Luka Mucic lieferte bei seiner ersten Jahresbilanz als Vonovia-Chef eigentlich überzeugende Argumente. Der Immobilienriese meldete sich für 2025 mit einem kräftigen Milliardengewinn zurück und versprach höhere Ausschüttungen. An der Börse löste das Zahlenwerk am Donnerstag dennoch eine regelrechte Fluchtbewegung aus.

Makro-Sorgen überschatten operative Stärke

Verantwortlich für den zweistelligen Kursverlust waren keine operativen Schwächen. Vielmehr kehrte die Zinsangst massiv aufs Parkett zurück. Marktbeobachter fürchten, dass stagnierende oder gar wieder steigende Zinsen den hoch verschuldeten Konzern belasten. Diese Sorgen drückten den Kurs bis zum Freitagsschluss auf exakt 21,31 Euro – gleichbedeutend mit einem neuen 52-Wochen-Tief.

Dabei lesen sich die operativen Ergebnisse des abgelaufenen Jahres äußerst positiv. Ein Blick auf die Kernkennzahlen zeigt die fundamentale Erholung:

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  • Nachsteuergewinn: 3,72 Milliarden Euro (Vorjahr: -900 Millionen Euro)
  • Bereinigtes EBITDA: Anstieg um 6,0 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro
  • Dividende: Geplante Erhöhung auf 1,25 Euro je Aktie

Entscheidend für die Rückkehr in die Gewinnzone war eine erneute Aufwertung des Immobilienbestands. Die jahrelange Talfahrt der Immobilienpreise scheint damit gestoppt. Auch das Kerngeschäft läuft stabil. Die durchschnittliche Miete kletterte um 4,6 Prozent auf 8,38 Euro pro Quadratmeter.

Radikalkur für den Schuldenberg

Um die Zinsrisiken abzufedern, verordnet Mucic dem Konzern einen beschleunigten Schuldenabbau. Die neue Strategie sieht vor, Immobilien im Wert von rund fünf Milliarden Euro zu veräußern. Ziel ist es, den Verschuldungsgrad (LTV) von zuletzt 45,4 Prozent bis zum Jahr 2028 auf etwa 40 Prozent zu drücken.

Gleichzeitig treibt das Management margenstärkere Geschäftsfelder jenseits der reinen Vermietung voran. Diese sogenannten Non-Rental-Segmente trugen 2025 bereits 13 Prozent zum EBITDA bei. Bis 2028 sollen sie mehr als ein Fünftel zur operativen Rentabilität beisteuern.

Trotz des jüngsten Abverkaufs bleiben Analysten mehrheitlich optimistisch und rufen ein durchschnittliches Kursziel von knapp 35 Euro auf. Das Management muss nun beweisen, dass die geplanten Immobilienverkäufe im aktuellen Marktumfeld zügig umsetzbar sind. Die erste Zwischenbilanz zur neuen Entschuldungsstrategie liefert Vonovia bereits am 7. Mai 2026 mit den Zahlen für das Auftaktquartal.

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