WhatsApp macht Datenschutz einfacher: Der Messenger führt für alle Nutzer verschlüsselte Chat-Sicherungen ein, die sich per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung entsperren lassen. Komplizierte Passwörter gehören damit der Vergangenheit an.

Die am Donnerstag angekündigte Neuerung markiert den nächsten Schritt in WhatsApps Datenschutz-Offensive. Künftig können Nutzer ihre in Google Drive oder iCloud gespeicherten Chat-Verläufe mit denselben biometrischen Methoden schützen, die sie bereits zum Entsperren ihrer Smartphones verwenden. Das Feature wird in den kommenden Wochen und Monaten schrittweise für alle drei Milliarden Nutzer weltweit ausgerollt.

Schluss mit vergessenen Passwörtern

Bisher war die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von Chat-Backups eine komplizierte Angelegenheit: Nutzer mussten sich ein Passwort merken oder einen 64-stelligen Verschlüsselungsschlüssel sicher verwahren. Wer beides vergaß, war dauerhaft von seinen Daten ausgesperrt.

Die neue Passkey-Technologie eliminiert dieses Problem vollständig. "Passkeys ermöglichen es, Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder den Sperrbildschirm-Code zu nutzen, anstatt sich ein Passwort oder einen umständlichen 64-stelligen Schlüssel merken zu müssen", erklärt WhatsApp.

Das System basiert auf dem WebAuthn-Standard und verwendet kryptographische Schlüsselpaare: Ein privater Schlüssel bleibt sicher auf dem Gerät gespeichert, während ein öffentlicher Schlüssel beim Dienst registriert wird. Diese Architektur macht das System hochresistent gegen Phishing-Angriffe und Datenlecks.
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So aktivieren Sie die neue Funktion

Die Aktivierung erfolgt über die App-Einstellungen unter Einstellungen > Chats > Chat-Backup > Ende-zu-Ende-verschlüsseltes Backup. Dort finden Nutzer die neue Passkey-Option, die sie durch die Einrichtung führt.

WhatsApp verspricht: "Mit nur einem Tippen oder Blick wird dieselbe Sicherheit, die Ihre persönlichen Chats und Anrufe schützt, auch auf Ihre Chat-Backups angewendet." Selbst bei einem kompromittierten Cloud-Speicher-Account bleiben die WhatsApp-Daten ohne biometrische Daten oder Geräte-PIN unlesbar.

Teil einer passwortlosen Zukunft

Der Schritt fügt sich in WhatsApps breitere Datenschutz-Strategie ein. Bereits 2023 führte die Meta-Tochter Passkeys für Account-Logins ein. Die Ausweitung auf Backups war der logische nächste Schritt.

Während Regulierungsbehörden weiterhin "Hintertüren" zu verschlüsselten Kommunikation fordern, verstärkt WhatsApp seinen Datenschutz-Kurs. Das Unternehmen will erreichen, dass mehr Nutzer die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verwenden – und schützt damit "Fotos, herzliche Sprachnachrichten und wichtige Gespräche" von Millionen Menschen vor unbefugtem Zugriff.

Die Neuerung ist bereits verfügbar und wird kontinuierlich ausgerollt. Nutzer sollten regelmäßig ihre Chat-Backup-Einstellungen prüfen, um zu sehen, ob das Feature für ihr Konto freigeschaltet wurde.