Nach einem starken Start ins neue Jahr gerät XRP kurzfristig unter Druck. Gewinnmitnahmen institutioneller Anleger und eine Klarstellung von Ripple zur eigenen Börsenplänen nehmen etwas Luft aus der Story. Gleichzeitig entwickeln sich die Fundamentaldaten im Netzwerk weiter positiv – ein Spannungsfeld, das den weiteren Kursverlauf prägen dürfte.

Druck von Markt und Institutionen

Auslöser der aktuellen Schwächephase ist zunächst die allgemeine Korrektur am Kryptomarkt, nachdem Bitcoin unter die psychologisch wichtige Marke von 90.000 US-Dollar gefallen ist. XRP bekam diesen Risk-off-Moment deutlich zu spüren und knickte nach der jüngsten Rally spürbar ein.

Ein zweiter Treiber kommt von der institutionellen Seite: Erstmals seit Auflage der US Spot XRP-ETFs verzeichneten diese am 7. Januar Nettoabflüsse. Insgesamt flossen rund 40,8 Millionen US-Dollar ab. Besonders betroffen war der 21Shares-ETF (TOXR) mit Abflüssen von etwa 47,25 Millionen US-Dollar, während kleinere Zuflüsse bei Anbietern wie Bitwise und Grayscale den Trend nicht kompensieren konnten.

Damit endet vorerst eine Phase starker Zuflüsse: Seit dem Start der Produkte Ende 2025 summierten sich die Nettoinvestitionen auf rund 1,25 Milliarden US-Dollar. Marktbeobachter werten die erste „rote“ Bilanz als typisches Rebalancing und Gewinnmitnahme nach dem Sprung des XRP-Kurses von etwa 1,80 auf 2,40 US-Dollar, nicht als strukturellen Vertrauensverlust.

Kursseitig hat sich XRP zuletzt wieder in Richtung 2 US-Dollar bewegt. Mit einem aktuellen Kurs von 2,14 US-Dollar notiert der Token rund 30 % unter dem 52-Wochen-Hoch, liegt aber deutlich über dem jüngsten Tief und rund 6 % über dem 50-Tage-Durchschnitt.

Ripple bremst IPO-Fantasie

Für zusätzliche Ernüchterung sorgte eine Aussage von Ripple-Präsidentin Monica Long. In einem Interview mit Bloomberg stellte sie klar, dass Ripple derzeit keine Pläne für einen Börsengang verfolgt.

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Als Begründung verwies sie auf die komfortable Ausgangslage des Unternehmens: Nach einer großen Finanzierungsrunde Ende 2025 wird Ripple mit rund 40 Milliarden US-Dollar bewertet und verfügt laut Long über eine starke Bilanz. Ein IPO ist damit aus Sicht des Managements schlicht nicht notwendig.

Diese Klarstellung nimmt Spekulationen um einen möglichen Börsendebüt 2026 den Wind aus den Segeln. Ein Teil der jüngsten Bewertung dürfte auf dieser Erwartung basiert haben – der Wegfall dieser Fantasie erklärt, warum die Stimmung kurzfristig abkühlt.

Fundamentaldaten: Netzwerk wächst weiter

Parallel zur Kurskorrektur entwickelt sich das Ökosystem auf dem XRP Ledger (XRPL) weiter:

  • AWS-Integration: Eine Kooperation mit Amazon Web Services (AWS) nutzt Amazon Bedrock, um Entwicklungsprozesse auf dem XRPL zu verbessern. Das signalisiert wachsende institutionelle Nutzung der Technologie.
  • DeFi-Ausbau: Auf dem Flare-Netzwerk wurde der FXRP-Token eingeführt, der Spot-Exposure zu XRP ermöglicht und die DeFi-Integration auf der dezentralen Börse Hyperliquid vertieft.
  • Angebotsseite: On-Chain-Daten zeigen eine Verknappung des austauschbaren Angebots. Bestände auf großen Börsen – besonders in Südkorea – sind zuletzt um 22 Millionen XRP gefallen. Das deutet darauf hin, dass ein Teil der Investoren Coins in Cold Storage verschiebt.

Gleichzeitig birgt die aktuelle Marktlage kurzfristige Risiken: Rund 83 % des umlaufenden XRP-Angebots liegen derzeit im Gewinn. Historisch folgten auf solche Phasen überdurchschnittlich häufig Gewinnmitnahmen – die laufende Korrektur passt genau in dieses Muster.

Technische Lage und Ausblick

Charttechnisch testet XRP aktuell die Unterstützungszone um 2 US-Dollar. Trotz des Rücksetzers liegt der Kurs klar über dem 200-Tage-Durchschnitt, während kurzfristige Aufwärtstrends in den vergangenen Sitzungen gebrochen wurden. Der RSI von 28,8 signalisiert inzwischen überverkaufte Bedingungen, was zumindest technisch das Potenzial für eine Stabilisierung eröffnet.

Auf der Makroebene bleiben einige institutionelle Akteure optimistisch. Geoffrey Kendrick von Standard Chartered bekräftigte seine positive Einschätzung mit einem Kursziel von 8 US-Dollar bis Ende 2026. Er verweist vor allem auf die Rolle von XRP als Brückenwährung im Zahlungsverkehr und den Wettbewerb zum SWIFT-System.

Dass CNBC XRP jüngst als „heißesten Krypto-Trade 2026“ bezeichnete und dieser Moment nahezu den lokalen Hochpunkt markierte, passt wiederum zum Bild eines Marktes, der nach einem schnellen Anstieg anfällig für Korrekturen wird. Mit einem Rückgang des Handelsvolumens um 34 % auf 4,29 Milliarden US-Dollar heute richtet sich der Blick nun vor allem auf die Frage, ob die Unterstützungszone um 2 US-Dollar hält – davon hängt ab, ob die aktuelle Phase als normale Konsolidierung innerhalb eines Aufwärtstrends verbucht werden kann oder eine längere Seitwärtsphase nach sich zieht.

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