Xiaomi Aktie: Mehrfachbelastung
Xiaomi muss sich gerade gleichzeitig mit Gegenwind aus dem Markt und juristischem Ärger auseinandersetzen. Eine verschärfte Speicherchip-Knappheit droht ausgerechnet das margenschwache Smartphone-Geschäft zu treffen – und in Indien könnte ein Steuerstreit teuer werden. Können Aktienrückkäufe in so einem Umfeld überhaupt stabilisieren?
Smartphone-Markt: Chip-Krise trifft die Preissensiblen
Am Donnerstag bekam die Branche einen deutlichen Dämpfer: Laut einer aktualisierten IDC-Prognose sollen die weltweiten Smartphone-Auslieferungen 2026 um 12,9% auf rund 1,12 Milliarden Geräte fallen – der größte jemals gemessene Jahreseinbruch. Treiber ist die angespannte Versorgungslage bei Speicherchips.
Für Xiaomi ist das heikel, weil das Unternehmen stark über Einstiegs- und Mittelklasse-Geräte skaliert – also dort, wo dünne Margen wenig Puffer lassen. Steigende DRAM- und NAND-Kosten erhöhen den Preisdruck. IDC rechnet zudem damit, dass der durchschnittliche Verkaufspreis 2026 um 14% auf 523 US-Dollar steigt. In preissensiblen Märkten kann genau das Nachfrage kosten. Entsprechend könnten laut IDC gerade die Einstiegs- und Mittelklasse-Segmente um 20% oder mehr schrumpfen.
Auch am Kurs lässt sich die angespannte Lage ablesen: Der Schlusskurs von 3,82 Euro liegt rund 46% unter dem 52‑Wochen-Hoch und klar unter dem 200‑Tage-Durchschnitt (5,18 Euro). Gleichzeitig notiert die Aktie nur knapp über dem 52‑Wochen-Tief (3,62 Euro) – der Markt bleibt also vorsichtig.
Indien: Steuerstreit landet vor dem Supreme Court
Parallel eskaliert ein Rechtsstreit in Indien. Xiaomi hat laut Reuters ein Urteil eines Steuer-Tribunals angefochten, das dem Konzern vorwirft, 72 Mio. US-Dollar an Zöllen auf Lizenzgebühren hinterzogen zu haben.
Kernpunkt: Das Tribunal sieht den Importwert von Bauteilen aus China über mehrere Jahre bis 2020 als zu niedrig angesetzt. Konkret sollen 2% bis 5% Lizenzgebühren (unter anderem für Technologie-Nutzung) nicht im Zollwert berücksichtigt worden sein. Xiaomi argumentiert vor dem Supreme Court, das Tribunal habe das Unternehmen fälschlich als „wirtschaftlichen Eigentümer“ der Bauteile eingestuft.
Brisant: Laut Reuters könnte die Forderung inklusive Zinsen und Strafen auf über 150 Mio. US-Dollar anwachsen, falls Xiaomi verliert. Der Supreme Court hat die Regierung zur Stellungnahme aufgefordert; die nächste Verhandlung ist für April angesetzt. Zudem beantragte der US-Auftragsfertiger Flex ebenfalls die Aufhebung des Urteils und weist Vorwürfe zurück, wissentlich an einer Verschleierung mitgewirkt zu haben.
Rückkäufe laufen – Quartalszahlen als nächster Taktgeber
Trotz des Gegenwinds setzt Xiaomi die Rückkäufe fort: Laut Börsenmitteilungen erwarb das Unternehmen am 24. und 25. Februar jeweils 2,8 Mio. Klasse‑B‑Aktien für rund 100 Mio. HKD pro Tag. Zuvor war ein Rückkaufrahmen von bis zu 2,5 Mrd. HKD angekündigt worden.
Der nächste konkrete Impuls dürfte von den Quartalszahlen im März ausgehen. Für die ersten neun Monate 2025 meldete Xiaomi zuletzt +32,5% Umsatz auf über 340 Mrd. RMB sowie einen Gewinnanstieg um 140% auf über 35 Mrd. RMB. Entscheidend wird nun, wie das Unternehmen den Ausblick vor dem Hintergrund der Speicherchip-Krise einordnet – denn genau dort liegt derzeit der empfindlichste Hebel für die Erwartungen.
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