Vulcan Energy geht in die nächste Phase: Die Finanzierung für das zentrale Lithium-Projekt „Lionheart“ in Deutschland steht, die Hauptaufträge sind vergeben, der Bau soll nun anlaufen. An der Börse bleibt der Titel dennoch unter Druck.

Kapitalbeschluss und Finanzierung

Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 13. Januar haben die Aktionäre mit 83,36 % Zustimmung eine institutionelle Kapitalerhöhung gebilligt. Damit ist ein wesentlicher Baustein der geplanten Gesamtfinanzierung von 2,2 Milliarden Euro (rund 3,9 Milliarden A$) für Phase 1 des Lionheart-Projekts abgesichert.

Das Kapital ist vollständig dieser ersten Projektphase zugeordnet. Ziel sind jährlich 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid-Monohydrat – genug, um nach Unternehmensangaben Batteriematerial für etwa 500.000 Elektrofahrzeuge pro Jahr zu liefern.

Finanzierungsstruktur im Überblick

Die gesamte Projektfinanzierung von 2,56 Milliarden US-Dollar setzt sich aus mehreren Quellen zusammen:

  • Institutionelle Platzierungen: Bis zu 709 Mio. US-Dollar von 13 Finanzinstituten, darunter die Europäische Investitionsbank
  • Deutsche Fördermittel: 122 Mio. US-Dollar aus Programmen zur Stärkung heimischer Clean-Energy-Lieferketten
  • Fremdkapital: Der verbleibende Betrag über projektbezogene Kreditfinanzierungen

Damit steht das Finanzgerüst für den Bau der ersten Ausbaustufe.

ABB erhält Infrastrukturaufträge

Für die komplette elektrische Infrastruktur des Projekts hat Vulcan ABB als Hauptauftragnehmer verpflichtet. Drei Verträge mit einem Gesamtvolumen von 46 Mio. Euro (rund 50 Mio. US-Dollar) umfassen:

  • Die Lithium-Extraktionsanlage in Landau
  • Die zentrale Lithium-Anlage im Industriepark Höchst bei Frankfurt
  • Sämtliche Bohr- und Förderstandorte

ABB liefert unter anderem Hochspannungsnetzanschlüsse, Schaltanlagen, Transformatoren, Schutztechnik und elektrische Systeme auf Anlagenebene. Mit der Vergabe dieser Schlüsselverträge vollzieht Vulcan den Übergang von der Planungs- in die Umsetzungsphase.

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Aktie trotz Fortschritten schwächer

An der ASX schloss die Aktie zuletzt bei 4,43 A$, ein Minus von 3,28 % im Tagesverlauf. Die Handelsspanne lag zwischen 4,42 A$ und 4,72 A$, ohne neue unternehmensspezifische Nachrichten als unmittelbaren Auslöser. Nach einem Rückgang von 7,7 % in der Vorwoche hält der Verkaufsdruck damit an, obwohl die Finanzierung des Projekts steht.

Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei rund 2,1 Milliarden A$. Die Spanne der vergangenen zwölf Monate reicht von 3,36 A$ bis 7,52 A$, was auf eine ausgeprägte Kursvolatilität hinweist.

Konzentrierte Eigentümerstruktur

Die Aktionärsbasis ist deutlich gebündelt:

  • Privatanleger: 42 % der Aktien
  • Institutionelle Investoren: 28 %
  • Top-12-Aktionäre: Zusammen 51 % des Kapitals
  • Größter Einzelaktionär: Hochtief Lithium Holding GmbH mit 15 %
  • Insider-Beteiligungen: Gegenwert von rund 159 Mio. A$ zum aktuellen Kurs

Diese Struktur kann Kursbewegungen verstärken, wenn größere Anteile den Besitzer wechseln.

Analysten passen Erwartungen an

Die Privatbank Berenberg hat am 13. Januar ihre Kaufempfehlung für Vulcan bestätigt, das Kursziel aber von 7,50 A$ auf 5,90 A$ gesenkt. Im Durchschnitt liegt das Analystenziel bei 8,08 A$, mit einer Spanne von 5,90 A$ bis 10,50 A$. Drei Analysten empfehlen den Titel derzeit zum Kauf.

Die niedrigeren Kursziele spiegeln angepasste Erwartungen für die nähere Zukunft wider, während der Fokus nun klar auf der Umsetzung des Projekts liegt.

Lionheart-Projekt: Kennzahlen

Lionheart kombiniert im Oberrheingraben die Produktion von Lithium mit erneuerbarer Energieerzeugung. Zentrale Eckdaten:

  • Jährliche Lithiumproduktion: 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid-Monohydrat
  • Erneuerbare Stromkapazität: 275 GWh pro Jahr
  • Thermische Energie: 560 GWh pro Jahr
  • Bauzeit: Rund 2,5 Jahre bis zur Fertigstellung
  • Abnahmeverträge: Unter anderem mit Stellantis, LG Corp, Umicore und Glencore

Mit gesicherter Finanzierung und der Beauftragung von ABB rückt der Bau des Lionheart-Projekts nun ins Zentrum. Der nächste planmäßige Meilenstein sind die Zahlen zum vierten Quartal 2025, die bis Ende März erwartet werden; anschließend werden die erreichten Baufortschritte maßgeblich dafür sein, wie der Markt die aktuelle Bewertung einordnet.

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