Die Hoffnungen auf eine lukrative Übernahme sind geplatzt. Am Freitag stürzte die Wacker Neuson Aktie um mehr als 22 Prozent ab, nachdem der südkoreanische Mischkonzern Doosan Bobcat seine Übernahmepläne aufgab. Mit 18,50 Euro erreichte der Titel das niedrigste Niveau seit Ende November – die zuvor eingepreiste Übernahmeprämie ist damit vollständig verpufft.

Anfang Dezember hatte die Ankündigung des Übernahmeinteresses noch für einen Kurssprung von knapp 19 Euro auf zwischenzeitlich 26,05 Euro gesorgt. Ein Plus von bis zu 38 Prozent, das nun in sich zusammenfällt. Doosan Bobcat wollte ursprünglich rund 63 Prozent der Anteile von Großaktionären erwerben und zusätzlich ein öffentliches Barangebot für alle übrigen Aktionäre vorlegen.

Was steckt hinter dem Rückzieher?

Koreanische Medienberichte liefern die Antworten: Die Bewertungsvorstellungen lagen zu weit auseinander. Dazu kamen erhebliche Finanzierungsprobleme bei den Koreanern. Stefan August von Warburg Research verweist zudem auf einen möglichen Zusammenhang mit Doosans parallelen Bemühungen, den Waferhersteller SK Siltron zu übernehmen. Offenbar musste sich der Konzern entscheiden – und die Wahl fiel nicht auf Wacker Neuson.

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Martin Comtesse von Jefferies erinnert daran, dass dies bereits die zweite gescheiterte Übernahmestory innerhalb eines Jahres ist. Schon im Juni 2024 hatten Großaktionäre einen möglichen Ausstieg erwogen. Könnte die Gründerfamilie einen erneuten Anlauf zum Verkauf ihrer Anteile unternehmen? Comtesse hält das nicht für ausgeschlossen, sieht den Fokus aber vorerst wieder beim operativen Geschäft.

Operative Herausforderungen bleiben

Und dort sieht es nicht gerade rosig aus. Im vierten Quartal 2024 erwartet Comtesse keine wesentliche Verbesserung gegenüber dem schwachen dritten Quartal. Besonders die drastisch zurückgegangenen Bestellungen aus den USA bereiten Sorgen. Das angekündigte deutsche Infrastrukturprogramm dürfte frühestens im zweiten Halbjahr 2026 spürbare Impulse liefern.

Mitte November hatte Vorstandschef Karl Tragl bereits die Jahresprognose anpassen müssen. Für 2025 rechnet das Management nun mit einem Umsatz zwischen 2,15 und 2,25 Milliarden Euro bei einer operativen Marge von 6,5 bis 6,8 Prozent. Zum Vergleich: 2024 lag der Umsatz bei 2,23 Milliarden Euro mit einer Marge von nur 5,5 Prozent.

Die Aktionärsstruktur bleibt komplex: Die Wacker Familiengesellschaft hält 15 Prozent, die PIN Privatstiftung 26 Prozent und die SWRW Verwaltungs-GmbH 17 Prozent der Anteile. Für Anleger heißt es nun: zurück auf Anfang.

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