Der Immobiliensektor galt in den vergangenen Jahren als Sorgenkind des DAX. Hohe Zinsen, Portfolioabwertungen und eine pessimistische Marktstimmung haben die Branche gebeutelt. Doch ausgerechnet jetzt, wo sich der Aktienkurs von Vonovia nahe seiner Tiefststände bewegt, positionieren sich zwei renommierte Investmentbanken für eine deutliche Erholung. Die Analysten von JPMorgan sehen ein Kurspotenzial von fast 40 Prozent – während das Papier weiterhin in der Nähe des 200-Tage-Durchschnitts dümpelt. Ist das die Ruhe vor dem Sturm?

Doppelter Ritterschlag: JPMorgan und Berenberg sehen massives Potenzial

Am Freitag sorgten gleich zwei Analystenhäuser mit bullischen Einschätzungen für Aufsehen. JPMorgan stufte die Vonovia-Aktie nicht nur mit "Overweight" und einem Kursziel von 36 Euro ein, sondern setzte das Papier zusätzlich auf die taktische "Positive Catalyst Watch"-Liste. Diese Entscheidung ist bemerkenswert: Die US-Bank erkennt eine fundamentale Diskrepanz zwischen der aktuellen Resignation vieler Anleger und den tatsächlichen Aussichten für 2026.

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Die wichtigsten Argumente der Analysten:

  • JPMorgan: Massive Unterbewertung gegenüber dem Net Asset Value (NAV), operative Erholung für 2026 noch nicht eingepreist
  • Berenberg: Bestätigung der Kaufempfehlung mit Kursziel 41 Euro, Fokus auf Megatrends Urbanisierung und Dekarbonisierung
  • Gemeinsamer Tenor: Die niedrigen Erwartungen bieten erhebliches Überraschungspotenzial bei positiven Unternehmensnachrichten

Berenberg unterstreicht zudem die strategische Stärke des Konzerns bei der Bestätigung seiner Klimaziele. Das Bestandsmanagement und die langfristige Ausrichtung auf nachhaltige Immobilienwirtschaft könnten sich als entscheidende Wettbewerbsvorteile erweisen.

Das makroökonomische Zeitfenster öffnet sich

Was vor zwei Jahren noch wie ein Albtraum aussah, wandelt sich nun in eine potenzielle Chance. Der europäische Leitzins hat sich auf die 2-Prozent-Marke zubewegt – ein drastischer Rückgang gegenüber den Hochzinsphasen, die den Immobiliensektor in die Krise stürzten. Für Vonovia bedeutet dies sinkende Refinanzierungskosten und weniger Druck auf die Bewertung des Portfolios.

Doch während sich das Umfeld aufhellt, hinkt der Aktienkurs hinterher. Seit Jahresbeginn verlor das Papier über 11 Prozent, auf Zwölfmonatssicht steht ein Minus von mehr als 16 Prozent zu Buche. Die Aktie kämpft weiterhin mit der Rückeroberung ihrer gleitenden Durchschnitte und notiert deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 31,72 Euro.

Warum die Experten jetzt auf 2026 setzen

JPMorgan betont in seiner Analyse einen entscheidenden Punkt: Die Positionierung institutioneller Anleger im Immobiliensektor ist historisch defensiv. Genau diese niedrigen Erwartungen schaffen laut den Analysten eine asymmetrische Chance. Positive Überraschungen – etwa bei Mieteinnahmen oder Neubewertungen des Portfolios – könnten überproportional auf den Kurs durchschlagen.

Die "Positive Catalyst Watch"-Einstufung deutet darauf hin, dass JPMorgan in den kommenden Monaten mit konkreten Impulsen rechnet. Ob operative Updates, Fortschritte bei der Dekarbonisierung oder weitere Stabilisierung der Zinspolitik – die Katalysatoren für eine Neubewertung scheinen sich zu häufen.

Bleibt die Frage: Ist die charttechnische Bodenbildung bereits abgeschlossen oder steht Vonovia noch ein letzter Test der Tiefststände bevor? Mit einem RSI von 37,3 bewegt sich die Aktie in einem neutralen bis leicht überverkauften Bereich – ein Signal, das Schnäppchenjäger aufhorchen lassen dürfte.

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