑ETFs. Seit Jahresbeginn sind fast 100 Millionen US‑Dollar in diese Produkte geflossen, das verwaltete Vermögen summiert sich auf etwa 1,65 Milliarden US‑Dollar. Für einen Altcoin jenseits von Bitcoin und Ethereum ist das ein deutliches Signal institutionellen Interesses.

Medien wie CNBC haben XRP bereits als eine der auffälligsten Krypto-Trades des jungen Jahres bezeichnet. Berichte deuten darauf hin, dass Investoren gezielt Kapital aus eher träger laufenden Schwergewichten wie Bitcoin und Ether in XRP umschichten, um von der höheren Schwankungsbreite zu profitieren. Diese „Entkopplung“ von der Kursentwicklung der großen Leitwährungen legt nahe, dass derzeit vor allem spezifische XRP‑Themen – und nicht der breite Kryptomarkt – den Ton angeben.

In der Praxis bedeutet das: ETF-Zuflüsse wirken wie ein stetiger Nachfragepuffer, der Rücksetzer abfedern kann – solange der Trend anhält.

On-Chain-Signale: Solide Basis, hoher Hebel

Die On-Chain-Daten zeichnen insgesamt ein konstruktives Bild, auch wenn nicht alle Signale eindeutig sind.

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  • Exchange-Bestände: Die auf Börsen gehaltenen XRP‑Bestände gehen zurück. Das spricht dafür, dass mehr Coins in Eigenverwahrung oder ETF‑Strukturen wandern – typischerweise ein Zeichen geringeren unmittelbaren Verkaufsdrucks.
  • Aktive Adressen: Die Netzwerkauslastung bleibt erhöht. Anhaltend hohe Aktivität stützt die Bewertung, weil sie auf eine tatsächliche Nutzung des Netzwerks schließen lässt.
  • Leverage: Das offene Interesse im Derivatebereich ist hoch und sorgt für zusätzliche Volatilität.

Wie fragil das werden kann, zeigte sich jüngst an einer „Liquidation Lawine“: Auf großen Börsen wurden zunächst Short-Positionen im Umfang von mehr als 4,4 Millionen US‑Dollar ausgelöscht, als der Kurs stark anzog. Die anschließende Korrektur traf dann späte Longs ebenso hart. Solche beidseitigen Liquidationen sind ein klares Indiz dafür, wie stark gehebelt der Markt derzeit ist.

Zuvor war es Ende 2025 zu einem markanten Anstieg der Zuflüsse auf Börsen gekommen – mit bis zu 116 Millionen XRP pro Tag, ein Muster, das häufig auf Verkaufsdruck hindeutet. Diese Werte haben sich in der ersten Januarwoche aber wieder normalisiert, was darauf schließen lässt, dass der Abgabedruck längerfristiger Halter vorerst nachgelassen hat.

Regulierung: Rechtlicher Rahmen als Pluspunkt

Auf der regulatorischen Seite sendet XRP derzeit vergleichsweise klare Signale. Am 7. Januar stellte Reece Merrick, ein leitender Manager bei Ripple, die Diskussion um neue Gesetzesvorhaben wie den „Clarity Act“ in einen deutlichen Kontext.

Seine Kernaussage: XRP verfügt in den USA bereits über eine gefestigte Einstufung als Nicht-Wertpapier, gestützt durch frühere Gerichtsentscheidungen. Neue Gesetze seien für diesen Status nicht entscheidend. Diese Klarstellung zielt darauf ab, Spekulationen in der Community zu beruhigen und zu betonen, dass die Nutzung und Marktstellung von XRP nicht an noch ausstehende Gesetzesinitiativen geknüpft ist.

Für institutionelle Investoren ist dieser Punkt wichtig: Im Gegensatz zu Assets mit ungelöster Wertpapierfrage bietet XRP damit eine rechtliche Basis, auf der ETF‑Anbieter und größere Anleger aufbauen können. Das stärkt die Glaubwürdigkeit der laufenden Zuflüsse in regulierte Produkte.

Ausblick: Konsolidierung mit bullischem Unterton

Kurzfristig weist vieles auf eine Phase der Beruhigung hin. Nach dem Test des Bereichs um 2,40 US‑Dollar hat sich dort ein spürbarer Widerstand etabliert, den die Käuferseite für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends überwinden muss. Auf der Unterseite gilt die Zone zwischen 2,12 und 2,18 US‑Dollar als zentrale Unterstützung: Solange dieser Bereich hält, bleibt die bullische Struktur der jüngsten Wochen intakt.

Für die kommenden Wochen ist damit ein Szenario wahrscheinlich, in dem ETF-Zuflüsse und die klare regulatorische Lage den mittel- bis langfristigen Rückenwind liefern, während hoher Hebel im Derivatemarkt für anhaltende Ausschläge sorgt. Entscheidend wird sein, ob XRP oberhalb des 50‑Tage‑Durchschnitts bleiben und den Abstand zum 52‑Wochen-Hoch sukzessive verkleinern kann – dann dürfte die starke Jahresanfangsperformance 2026 mehr als nur ein kurzes Strohfeuer gewesen sein.

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