WTI Öl: 100-Dollar-Marke wackelt
Der Ölmarkt erlebte am Freitag eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Während ein massiver Produktionsausfall im Irak den Preis kurzzeitig bis an die psychologisch wichtige 100-Dollar-Marke trieb, sorgten diplomatische Signale und angekündigte Notfallreserven für eine späte Abkühlung. Anleger schwanken nun zwischen der Angst vor einem Versorgungsengpass und der Hoffnung auf politische Entspannung.
Produktionsschock im Irak
Im Zentrum der Aufregung stand die Nachricht aus dem Irak. Das Land rief für den Basra-Terminal „Force Majeure“ aus, wodurch die tägliche Exportmenge von 3,3 Millionen auf lediglich 900.000 Barrel einbrach. Dieser plötzliche Entzug von über zwei Millionen Barrel pro Tag traf auf einen Markt, der durch die anhaltende Blockade der Straße von Hormus ohnehin unter extremem Stress steht. Besonders in Asien reagierten Raffinerien empfindlich und zahlten teils Aufschläge von über zehn US-Dollar auf die gängigen Benchmarks, um sich physische Ware zu sichern.
Allerdings konnte der WTI-Preis seinen Ausflug in dreistellige Regionen nicht halten. Berichte über einen vorläufigen Stopp israelischer Angriffe auf die iranische Gasinfrastruktur nahmen etwas Druck vom Kessel. Parallel dazu forcierte das US-Finanzministerium gemeinsam mit der Internationalen Energieagentur (IEA) Gegenmaßnahmen.
USA mobilisieren Reserven
Um die globale Lücke zu schließen, bestätigten die USA die Freigabe von 172 Millionen Barrel aus der strategischen Ölreserve (SPR). Finanzministerin Bessent deutete zudem an, bis zu 140 Millionen Barrel iranischen Öls, die derzeit auf Tankern festsitzen, von Sanktionen zu befreien. Diese schiere Menge an potenziell verfügbarem Rohöl dämpfte die Sorgen vor einer unmittelbaren Knappheit und drückte den WTI-Kurs zum Handelsschluss auf 93,55 US-Dollar.
Auffällig bleibt der enorme Preisunterschied zur Nordseesorte Brent. Der Spread erreichte mit rund 18 US-Dollar ein Elfjahreshoch. Dies macht US-Rohöl für den Export theoretisch hochattraktiv, jedoch verhindern logistische Engpässe an der Golfküste derzeit, dass diese Arbitrage-Möglichkeit voll ausgeschöpft werden kann.
Technische Abkühlung
Aus technischer Sicht befindet sich WTI nach dem Scheitern am 100-Dollar-Widerstand in einer Korrekturphase innerhalb eines übergeordneten Aufwärtstrends.
- RSI-Indikator: Der Relative-Stärke-Index kühlte sich auf 40,39 Punkte ab und signalisiert damit ein Ende der kurzfristigen Überhitzung.
- Unterstützung: Die Marke von 93,10 US-Dollar diente am Freitag als Boden. Ein Unterschreiten könnte den Weg in Richtung 85,00 US-Dollar ebnen.
- Marktstimmung: Das spekulative Interesse bleibt hoch; institutionelle Anleger bauten ihre Long-Positionen bei Brent-Öl so stark aus wie seit sechs Jahren nicht mehr.
Sollte der Produktionsstopp im Irak über das Wochenende hinaus anhalten, ist ein erneuter Test der 100-Dollar-Marke am Montag wahrscheinlich. Marktteilnehmer richten ihren Fokus nun auf mögliche offizielle Bestätigungen zur Freigabe sanktionierter Bestände, die als Puffer für die volatilen Preise dienen könnten.
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