Solide Zahlen, eine ambitionierte Entschuldungsstrategie — und trotzdem ein Kurssturz von über zwölf Prozent. Vonovia erlebte zuletzt einen der unangenehmsten Handelstage des Jahres, ausgelöst nicht durch eigene Schwäche, sondern durch externe Schocks: Steigende Energiepreise infolge einer Eskalation im Nahen Osten ließen Brent-Rohöl an einem einzigen Tag um zehn Prozent klettern und dämpften die Hoffnung auf Zinssenkungen der Notenbanken — Gift für Immobilienaktien.

Entschuldung mit konkretem Ziel

Unter dem neuen CEO Luka Mucic richtet sich Vonovia neu aus. Bis Ende 2028 soll der Verschuldungsgrad (LTV) auf 40 Prozent sinken — von aktuell 45,4 Prozent. Früher galt lediglich ein Zielkorridor von 40 bis 45 Prozent ohne Zeitvorgabe. Jetzt gibt es ein klares Datum.

Um dieses Ziel zu erreichen, plant der Konzern Portfolioverkäufe im Volumen von rund fünf Milliarden Euro. Rund zwei Milliarden sollen aus der Veräußerung nicht zum Kerngeschäft gehörender Immobilien kommen — etwa Gewerbe- und Pflegeimmobilien. Weitere 500 Millionen Euro entfallen auf nicht-strategische Beteiligungen. Die niederländische Vesteda mit einem Buchwert von 200 Millionen Euro ist bereits im Verkaufsprozess.

Operative Basis stimmt

Das bereinigte EBITDA stieg im abgelaufenen Jahr um 6,0 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro — im Rahmen der eigenen Prognose und der Markterwartungen. Die Vermietungsquote liegt bei 98 Prozent, die Mieten legten organisch um 4,1 Prozent zu. Besonders relevant: Die Immobilienwerte stiegen 2025 erstmals seit 2022 wieder — auf vergleichbarer Basis um 1,8 Prozent, der Verkehrswert des Gesamtbestands kletterte auf 84,4 Milliarden Euro.

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Aktionäre erhalten eine leicht erhöhte Dividende von 1,25 Euro je Aktie, der Ex-Tag ist der 22. Mai 2026. Künftig will Vonovia 50 bis 60 Prozent des bereinigten Vorsteuergewinns ausschütten.

Mieterbund und Analysten mit unterschiedlichen Signalen

Parallel zu den Zahlen meldete sich der Deutsche Mieterbund mit scharfer Kritik: In Kommunen ohne Mietpreisbremse lägen Vonovia-Angebote deutlich über dem Mietspiegel, zudem versuche das Unternehmen mit angeblich erfundenen Wohnwertmerkmalen, Mieten über das zulässige Maß zu treiben. Vonovia wies die Vorwürfe zurück.

Auf Analystenebene bleibt die Stimmung mehrheitlich positiv: 63 Prozent der Beobachter empfehlen die Aktie zum Kauf. Berenberg-Analyst Kai Klose bestätigte sein Kursziel von 38 Euro und hob explizit die angestrebte LTV-Reduktion hervor. Für 2026 plant Vonovia mit einem bereinigten EBITDA zwischen 2,95 und 3,05 Milliarden Euro — bis 2028 soll es auf 3,2 bis 3,5 Milliarden Euro wachsen.

Der nächste Praxistest für CEO Mucic kommt schnell: Am 7. Mai 2026 legt Vonovia die Zahlen für das erste Quartal vor, zwei Wochen später folgt die Hauptversammlung. Mit einem Abstand von knapp 30 Prozent zum 52-Wochen-Hoch liegt die Messlatte für eine Kurserholung hoch — und hängt derzeit weniger an der Operativen als am Zinsniveau.

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